Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 82 (16.10.1884)
- Date
- 1884-10-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1351 schriftliche Instandhaltung der rvrnn "-.Co, rcnc n. f. w. sorgte, so fand mau ihn gleich darauf in seinem Hanse über seine Folianten, und mcift wurde es Mittag, ehe er an die Befriedigung der eigenen körperlichen Bedurfilipc dachte. Jeden Abend nach dem Mincha-Gebcte versammelten sich erwachsene junge Leute um' ihn, die unter seiner Leitung nrn -pcON rrioa lernten, und eine Stunde später gings zum cn-cn n'2, wo er itth war, und nicht Wind und Wetter vermochten ihn von diesem Gange zimukzuhalten. War er gegen 11 Uhr nachts nach Hause zurückgekchrt, so verzehrte er erst sein Mittagsmahl und Mitternacht war längst vorüber, wenn er seine Lagerstatt anfsuchte. Und welches Jntereffe brachte er der unerwachscnen Jugend und der Schule entgegen? Er verweilte oft und gerne in der Klaffe und konnte stundenlang dem Unterrichte anwohnen, er selbst hat alle für die niLv 72 vorbereitet und viele der.kleinen allsabbatlich in seinem Hause versammelt, um sie in n"N "ün -,"rn zu unterrichten. Wir dürfen darum wohl behaupten, daß, wo sich noch religiöses Wissen in unserer Gemeinde vorfindet, dies sicherlich seinen täglichen und abendlichen Vorttägen entstammt. So hat er sich mit mm -.rc geschmückt, aber auch die n:'nr irc sich redlich verdient; denn er hat seit Mcnschengedcnkcn im oyo cnpe, das er mit einem großen Kostcnaufwande prachtvoll ausschmücken - ließ, in selbstloser Hingebung, mit Jnnbrunst und Herzinnigkeit den Dienst als als mip und ypin verrichtet. Schon als ganz junger Mann wurde er 7mo und seine Thätigkeit erstreckte sich hierbei bis weit über die Grenzen der Heimath hinaus, und nicht selten kam dabei sein Leben in die Gefahr; denn damals gabs in unserer Gegend weder gebahnte noch bequeme Fahrgelegenheit. Er miethete immer auf Reisen besonderes Fuhrwerk, um sich namentlich in men und v;: keinem Zwange hiugcbeu zu müssen. Niemals aber hat er sich die Kosten vom rv*72 7y2 ersetzen lassen, ja, er hat nicht selten die rmyp mso aus eigenen NUtteln bestritten und noch ein Uebriges gethan. Als er sich in späteren Jahren nicht mehr so recht auf seinen Gesichtssinn verlassen konnte, übernahm sein zweiter würdiger Sohn diese Funktion. In allen diesen Angelegenheiten stand ihm seine gottesfiirchtige, edle Gattin n?"2 mo hilfreich zur Seite, sie hat ihn in Liebe bis an ihr Ende gehegt , und gepflegt und die MLv "Tir-o besorgt. Auf sie paßt so recht die Stelle in M272 7'" rp die da beginnt prt "802 onr:. Wie bereitwillig öffnete sich jedem Hungrigen das Haus des Gatten, ja, es war ihnen nicht recht, wenn am Sabbat der rn'.rr bei Tische fehlte. Seit dem vor etwa 1Jahren erfolgten Tode der Gattin, schien auch das Lebenslicht des Gatten getrübt; er konnte den Verlust nie so recht verschmerzen, und so schwanden seine Kräfte immer mehr' und mehr. Ten o'ü hat er noch unter Fasten und Lernen verbracht und am Abend mit einer solchen Kraft und Innigkeit vorgebetet, daß sein so jähes Ende nicht voransznsehcn war. Freitag Mittag wohnte er zum letzten Male dem Gottesdienste in der Synagoge bei, während er zu n?2p N22' im eigenen Hause das Gebet mit Minjan verrichtete. Am Sabbatmorgen ging er noch in das Zimmer, in welchem sich wie 'allsabbatlich seine Schüler zum Lernen versammelt hatten, und mit der Erklärung des Gotteswortes ans den Lippen — sank er um; ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht, nc7öö ndt;i poc vo. So hatte das Lehren und Lernen nicht anfgchört aus feinem Munde, wnn 7z? rp2*.o 707D7; denn in der Mitte seiner Schüler ist er np'2'22 eingcschlummert "n7 «2n o7ij;n. Bei der Beerdigung zeigte cs sich, daß er auch 270 DO 7H2 sein eigen itcmtcii durfte; denn Zil dieser war die ganze jüdische Gemeinde vollzählig erschienen, und' fast alle Gemeinden Ostfrieslands hatten Vertretungen gesandt; auch sah mau hohe und höchste Behörden, Geistliche, Militärs, Bürger- Vorsteher und die angesehensten Bürger der Stadt. Der Landrabbiuer, Herr Dr. Buchholz aus Emden, sprach mit gewohnter Meisterschaft am Grabe Worte der Trauer und des Trostes und ergriff die Herzen seiner Zuhörer durch seine schwungvoll durchdachte Rede. So steht nun die schwergeprüfte Familie und die hartgctroffene Gemeinde trauernd und vereinsamt da,' fragend tu -mr '0 7« pc-2 770p' '0 Wer wird wohl die Kluft ansfüllen können? — Doch cs kann uns in unserer Trauer zum Tröste gereichen, das; die beiden Söhne des Verstorbenen bestrebt sind, ganz in die Fußtapfen des Vaters zu treten, daß auch ihre Herzen warm und innig für die Interessen des JudenthumS schlagen. So lange aber die Auricher Gemeinde besteht, wird sie mit Verehrung und Dankbarkeit ihres Wohlthäters gedenken und nicht aufhören, die Erinnerung an ihn wach und rege zu erhalten für alle Zeiten. O e st e r r. - U n g a r. Ni o n a r ch i e. Krakau, 10. Oct. Nach dem NesumL des Vorsitzenden zogen sich die Geschrvorenen zur Be-