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Der Israelit · 1884-10-23 · Heft 84 (23.10.1884) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 84 (23.10.1884)
Date
1884-10-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1384 welcher Classe er auch augchören möge, und welche keinen gefährlicheren Feind hat, als die in der Maske der Freiheit einherschreitende Zügellosigkeit, welche nicht belebt und befruchtet, sondern zerstört, und vernichtet. Die wahre Freiheit zn jeder Zeit und in Allem zu vertheidigen, gleichzeitig aber die Gefahr der Entartung von ihr fernezuhalten, das ist ein Streben, bei welchem die Negierung Eurer Majestät uns stets an Ihrer Majestät Seite finden wird. ' Wenn wir sie aber auch mit der vollen Kraft unserer vollen Ueberzeugung unterstützen werden im Fernhalten solcher Unzufriedenheit, welche durch unberechtigte und schädliche Agitationen künstlich hervorgerufen wird, erwarten wir andererseits von ihr, daß siedort, wo wirkliche Uebclstände vorhanden sind, — so weit dies ihre Wirkungssphäre fällt — die Beseitigung dieser Uebclstände oder wenigstens, die menschenmögliche Linderung derselben als ihre Pflicht betrachten wird. Englan d.. London. Wenn man einerseits über das große Elend der armen Bevölkerung in den Großstädten Englands, namentlich Londons, von welchem von Zeit zu Zeit die Zeitungen berichten , tiefstes Mitleid empfindet, so muß man andererseits sich fragen, ob das noch vernunftbegabte Menschen sind, die, angesichts dieses Elendes, alljährlich die große Summe aufbringen, welche die englische Missionsgesellschaft benöthigt, um einige verkommene Juden zu ihrcui Glauben zn bekehren. Das normale jährliche Einkommen dieser Gesellschaft beträgt nämlich 36,000 L. (720,000 M.) und dabei hatte sie in diesem Jahre ein Deficit von 3601 L. Wie viele Thränen könnten mit dieser Summe gestillt und wie viele arme Kinder christlicher Confession könnten damit zu einem menschenwürdigen Dasein erzogen werden! Norrvich. Die hiesigen Israeliten wurden am verflossenen Versöhnungstage in ihrer Andacht in der Synagoge durch das freche Eindringen eines Missionärs, der bei seiner nächsten Umgebmig allerlei Bekehruugsversuche machte, gestört. Mehrere, nur von Christen redigirte politische Zeitungen haben über diese Frechheit unumwunden ihre Empörung ansgedrückt. Indem sie die Gedilld der Israeliten bewundern, sprechen sie es offen aus, daß die Israeliten mehr als berechtigt gewesen wären, . .wenn sie von ihrem Hausrecht Gebrauch.'gemacht und den Missionär hinausgeworfen hätten., , 3tw fr l a « bi ' Warschau. In dem Lazienkipalast, kn welchem das Kaiserpaar während seines hiesigen Aufenthaltes residirte, befindet sich ein Saal, dev ^Tempel Salomons" genannt wird, weil er mrr mit Gemälden geziert ist, die Ereignisse aus Salomos Negierungszeit darstellen, so das bekannte Nrtheil des Königs, die Einweihung des Tempels,' den Besuch der Königin Sabah und den Traum Salomos. Dabei brauchte der Maler Baccarelli seine Phantasie, wie er die einzelnen Persönlichkeiten zeichnen solle, nicht anzustrengen; denn der damalige polnische König Stanislaus Augustns und die polnischen Fürsten und Edelleute seines Hofes saßen dem Maler zn diesem Zwecke. P a l ä st i n a. . -, Jerusalem. Die von mehreren jüd. Zeitungen und auch von Ihnen gebrachte Nachricht, wonach die türkische Regierung die Niederlassung rumänischer und russischer Israeliten in Palästina erlaubt habe, wenn diese das türkische Bürgerrecht erworben haben, hat sich nicht bestätigt. Bor wie nach wird den Emigranten aus jenen Ländern das Landen in Jaffa verwehrt und fremden Juden der Aufenthalt im h. Lande ausnahmsweise nur höchstens 1 Monat lang gestattet. Glicht genug kann ich daher unsere Glaubensgenossen in Rußland und Rumänien vor einer Abreise nach Palästina warnen; denn nicht nur wäre eine solche Reise zwecklos, sondern es würden auch die Betreffenden ihr geringes Hab und Gut opfern, ohne ihr Ziel zu erreichen. Wenn die Verhältnisse sich zum Bessern ändern sollten, werde ich nicht verfehlen. Ihnen hievon Mittheilung zu machen. , Afrika.. '; i" Maroeco. Bevor der Sultan' die ‘ Stadt Mequinez verlassen, wo er bisher residirte, gab er den Befehl, eine^Zählung der jüdischen Bevölkerung vorzunehmen. Man befürchtet allgemein, daß diese Ordre nichts Gutes für die Juden bedeutet, besonders deßhalb, weil diese beabsichttgte Zählung sich nicht auch auf den übrigen Theil. der Bevölkerung erstreckt. F eir i l let o it. ur , «>:v j Verschollen und | Ludwig befand sich auf dem Wege-der Genesung. Das Fieber hatte nachgelassen, und der:

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