Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 79-80 (2.10.1884)
- Date
- 1884-10-02
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 6 — (siehe^Je r e m i j a h XTTT, ]24. und H'osea Xlllt 15.) ist stark und heftig (Jj ob XXVII, 21. Psalmen XL VIII, 8.) Durch ihn welken die Pflanzen und vertrocknen die Wasser (Jecheskel XVH, 10. Hosea XTTT, 15.) Der;Nordwind ist kalt (Siraoh 43,20.) Der Westwind ist feucht und bringt Regen (Könige I, 18,44.) Der Südwind ist warm. Im Sommer herrschen die Nord- und Westwinde vor, wodurch die warme und trockene Luft ein wenig abgekühlt und mit Wasserdünsten angefeuchtet wird. Im Winter ist der Nordwind scharf und kalt, der Nordost ist ausserdem noch trocken; der Nordwest bringt Hdne, lieblich aussehende Wölkchen. Es kommt jedoch vor, dass der Nordwind auch im Sommer mit grosser Heftigkeit weht und bei den Bewohnern des Küstenstriches Schmerzen im Halse, Fieber und Diarrhöe hervorruft. (Die Araber nennen diesen Wind, weil, wenn er weht, der Himmel wolkenlos ist, (d. h. Himmelswind). In 16 Jahren wehte der Nordwind (Nordost und Nord west hinzugerechnet) jährlich 182 Tage im Durchschnitt. Wenn im Sommer diese Winde nachlassen, so nimmt die Hitze sehr zu; das Barometer steigt und die Hitze wäre unerträglich, wenn nicht regelmässig nach Mittag der Westwind wehte. In Jaffa und an der ganzen Küste weht dieser Wind nach Sonnenaufgang etwa drei Stunden lang, während er nach Jerusalem und den höher liegenden Punkten erst Nachmittags gelangt und bis gegen Abend weht. Er setzt dann einige Zeit aus und weht hierauf wieder frisch die Nacht hindurch, Feuchtigkeit und Kühle verbreitend; sein Nutzen im Sommer ist unermesslich. Auch hierin ist das Klima der Küste von dem des Binnenlandes verschieden, denn da der Westwind, welcher an der Küste jeden Vormittag weht, erst Nachmittags oder gar nicht in dem höher liegenden Theil des Landes kommt, so herrscht in Jerusalem oft eine erdrückende Hitze, während in J aff a eine ganz angenehme Temperatur anzutreffen ist. Aber wenn selbst der Westwind bia zu den Bergen kommt, so hat er doch unterwegs viel Feuchtigkeit verloren und darum merken die Gebirgsbewohner die Frische dieses Windes erst, nachdem er schon 2—3 Stunden geweht hat. Oftmals trifft der Westwind mit dem starken trockenen Ostwinde zusammen; es entsteht dann ein gewaltiges Ringen. Der leichtere Westwind wird dann nach oben gedrängt und treibt Wölkchen ostwärts, während in den unteren Luftschichten eine westliche Strömung eintritf; oftmals vermischen sich die beiden Luftströmungen, manchmal auch entsteht ein Sturm, der starke Staubwolken aufjagt, bis schliesslich der Westwind immer die Oberhand behält. Dieser Wind weht jährlich 55 Tage durchschnittlich, am meisten im Ab und Ellul. Der Ostwind weht vom Spätherbste an, während des Winters, bis zum Frühjahre; im Sommer lässt er sich selten verspüren; im Ganzen weht er etwa an hundert Tagen des Jahres. Wenn er im Winter weht, klärt sich der Himmel vollständig von Wolken und zeigt sich im schönsten Blau; Mensch und Thier erfreut sich dann mit der angenehmen Wärme und dem heiteren Wetter. Weht der Ostwind aber im Sommer, so wird er allem Lebendigen zur Qual durch die Hitze und die Trockenheit, die er im Gefolge hat. Besonders ist es der Südostwind, der die. grossen Hitzen mit sich bringt; das Thermometer steigt alsdann auf 90 Grad Fahrenheit, die Luft “ ist trocken. Weht dieser Südost gar mit Heftigkeit, so wird die Haut des Menschen ganz trocken» man empfindet Schmerzen in der Kehle und am Kopfe. Man hat das Gefühl, als ob die Schlafen durch eine feste Schnur zusammengezogen wurden. Man empfindet Uebelkeit und glaubt an Händen .und Füssen mit Ausschlag behaftet zu sein; auch ist man von fortwährendem Durste, und Fieber gequält und zu keinerlei Arbeit angelegt. Die Holzgeräfcke trocknen aus und bekommen Sprünge, Tische und Stühle gehen aus . den Fugen, die Deckel der Bücher krümmen und verziehen sich, die Pflanzen verdorren. Dieser Wind ist von keiner grossen Stärke, doch treibt er manchmal Staubwolken vor sich her, die Luft ist alsdann so erhitzt, wie diejenige in der- Nähe einer Ziegelbrennerei, und der Sand, der herum wirbelt, verursacht Schmerzen. Trifft dieser Wind mit dem Westwinde zusammen oder mit dem Nordwinde, so wird er zum starken Orkan» der. Bäume zersplittert und beladene Esel und Kameele zu Boden wirft Dieser Südostwind ist der stärkste aller Winde in diesem Lande (Vergl. 31b.) Dia Thiere suchen sich zu verbergen, die Vögel verstecken sich in dichtes Gebüsch, die Heerden retten