Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 86 (30.10.1884)
- Date
- 1884-10-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1416 Sie. wie man aus, Inder ob ihrer Toleranz für die .Konfessionen feit jeder berühmieu ungarischen Legislative bas .TiUihenmi oombursmtur!“ in das Gesetz geschrieben. Sedeu Sie dies Alles, und wenn Sie dies AU es für richtig befinden, dann können Sie allerdings mir Recht' citiren, was man aus jener Zeir gegen, die Israeliten oder Juden geschrieben bar: allein wenn Sie nicht nach dem Beispiele jener finstern Jabrlmndcrte Vorgehen wollen, so haben Sic kein Recht, dem gcgenber jene Beispiele zu ciliren. Das aber bitte ich Sie entschieden — zu mehr habe ich kein Recht —, daß Sic einem Eötvös, einem Szechenyi, einem Kölosen, die ihr ganzes Leben hindurch die Aufklärung verkündet haben, in ihren Gräbern Ruhe lassen mögen. (5s ist gut, daß Sie wissen, daß diese Männer hier nicht anftreten können; denn mein Wort wäre ein bloßes Flüstern im Vergleich zu jenem Donnern, mit welchem sie Ihnen ihre Citarc an den Kopf schleudern würden: (Langanhaltcnde Beifallsäußerungen und Zustimmung.) Die Herren —, und hiermit will ich mit diesem Thema fertig werden — waren darüber empört, wenn Jemand von dieser Seite sagte, daß sic die Inden verfolgen, das; sie die Rasse, die Konfession verfolgen; sie empörten sich gegen diese Anklage, als ob sie sie verfolgten; dann aber steht der eine auf , um die Inferiorität dieser Rasse vorzndemonstriren: ein Anderer demonstrirt, wie verbrecherisch die Lehren jener Konfession seien; ein Dritter führt statistische Daten über eine gewisse Gattung strafbarer Handlungen an und r.konkludirt nicht dahin, daß man den Verbrecher, sondern dahin, daß man die Rasse verfolgen müsse, zn welcher er gehöre. Haben Sie wohl nach alledem das Recht, die Absicht der Verfolgung zu leugnen? Sie haben es nicht, denn die Worte ihrer eigenen Redner desavonircn jenen Protest, welchen Sie anmeldcn, und Sie können sich damit zn entschuldigen versuchen, daß Sie' das Volk niemals zu Thätlichkeiten aufforderten; allein wenn das Volk, welches die Verhältnisse nicht gehörig kennen kann, dieses vernimmt; wenn die Leute hören: Tein Loos^ist dcßhalb kein besseres, weil der Jude im Lande ist, der sich stets den Kvpf darüber zerbricht, wie er dich ruiniren könnte — (Zwischenrufe auf der Seite der Antisemiten: So ist's!) Es ist nicht so! Allein ist die natürliche Folge solcher Rede nicht, daß mau jenes Volk an manchen Orten mit Waffengewalt Niederschlagen mußte? Und erachten Sie es für angemessen, jene Leute, die sonst mit ihrem Loose nicht unzufrieden waren, vermittelst solcher Aenßernngen in das Unglück zn treiben und dann im Unglück drinnen zu lassen? (Lebhafte Zustimmung rechts.) . ‘ A m e r i k a? :"—- New Aork. Dr. Adolph Hübsch^ Rabbiner der Gemeinde -ibn pintf, deren Synagoge sich an der Lexington Ave, und 55. Street befindet, starb gestern 10. c', plötzlich, im vkerundfiinfzkgsten Lebensjahre. Zerschössen und vergessen, xu. „Sagen Sie der Dame," rief Ludwig dem anmeldenden Mädchen zu, „daß ich außerordentlich bedaueren, sie nicht empfangen zu können." „„Fühlen Sie sich so angegriffen?"" fragte Ottilie, als das Mädchen das Zimmer verlassen hatte. „Ich fühle mich stark und kräftig und hoffe, bald vollkommen genesen zn sein." - . „„Und weßhalb wollen Sie Ihre- . ... Ihre Braut nicht empfangen?"" „Ich. habe mein ehemaliges Verhältniß. zir Fräulein Frank vollständig gelöst. Ich habe von Dorothea und Ferdinand die Wahrheit, die volle Wahrheit, ohne Rückhalt, zu hören verlangt,- und da habe ich erfahren, daß Ferdinand meine ehemalige Braut schon geliebt hat, als er noch nicht das Recht dazu hatte. Auch Dorothea hat nicht zn leugnen vermocht, daß sie Ferdinand mehr liebt als mich. Ich aber werde kein Mädchen heirathen, welches das Bild eines Andern im He^en trägt. Daher habe ich den Beiden mit Bestimmtheit erklärt, daß ich alle meine Ansprüche auf Dorotheas Hand definitiv aufgegeben habe. Mögen sie glücklich miteinander werden." „„Und Sie, Herr Bär, ist Ihre L'ebe für Fräulein Frank in Ihrem Herzen erloschen?"^ - „Ich habe mir alle Mühe gegeben, Dorothea zu vergessen; allein, es will mir nicht recht gelingen: Vielleicht wird die Zeit die Wunde heilen, die meinem armen Herzen geschlagen worden ist." •::v „„Sie sind ein edler Maim, ein großer Charakter. Ich bewundere Sie!"" „Ihre Worte; liebes Fräulein, thun mir gemein wohl. Wie werde ich Ihnen und. Ihre» lieben Eltern all das Gute vergelten können;! was Sie mir erwiesen haben! Ohne Ihre sorgfältige Pflege, ohne die aufopfernde Sorgfalt Ihrer lieben