Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 79-80 (2.10.1884)
- Date
- 1884-10-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1308 Jassy. Am 8. Sept. a. St. wird hier eine nationale Industrie-Ausstellung eröffnet werden, von der Aussteller jüdischer Confession ausgeschloffen sind. Der Eröffnungsterinin mußte einmal bereits hinausgeschoben werden, da es fast gänzlich an Ausstellern mangelte. Dieselbe wird sehr spärlich beschickt sein, aber — es ist doch Gelegenheit geboten, eine antisemitische Demonstration zu veranstalten, und das genügt dein Ausstellungs-Comite- Im vorigen Jahre wurde hier ebenfalls eine cooperative Ausstellung veranstaltet, zu der aber Juden noch Zutritt hatten. Den Haupt-Anziehungspunkt der Exposition bildete eine eiserne Kasse, von einem hiesigen jüdischen Schlosser ausgestellt. Selbe hatte eine sehr sinnreiche Konstruktion, die das Oeffnen der Kasse Uneingeweihten zur Unmöglichkeit machte. Auch die Erzeugnisse des Zündhölzchen-Fabrikanten S. Goldenthal, der die einzige Zündhölzchen-Fabrik im Laude besitzt, und die Produkte der Typo-Lithographie H. Göldner hatten schöne Erfolge aufzuweisen, und wurden prämiirt. — Mit diesem Jahre habeir sich aber die Dinge, wie gesagt, geändert. Die Antiquitätenhändler Gebrüder Schräger, denen das Museum in Bucarest und auch das hiesige die schönsten Sammlungen und seltensten Antiquitäten verdanken, iinb die bereits zweimal dekorirt wurden, wurden diesmal, trotzdem das Comite von ihnen die Bezahlung für einen Theil des Ausstellungsraumes angenommen hatte, znrnckgewiesen, blos weil sie Juden sind.. / Bemerkenswcrth ist, daß die meisten der Aussteller Franzosen und Deutschen sind, denn die Rllmäncn sind viel zu — unbeholfen dazu, um ein industrielles Etablissement leiten zu können. Den besten Beweis dafür liefert uns die rumänische Papierfabrik in Bacan, die von der Regierung ausreichend subveutionirt wird, ungeheuren Lärm macht, — und deren Erzeugnisse noch kein Mensch geschen hat. : - . i n l g a r i e n. Sofia. Der öffentlichen Prüfung der hiesigen Alliance-Schule wohnte der Minister des Innern bei, welcher am Schluffe derselben eine kurze aber herzliche Anrede an die Versammelten richtete, in welcher er sein großes Interesse für die jüdischen Schuten der Hauptstadt'kund gab und die jüdischen Eltern aufforderte, weitere Opfer zu bringen, um ihren Kindern eine gediegene Erziehung zu Theil werden zu lasten:- v : - ,'ü *• : os:-.,; R U B l a u d. u n - Petersburg, 25, Sept. Die Blättcr meldcn, es werde im Domäncnministerium ein Entwurf zu einem neuen Regulativ für ackerbauende Israeliten ansgearbeitett ... .. M a r o c c o. Die Nachrichten aus Demnat lauten immer trauriger. Der unmenschliche Gouverneur dieser Stadt scheut kein Mittel, um die gegen ihn bei de» hauptstädtischen Behörden vorgebrachten Klagen von sich abzuwenden. Rach Abreise der. jüdischen Deputation nach Tanger verlangte er von dem, 90 Jahre alten Rabbiner die Unterzeichnung von Schuldscheinen, durch die ihm beinahe das ganze Eigeuthnm der Juden verpfändet worden wäre, und als dieser es verweigerte, ließ er ihn. mit Ketten beladen, ins Gcfängniß werfen, und spater, als auch dies nicht fruchtete, in ein unterirdisches: Verließ bringen, bis endlich der Greis, in der . Befürchtung, in Abwesenheit eines jeden Glaubensgenossen sterben zu muhen, die ihm vorgelegten Dokumente untcrschrieb. Aus Angst haben 190 Männer heimlich die Stadt verlassen, die übrigen schmachten im Gefängniß, ans dem sie möglicherweise nicht mehr lebendig herauskommen, wenn die Repräsentanten der europäischen Mächte nicht bald energische Schritte beim Sultan thun. ' ■ .. . Zerschossen und vergesset». ' VDLvi;- - :;n . - -: Eine Zeit lang steht Ludwig unbeachtet an der Thüre des Salons und schaut mit weit aufgerissenen Angen dem sonderbaren Treiben zu. Seine Schloester Antonie hängt ain Arme des . ihm wohlbekannten Bernhard Reich, feine Schwester KlothildetäNzk mit dessen Eompagnon Philipp Rubinsohn. Da, da ist auch Dorothea, in prachtvoller Toilette, strahlend in Schönheit, Jugend und Frohsinn. Ferdinand schwebt mit ihr durch den Saal; ans feinen Blicken'