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Der Israelit · 1884-10-13 · Heft 81 (13.10.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 81 (13.10.1884)
Date
1884-10-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1840 Franziska Mnich mit einer Hacke zwei Hiebe versetzt habe, einen ans den Kops, den zweiten ins Gesicht, das; Beile Ritter dann ein Leintuch ans die Mnich geworfen, daß hieraus Ritter den Hals der Vctztgenanmen dnrchnincn habe und daß er (Stochlinsli) nach der Ermordung der Mnich hinter seinem Hanse sich versteckte und von hier aus sah, daß Ritter und seine Pachter die Reiche der Mnich in die Schlucht trugen. Ctochlinski fügte hinzu, daß er nicht anwesend war, als die Juden den Kops der Mnich vern>lßa!tet und ihr de» Bauch ausgeschnitten haben, und daß er nicht weiß, ob ihr die Zöpfe abgejchnittcn worden sind nnd wo, die aus dem reibe geschnittene Frucht hingelhait wurde. Die Anllage erzählt hieraus, daß Ltochlinti sein zu wiederholleninalcn abgelegtes Gcständriiß sowohl in Rzeszow als auch im Kratauer Strafgerichte vollständig hartnäckig widcrrusen hat. Stochlinsli behauptet, daß ihn die Gendarmen während seiner Arrelirung geschlagen.und gemartert hätte«», damit er so aus sagen soll, wie sie »volltcn; sie fesselten ihm angeblich Hände nnd Füße und traten ihm aus den Rücken. Ter Poßensührer der Gendarmen habe ihn schwören lassen, daß er im Berichte dasselbe ausjagen werde, Er habe dies gethan, weil der Richter ihm gedroht habe nnd weil er fürchtete, den Gendarmen, die hinter der Thur standen, wieder ausgeliesert zu werden. In Betress des Geldes, das man bei ihm nach dem verschwinden der Franziska Mtlich gesehen und das zufolge der Anklage von den seitens Ritter dem Stochlinsli als Entlohnung für dessen Mithilfe bei dem Morde gegebenen 50 sl. herrührtc, sagte letzterer, daß er an Ritter ein Grundstück um 240 sl. verkauft habe, die er verausgabte und voit welchem Betrage ihm nur noch 25 sl. znrückblicben, die man bei ihm gesehen hat. Die Anklage behauptet, daß dieser Widerruf falsch sei und das jrühere Geständnis; des Stochlinsli vollkommen der Wahrheit entspreche. Bor allem sei cs nicht wahr, daß die Gendarmen ihn geschlagen und ans diese Weise zum ("esländiiis; gczwuitgeu haben. Rach den Zeugenaussagen hat Stochlinsli. gleich nachdem er vor Gericht das Berbrechen eingestande», dies bereut und sich im Gcsängniß mit einem Häftling berathen, wie er sich aus dieser Cache wieder herauswinden könnte. Zu dem Zwecke behauptete er dann, daß er an jenem Sonntage, an welchem die Franziska Mnich verschwunden ist, aus einem Jahrmärkte in Rymanow war, was die Anklage als unwahr darßellt. ferner hat Stochlinsli, als er krank im Inquisiten Spital lag, vor den Mithäftlingen Konstant»)» Bielecki, Jan Wrobel und Maser fertig das Vor Gericht abgelegte Geständnis; seiner Thcilnahme au der Er»nordnng der Franzista Mnich wiederholt. Als ihm dies im Gerichte vorgchalten wurde, antwortete Stochlinti, daß feildeit» er im Gesänßnisse am Tvphns krank war. sein Berstand und sein (Gedächtnis; sehr gelitten, und daß er sich gar nicht erinnern könne, ob er vor den erwähnten Mitverhafteten etwas gesagt habe. Da Stochlinsti sein (Geständnis; srciwiltig gemacht hat, verdient er, wie die Anklage anSsührt, umsomehr vollen Glariben, als er mit der Familie Ritter stets in Freundschaft lebte irnd gar keinen ("rund hatte, dieselbe eines solchen schtveren Verbrechens zu beschuldigen, und als auch die Aussagen des Stochlinsli über die Art, wie der Mord der Franziska Mnich vollzogen wurde, mit. dem Gutachten der Krakauer medicinischen Facullät über die Ursache-des Todes der Franziska Mnich vollkommen übereinstimmt. Dieses Gutachten der hiesigen medicinischen Facultät folgert auS dem ("rade der Fäulnis; der Reiche der Mnich, daß tzetztere drei Monate vor deren Anssindung getödlct wurde, und läßt die Möglichkeit zu, daß die Mnich anderswo gelobtet nnd dann in die Schlucht gebracht wurde. Ferner behauptet das Gutachten, daß die mikroskopisch untersuchten Zöpfe hart an der Kopfhaut, mitunter sainnit derselben, und zwar nicht mit einer Scheere, sondern mit einem Messer abgeschnillen wurden. Die Utnerjuchnng hat ergeben, das; die Franziska Mnich im fünfte» Monate der Schwangerschaft sich befand. Der Fötus, den man nicht gesunden, wurde nach dem Tode der Franziska Mnich durch eine dritte Person entfernt. Durch die hochgradige Fäulniß der Reiche nnd das „nicht gründliche" Proiocoll der Sectio» kann man zwar die Ursache des Todes nicht mit Bestimmtheit angebe», doch die „Wahrscheinlichkeit" spricht dafür, daß die Franziska Mnich ihre» Tod durch das Durchschneiden des Halses gefunden habe. Die gcsundenc» Messer waren zum Durchschneiden des Halses t»nd die gefundene Hacke zum Zerschmettern des Kiefers geeignet. Das Haar wurde ihr vom .Kopfe gewattsamerweise abgcjchnitlen. Das Durchschneiden des Halses erfolgte wahrscheinlich mit einem scharfen Werkzeuge und konnte auch von Einer Person bewirkt werden, wenn die Franziska Mnich in machtlosem Zustande sich befand. Die Fakultät hat weder in dem Befunde der Gcrichtsärzte, noch in dem Ergebnisse der gerichtlichen Untersuchung irgend ein Moment gefunden, das mit dem'ersten Geständnisse des Marcclin Ctochlinski bezüglich der Art und Weife der Ermordung der Franziska Mnich im 'Widerspruche stände. Die Verlesung der Anklage nahm den ganzen Vormittag in Anspruch. (Fortsetzung folgt!). ZeiLuugsnachrichteu und Correspondenze». O e st e r r. - Unga r. Monarch r e. Budapest, 2v. Sept. Die in der Kerepeferstraße 9fr. 14 wohnhafte Hausbesorgerin Anna Bram ging gestern Nachmittag mit ihrem Neffen, dem kaum fünfjährigen Geza Liprsay zur Frau Ladislaus Namek auf Besuch, welche Hausbesitzerin im Hause Nr. 8 der Haufgaffe ist. Die beiden Frauen plauderten mit einander etwa eine halbe Stunde und dann entfernte sich die Bram mit ihrem kleinen Neffen. Frau Namek begleitete sie bis znm HauSthore, wo nenerdings diskurirt wurde. Man sprach unter Anderem von den bevorstehenden israelitischen Feiertagen, sowie auch davon, daß die Inden am „langen" Tag (5hristenblnt benöthigen u. f. w. Während des Gesprächs war der kleine Knabe am Thore henungesprungeu. Als sich die Bram endlich von ihrer Freundin empfahl, um nach Hanse zn gehen, machte sie die Wahrnehmung, daß ihr Geza verschwunden ist. Ten Kopf noch erfüllt von dem (5hristenbkntthema, glaubte sie nichts Anderes, als daß das Kind von den Juden gestohlen worden sei, damit sie es schlachten, und das gewonnene Blut für ihre rituellen Zwecke sammeln. Neben der Hausmeisterin Namek wohnt der orthodox-jüdische Hadernhändler Heinrich Holländer mit seiner Gattin. Diesen beschuldigte nun die über das Verschwinden ihres Neffen nngemein akkfgeregte Bram, daß er das Kind gestohlen haben müsse. Ihr Geschrei hatte eine große Menschenansammlung zur Folge. Mit Schändern hörten

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