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Der Israelit · 1884-10-30 · Heft 86 (30.10.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 86 (30.10.1884)
Date
1884-10-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1415 von Sir Moses. Sie ganze Stadt herrlich iUuiniuirt. — Als der Vorsänger vor Sir Moses t>Sq» 'n sang, erhob sich Sir Moses und weinte in freudiger. Erregung. - . . Zeitnugsnachrichten und Correspondenzen. D tu Ls chlan d. Berlin. In einem „Zur Statistik der Inden in Preußen" betitelten Schristchcn weist der als Statistiker bekannte Sanitätsrath Dr. S. Reumann - auf Grund amtlicher Zahlen des königl. preuß. Vureau's den Vorwurf jüdischer Mafseneinwandernng zurück. Es kamen nämlich 1B16 auf 100,000 Einwohner im preußischen Staat überhaupt ca. 1200 Juden und 1843 stieg diese Zahl auf 1335, ein Verhältnis;, welches mit geringen Schwankungen bis zum heutigen Tage dasselbe geblieben ist, indem die letzte Zählung von 1880 auf 100,000 Einwohner nur 1330 Juden ergab. Frankfurt a.M. swn vnn L'K°n 'K uv. Heute wurde hier Herr M. I. Cohn, nn'Q zu Grabe geleitet, und wenn schon die allgemeine Theilnahnie während seiner'Krankheit und Lei seiner Beerdigung zeigte, daß er viele Freunde und Schüler, die seinen Verlust betraueril, zurückließ, so ist es doch uns ein Herzensbedürfnis;, auch weitere Kreise auf den Verstorbenen als ein Beispiel eines wahrhaften •mrp und ü'üv kt hinznweisen, der die Worte uni. Weisen >;t verwirklichte: ’T1*? kreist Tio;nn 7vu, der unablässig lernte und lehrte, der von Jugend an in öffentlicher und privater Thätigkeit seine bedeutende Thorakcnntniß bewährte, der seine ganze Kraft einsetzte und es als Lebensaufgabe betrachtete: Tun1? nTiKH/i m*in! — Wie wehmüthig ergreift es uns, den Mund auf immer verstummt zu sehen, der erfüllt war von begeisterten und belehrenden Worten, beu letzten Athemzug einer Bnist zu hören, welche stets von edlen jüdischen Gefühlen bewegt wurde, und iu der ein treues Herz schlug für Arme und Gebeugte! Er war mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele 'tut und wenn er jüngst am dv D'TDrn ansrief: ny nnn'i v\vi nun "prr utk trenn hk “*? g'W.k, so hat er dies Gelöbnis; getreulich erfüllt. Möge sein Beispiel Vielen zum Vorbild dienen und möge sein mrr seiner schwergeprüften Frau und seinen Kindern zur Seite stehen! . . . Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest, 24. Oktober. Der Ministerpräsident replizirte nach Schluß der Adreßdebatte in flauunenden Worten auf die Angriffe der Antisemiten. Er sagte: „Vor allem einige Worte über den Antisemitismus, nachdem auch der letzte Redner in der Debatte bemüht war, vom Gesichtspunkt des Antisemitismus das moralische Gefühl und den Liberalismus seiner Partei zu entwickeln. Ohne mich in Details einzulaffen, will ich bemerken, daß nur jene Politik eine moralische Basis haben kann, welche nicht zu einer solchen Ew'seqnenz gelangt, welche gestern einer der Herren Redner aus den von ihm angeführten statistischen Daten abgeleitet hat, nämlich, weil iu der einen oder anderen Rasse die Neigung zu gewissen Lastern iu größerem Maße vorhanden ist, diese Nasse verfolgt werden müsse, sondern zu der Konsequenz, daß man Niemanden fragen dürfe, welcher Konfession, welcher Nasse er angehört, sondern das Verbrechen verfolgen müsse, gleichniäßig verfolgen müsse, gleichmäßig bei Jedermann, (Onody, dazwischen rufend: Das dogmatisirte Verbrechen! Ausrufe rechts: Zur Ordnung! Hört!) Ministerpräsident (fortfahrend): Was das Dogmatisircn betrifft, will ich bemerken, daß, wenn die Thatsache, das; die Herren auf der Basis des mittelalterlichen Obskurantismus stehen, sich in irgend etwas deutlich ausdrückt, so ist cs gerade darin, das; sie dogmatische Lehrsätze in die Berathungen einer politischen Körperschaft einbeziehcn wollen. Ich kann . nicht umhin, jenes taktvolle Vorgehen anzuerkennen, welches die.viettcicht in alle;; Parteien dieses Hauses befindlichen Abgeordneten israelitischer Religion — oder — wenn es beliebt — jüdischer — denn sie schämen sich dieses Namens nicht — (Ausrufe auf der äußersten Linken: „Doch, sie schämen sich dessen!" Wahrmann: „Gewiß, wir schämen uns dessen nicht!)" Ministerpräsident: Wie gesagt wir müssen dem taktvollen Vorgehen Anerkennung zollen, welches diese. Herren an den Tag legten, indem sie selbst durch solche Provokationen sich nicht aus ihrer Ruhe bringen ließen und so dieser nicht hierher gehörigen Debatte keine neue Nahrung boten. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Ich will nicht davon sprechen, wie katholische Schriftsteller über die Protestanten schreiben; aber lese;; Sie einmal nach, was ein wahrhaft großer Mann in Schottland, John Knox, nicht nur von den Katholiken, sondern auch von den Anglikanern sagte, und lesen Sie einmal nach, mit welchen Waffen, in welchen Ausdrücken Lutheraner mtb Reform irtc gegen einander gekämpft hatten, und sehen

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