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Der Israelit · 1884-10-02 · Heft 79-80 (2.10.1884) · page 36

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 79-80 (2.10.1884)
Date
1884-10-02
Page
– (sequence 36)
Language
German
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sich in Höhlen oder in den Schatten der Felsen. Der Lauer verlässt schleunigst das Feld, sucht seine Wohnung auf und versehliesst Thur und Fenster sorgfältig; der Wanderer sucht sich zu schützen me er nur kann. Dieser Wind weht jedoch nicht lange. Wenn er auch einmal an zwei oder drei auf einander folgenden Tagen weht, so wird die Luft nach Mittag durch den Nordwind abgekühlt. Es ist jedoch auch schon vorgekommen, dass er zwanzig Tage lang und mehr wehte. Im Winter ist er stärker als im Sommer, dafür allerdings auch nicht so heiss. Der Nordostwind fuhrt empfindliche Kälte herbei und bringt obdachlose Menschen oft zum Erstarren. Wind-Tabelle für Palästina. Zahl der Tage, an denen der betreffende Wind weht: Monate: Nord- Wind. Nord- Ost- Wind. Ost- - Wind. Snd-Ost- Wind. Süd- Wind. Süd- West- Wind. West- Wind. Nord- West- Wind. nun 5,62 2,81 2,40 1,80 ' 0,75 1,90 3,dd 11,12 pun-D 3,56 4,90 5,59 2,37 0,71 3,40 3,10 7,20 1^22 1,37 4,18 6,03 2,51 1,30 5,24 3,99 5,37 roa 1,25 4,15 5,37 2,56 1,77 6,15 4,37 5,34 EDU 1,18 3,85 .5,21 2,18 1,57 5,96 4,55 5,59 -ns 1,18 2,50 4,02 3,34 1,34 5,99 5,12 6,09 1,84 1,87 3,81 4,56 1,31 5,37 5,21 6,49 3,30 2,34 3,75 4,46 1,02 3,34 4,15 9.40 . sl'O 4,21 2,52 2,31 , 2,87 0,59 2,50 3,93 11,53 7!vn 3,25 1,34 0,90 0,99 0,40 2,43 5,24 15,49 2X 3,40 1,09 0,34 0,43 0,41 2,24 6,24 16,70 b'bs 5,21 1,62 0,77 0,59 0,65 1,90 5,43 14,28 Jährlich: 35,37 33,17 40,20 28,66 11,82 46,22 54,96 113,60 Jf Bi 8» ® 0 o " <v h» t3* y O <J> PL, * „ ® GQ P O H p er p <v ®, erc © ST »tj ~ ® P M P t—■ o p. tr CT- O P Cf ° M Pi i» tsa $ f3 IV> n e> P * i i p. ® -x p fa. N ® s® tr M ® f| o p g Cr ® 2. s> ® Cj g* ® O“ P Cf Pi ® CD H-j s s 3 111. Der Thau. * Im Winter, an regenlosen Tagen, bildet sich der Thaii durch die in der Luft und dem Boden vorhandene Feuchtigkeit. Im Sommer jedoch, wenn die Luft trocken ist, wird der Thau durch den Westwind in reicher Menge herb eigeführt. Es bilden sich nämlich alsdann nach Sonnenuntergang am westlichen Horizonte leichte Wolken, die allmählich sich ausbreiten und in einer nur geringen Höhe über der Erde dahin schweben. Nach Mitternacht senken und verdichten sie sich immer mehr und lassen sich als Nebel zur Erde nieder, den Boden reichlich mit Thau befeuchtend. Am stärksten ist der Thau im Frühjahre und in den Monaten Tis ehri und Marches chwan; doch auch in den Sommernächten befeuchtet der Thau die durstigen Pflanzen und den ausgetrockneten Boden. Bei Tagesanbruch ist alles in Nebel gehüllt, der in dem Maasse, als sich die Sonne am Horizonte erhebt, aufsteigt und sich verflüchtigt, so dass die Bläue des Himmels sichtbar wird und nur noch einige Wölkchen zu sehen sind. Drei Stunden nach Sonnenaufgang sind auch diese gänzlich verschwunden und der Himmel bleibt Tags über in ununterbrochener Bläue. Darum werden Thau und Wolken durch den Propheten Hosea (6,4.) bildlich gebraucht, indem er Ephraim und Juda zuruft: „Euere Frömmigkeit ist wie die Wolke am Morgen und 'wie der Thau, der früh vergeht.“ Der Thau befrachtet den in dieser Jahreszeit ausserordentlich durstigen Boden und wird Menschen, Thieren und Pflanzen zur Labung. Darum wurde der Thau von den Juden stets als Segen betrachtet.

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