Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 86 (30.10.1884)
- Date
- 1884-10-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1420 dcihen im Lande." Den Schluß der Rede bildete der Wunsch, daß die Anstalt ferner in ihrem Gedeihen fortschreite und sich gleicher Anerkennung erfreue, daß Lehrer und Schüler in dem Streben, diese zu erwirken, sich theilen mögen, daß der Segen Gottes ferner darauf ruhe und allen denen zu Tlseil werde, die sich um diese Anstalt verdient gemacht, die sie förderten und beschützten, ganz besonders unferm allgeliebten König und Landesvarer, dem Beschützer alles Guten, Wahren und Schönen, indem Gott das Gebet erhöre, welches der Redner für König und Königshaus, für Volk und Vaterland emporsende. Nach Necitation des Psalm 30 betrat nun Herr Dr. Tachauer als Lehrer der Anstalt die Rednerbühne und suchte mir Zugrundelegung der Bibelstelle . . . . nB'7 "n no\ die Verdienste des Judeuthums durch die Verbreitung der Gottesidee darznthun. Das Griechenthum öffnete wohl das Gemüth durch seine Wissenschaft und seinen Kunstsinn, aber erst durch das ’OnN:: pu,v, av? lvar es möglich, ivy "N'i, daß die Leidenschaften unterdrückt, daß die Menschheit einer Veredlnug^entgcgenging. So müsse immer Religion und Wissenschaft Zusammenwirken zur wahren Bildung der Menschheit, und diesem Berufe sei auch diese Ailstalt geweiht. In pietätvoller Weise gedachte auch er der Hohen Verdienste der' nun in Gott ruhenden Begründer der Anstalt, unseres Lehrers und Meisters R. Seliglnann Bär Vambergcr und seines treuen Freundes R. Abraham Adler in Aschaffenbnrg ges. A.; gedachte er ferner der großen Verdienste und des Eifers des Sohnes, des gegenwärtigen Leiters der Anstalt und sprach ihm den Dank des Lehrer-.Collegiums und der Schüler aus für sein mühevolles Walten und den rastloste,l Eifer für das Interesse der Alfftalt, insbesondere bei der Gründung dieses neuen, schönen Heims. Schließlich wandte sich Redner noch ermahnend an die Schüler, daß sie sich der Opfer, welche ihrethalben gebracht, würdig zeigten, daß sie ihrer Aufgabe, das zu werden, was die Anstalt anstrebt, berufstüchtige, gewissenhafte Lehrer, echte Jehudim und gute^Staatsbürger heranzllbilden, sich bewußt bleiben, damit sie vor sich selbst Achtung hätten und diese dann ihnen auch eutgegengebracht werde. — Es folgte der Schlußchoral, inib die Feier, welche sichtlich auf alle Anwesenden einen, befriedigten Eindruck machte, war beendet.; Dann ging es noch an die Besichtigung der Alfftalt, die sich in allen ihren Theilen als schön und äußerst zweckmäßig präsentirte. Parterre befindet sich die Wohnung des Hausverwalters und die Turnhalle; im ersten Stock 2 Lehrsäle, 2 Arbeitssäle, das Vorstands- und Lehrerzimmer, das Krankenzimmer mit Badeeiurichtung, die Küche, der Speisesaal und ein Reservezimmer; im zweiten Stock ist die schön eingerichtete Synagoge, sind die Schlafsäle und das Zimmer für den Hausdiener, welcher die Reinigung der Hauptplätze, der Lampen der Kleider und Stiefeln zu besorgen hat. Ein großer Lagerraum und Keller bleibt zum Vermiethen übrig. Unter dein Ausdruck der Anerkennung für das Gebotene und mit den besten Glückwünschen für die Anstalt entfernten sich die verehrlichen Gäste. Der Nachmittag war zn einern Ansfluge für die Zöglinge bestimmt, an welchem in freudiger Stimmung Vorstand und Lehrer theilnahmen. Der Abend versaminelte dieselben nochmals zn einem bescheidenen Festmahle, wobei es an Worten der?mn und Toaste auf die Anstalt, auf deren Leiter und Förderer nicht fehlte. So lag denn ein schöner Tag hinter uns, der in den Annalen der Anstalt verzeichnet bleibt und der von Neuem zeigte, daß ein Werk dw eh*? unternommen zum glücklichen Ziele führt. Möge es von dieser Anstalt heißen: nxr -swinm iMQ -jrvtyfcn wm Berlin, lieber einen Exzeß und feine Folgen schreibt man der „Breslauer Morgenzeitnng" von hier: lieber eiltet Exzeß, welcher sich vor einigen Wochen hier zutrug ttltd über welchen fit Berliner Blättern bisher nicht berichtet worden ist, habe auch ich geschwiegen, well erst der Erfolg der eingeleüeten Schritte abgewartet werden sollte. Es war nach Anbruch der Stacht, als eine Anzahl junger Leute auf ihrem Nachhausewege ruhig die Straße entlang gittgett. Euter von ihnen ging vor den Andere» und mochte wohl den Eindruck machen, nicht in Gesellschaft zu sein, als er sich plötzlich von einem chm entgegenkommenden eleganten Herrn und mit de» Worten: „Juden muffen-Platz machen", auf den Straßendamm gestoßen faitd. In dem Moment, in welchem der Beleidigte aber den frechen Menschen festhielt und unterdem Beistand seiner inzwischen hinzngekommenen Freunde feine Karte verlangte, gab. er Fersengeld. Die Anderen machten sich an die Verfolgung, und eine wilde Jagd ward es. Der junge Mann lief gut; bald stürzte er m eine Droschke, die Verfolger chm nach , dann verließ er den Wagen , die andern auch,: bis es endlich gelang, ihn zu stellen und durch einen Wächter feine Sistirung zttr Wache behufs Feststellttitg seiner Personalien ztt bewdcken. Aber auch auf der Wache verweigerte er die Nennung seines Namens und es blieb dem Polizeibeamten nichts