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Der Israelit · 1884-11-03 · Heft 87 (3.11.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 87 (3.11.1884)
Date
1884-11-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Ml' 1431 nagogen vollständig ruhe und es ist 'hierüber' gewissenhaft gewacht Wörden. . '' ' - Das vielbesprochene Rescript des Knltnsministers hat in den hiesigen höheren . Schulen bisher noch keine Unzuträglichkeiten für die jüdischen Schüler zut Folge gehabt. Bei der Abiturientenprüfüng; am hiesigen. Marien-Gyinnasimn (Ende vorigen Monats) ist auf den Wunsch eines jüdischen Abiturienten eine zum Sonnabend angesetzte schriftliche Arbers auf einen andern Tag und dafür die polnische Arbeit,! an der er nicht theilnahm, auf Sonnabend verlegtworden. Es ist demnach klar, daß es zunächst festen Willens und wahrhafter Religiöfität bedarf, und daß ferner humane und tolerante Directoren es immer ermöglichen werden, die Uebertretung eines so wichtiges religiösen Gebotes zu vermeiden. — Beiläufig die Erwähnung, daß die Frequenz der höheren Schulen seitens der jüd. Schüler sich zu . Ostern 1884 wie folgt heransstellt: Am Friedrich-Wilhelnis-Gymnasium waren von 640 Schülern 267 jüdische; am Maricn-Gymnasinm unter 647 Schülern 155 jiidische und am Real- Gymnasium unter 576 Schülern 125 jüdische. An der vereinigten Vorschule der beiden ersten Gymnasien waren von 266 Schülern 87 jüdische. Ein nachahmungswerthcs Beispiel hat der Sohn des unlängst verstorbenen ntrc % Herr Banquier I. H. Landsberg gegeben. Anstatt die reichhaltige Bibliothek seines verstorbenen Vaters zu vettaufen, wie es leider in so vielen Familien üblich ist, wodurch die seit Jahrhunderten angesammelten literarischen Schätze umhergeschleudert werden, hat er dieselbe unter hiesige und auswärtige min vertheilt. Eine würdigere Verwendung eines solchen Nachlasses gibt es wohl nicht, denn nicht nur bleibt das Andenken an den edlen Dahingeschiedenen in weiteren Kreisen erhalten, sondern es gereicht mehr noch als bezahlte D'rHp zu seinem Seelenheile, wenn die onoD, die er und vor ihm feine großen Ahnen, benutzt, noch ferner zur Förderung religiösen Studiums dienen. Merkwürdig und erwähnenswerth ist hierbei der Umstand, daß in den wettaus meisten D'hbd, worunter sich auch viele Erzeugnisse von minorum gentium, so wie auch viele aus dem Genre der Profanliteratur, n3T9D nDD u. dgl. befinden, Randglossen von der Hand des Verewigten, in den Werken schwereren Kalibers sogar umfangreiche Notizen. und Deductionen sich vorsinden, ein Zeugmßder Vielscitigleit dieses reichen Geistes, der es nicht unter seiner Würde hielt, neben der Beschästiguna .mit dem tiefsten Talmudstudium auch die hebräische Profanliteratnr in den Kreis seiner Sttldien zu ziehen. . Haqöu i. W., im Oct. Heute Vormittag hat sich der Führer.der Antisemiten, Maßman.u aus Dort m n u d, im.Eisenbahnwagen erschössen; der j üdisch e Arzt Dr. Falk; hat. in Herdecke die Leichenschau abgehgltem --.n .'r^lry•■-.iil»; Menrel, 31. Oct. Am Tounabend, den 15., resp. Sonntag den 16. November, wird das 25jährige Amtsjubilänm unseres Rabbiners, Herrn Dr. R ü l f, gefeiert werden.; .cr,ir!Ha- - .. Ru m an i e n. >> ,> Jassy, 28. Oktober. Wie an alle» Orten, wo Juden wohnen, wurde auch hier am 26. d. M. der 100. Geburtstag des ehrenwerthen Sir MoseS Montesiore in würdiger Weise gefeiert. In dem vom Herrn Chevalier de Neuschotz erbauten Tempel „Veth Jakob" fand um 5 Uhr Abends ein Festgottcsdienst statt, dem ein sehr zahlreiches , distiuguirtes Publikum beiwohnte. Herr Rabbiner S. D. Tauber schilderte in der Festrede mit zündenden und beredten Worten das bewegte und segensreiche Leben des gefeierten Jubilars; der Redner betonte,. daß Sir Moses Montesiore stets stolz darauf war, dem Jahrtausende alten Stamme des Judenthums anzugehören, im Gegensätze so vieler unserer Glaubensgenossen, die sich nur im Kreise ihrer Brüder als Juden geriren, aber außerhalb der Umfriedung ihrer Gesanuntheit gerne ihr Jndenthmn verleugnen, — daß stets seine Devise war: „weadabro neged malochim w'lo ewosch", und er selbst vor ge-, krönten Häuptern als Jude austrat, der sich seiner unterdrückten Brüder nie schämte. Der Herr Rabbiner ermahnte die Gemeindemitglieder, ebenfalls mit solcher Treue ihrer Religion anzuhangcn, und mit Hintansetzung ihrer eignen Interessen sich ihrer bedrängten Brüder anzunehmen und ihnen zu helfen, - wo es in ihrer Macht liegt zc. Die Rührung übermannte ihn, und theilte sich auch dem Publikum mit. Herr Oberkantor Honigman brachte den 15 Psalm zum Vortrage , den er eigens zur Feier dieses Tags in Musik gesetzt hatte, und der allgemeinen Beifall fand. Vor demTcmpel bildeten die Zöglinge ' des Reuschotz'schen Waisenhauses mit der Instituts- - sahne, und die Schüler beider jüdischen Knabenschu- ' len mit ihren Fahnen an der Spitze, Spalier:.. Beinr Austritte ans dem Gotteshause wurde von der Schuljugend auf das fernere Wohl des Sir M. ... i. »•, t; ' '*) Hätte in die Beilage linier »Tie Montesiore - jzeicr in den verschiedenen Ländern und Städten" ausgenommen werdet! sollen. Wir bitten das Berschen des Sehers;u entschuldigen. {■: ' /•- -

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