Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1884)
- Date
- 1884-10-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1336 mittheileu zu muffen. Am ersten Tage gerade iit der Stunde, in welcher das erhebende Gebet *ipn n:nn vorgetragen wurde, vielleicht in dem Momente, wo die Worte mo' '121 ii-n' 'd unseren Lippen entströmten, traf uns die schmerzliche Kunde, das; Herr Aaron Horch 7"t seine fromme Seele ausgchaucht. Wenn wir auch durch längeres Leiden des nun Verblichenen auf diesen schmerzlichen Verlust vorbreitet waren, so bewirkte diese Trauerkunde doch unter allen im Gotteshause Versammelten eine tiefe, schmerzliche Erschütterung. Und warum sollte es nicht so sein Lassen sich doch auf den Seligen mit vollem Rechte die Worte anwendcn, die unser Gottesbuch bei dem Tode des Hohenpriesters Aaron uns beberichtet: pnN yu '2 myn im Die ganze Gemeinde empfand es, daß Aaron verschieden war! War er es ja, der als echter glaubensstarker in allen religiösen Angelegenheiten, in der Aufrechthaltnng des regelmäßigen Gottesdienstes sowohl, wie . auch bei allen übrigen religiösen Handlungen mit Wort und That eine hervorragende Theilnahme bethätigte! Ganz besonders hervorznheben ist seine langjährige segensreiche Wirksamkeit als 'nzj der cj'ion nv?wi Q'm^pi m:n. Wo Krankheit und Tod ihren traurigen Einzug hielten, ob im Hause des Neichen oder in der Hütte der Armuth, da war unser Aaron Hr.rch der Erste, der mit Wort und That zur Hand war, um Trost oder Hülfe zu spenden; er war es, der durch sein Beispiel die jüngeren Mitglieder dieses Wohlthätigkeitsvereins zu jenen Liebeshandlungen begeisterte, welche unsere Weisen mit den schönen Wörter: nvtt ion bezeichnen. Ganz besonders auf diesen Wirkungskreis werden obige Worte: pn« M '2 myn sich auf den Verblichenen anwenden lassen. Und wie in dem engeren Kreise seiner Glaubensgenossen, so wußte er auch in allen Kreisen chr. Mitbrüder sich durch sein rechtliches und menschenfreundliches Wirken Liebe und Achtung zn erwerben. Seiner langjährigen Thätigkeit als Großhcrzogl. Pfandhaustaxator und seiner mit rühmender Anerkennung erfolgten Pensionkrung haben - wir schon erwähnt. — Die allgemeine Liebe und Achtung, deren sich der Verblichene erfreute, zeigte sich auch bei seinem Leichenbegängnisse. Ein sehr großer Leichenzug aus allen Klassen der hiesigen Bevölkerung- und viele auswärtigen Freunde geleitete die irdische Hülle des Dahingeschiedenen zu seiner lebten Ruhestätte. Hier gab Herr Rabbiner Dr. Stein in tiefgefühlten erhebenden Worten den Verdiensten des Verblichenen gebührenden Ausdruck. Mögen seine tiesbetrübten Gattür und Kinder, die mit inniger Liebe an ihm gehangen, himmlischen Trost finden in dem Bewußtsein, daß sie Alles, was menschliche Kraft vermochte, aufgeboten, um das theure Leben zu erhalten, und daß sein Andenken, wie bei ihnen, so bei Allen, die ihn kannte», ein gesegnetes bleiben wird, nach dem Ausspruche unserer 'Weisen!riri2) p'ijr irt Das Andenken des Frommen bleibt zum Segen! E n g l a n d. - - London. Vorige Woche fand unter den üblichen Ceremouicn die Einführung des George Fände Phillips als Sheriff von London und Middlesex statt. Ans die erste Amtshandlung, bei der Wahl eines Lord Mayors zu präsidiren, hat Herr Phillips resignirt, weil dieselbe am 29. September, also am Versöhnungstage, stattgefnnden. Ebenso wohnte der abgehende Sheriff, Oberst Lieutenant Eowar aus gleichem Grunde dieser letzten Sitzung nicht bei. Rußland. Petersburg. „Swiet" meldet, in der Judenkommission sei jüngst die Uebertragung der bisher den Rabbiner obliegenden Führung der jüdischen Standesregister an die Polizeiorgane beantragt, mit der Einschränkung, daß die Polizei keineswegs die religiöse Seite der Sache berühre. Amerik a. Nsw-Aork. "Rach der „Ncw-Aork Tribüne" hat die Negierung der Vereinigten Staaten unser» Glaubensgenossen, Herrn Jesse Seligmann, als Finanzminister vorgeschlagen. F e rr r l l e t 0 n. Zerschossen und vergessen. IX. ..; ■ Welch ein Stoff für die Klatschschwestern von M. und nicht nur für die weiblichen. Die wunderbare Rückkehr des vom Tode erstandenen Ludwig Bär allein hätte schon genügt, für vierzehn Tage die UnterhalLitng in den verschiedensten Kreisen der Stadt lebhaft zu gestalten, und nun gar erst die merkwürdigen Scenen am Abend seiner Heimkehr! Wie ein Lauffeuer durchflog die Kunde davon die ganze Stadt. Waren doch Zeugen genug dabei gewesen. Noch an demselben Abend saß eine Gesellschaft in einem Kaffechause beisammen unddiscutirte lebhaft die von einem Augenzeugen berichteten Ereignisse. Alle waren sie einig kn der Ber-