Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 79-80 (2.10.1884)
- Date
- 1884-10-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1306 t mite er sich unter dem Vorgeben, iu euligen Stuubcit wieder zu kommen, kam aber nicht wieder. Blut floß unterdessen nach wie boiv Da sandten die geängstigten Eltern nach einem im Orte wohnenden alten Wundarzte. Dieser kani, untersuchte die Wunde nnd lachte über die anfgewandte vergebliche Mühe. Es war eine Ader verletzt. Erholte ans seinem Etui eine kleine Zange, faßte mit derselben die Ader und drehte sie einigemal um. Das Zängchcn ließ er an der Wunde hängen und verband dieselbe. Das Bluten hörte augenblicklich auf. Nach einigen Stunden kam er wieder, entfernte das Zängchen, und der Schaden war beseitigt, ohne daß für das Kind irgendwelche nachthcilige Folgen erwachsen wären. Posen, 1. Oct. Die Renovirung der beiden Gemeinde-Synagogen, welche bekanntlich vor circa 2 Zähren wegen „Fcuergefährlichkeit" auf polizeiliche Verordnung geschlossen werden mußten, ist nun kurz vor nwn vni vollendet und die Synagogen dem Gebrauche übergeben worden. Obwohl letztere an Größe nicht gewonnen haben, so haben sie doch qualitativ eine recht erfreuliche Verbesserung erfahren, sowohl in sanitärer als auch fit ästhetischer Beziehung. Die Eröffnung der einen von den beiden, der „dienen Betschnle," deren Renovation einige Tage früher fertig wurde, fand in Gegenwart des Vorstandes nnd der Repräsentanten der Gemeinde re. am letzten Freitag-Abend vorigen Jahres nach ratr n?2p statt. Nach den üblichen roopn hielt unser verehrter Oberrabbiner Herr Dr. Wolf Feilchenfeld '"z die Einweihungsrede. Redner gab seiner und der Gemeinde Freude Ausdruck, „daß wir wieder in ein besseres Gotteshaus cinziehen" und führte aus, daß man „zu einer innigen Gemeinschaft mit Gott nur im Hause Gottes .□',p'i7N ^22 gelangen kann. Denn während cm2N. i)'28 auf der Höhe des Berges hnt '7 1N2 (siehe anp'DO) priu\ auf freiem Felde mtt»2 mtr’? am besten die Gebete zu verrichten meinte, sagte 2py i2'28: o'Dün nyir ruv D'm7N rP2 a« t ~r pu „Dies ist nichts als ein Gotteshaus nnd dies ist das Thor des Himmels." Jesaias bezeichnete diesen Fortschritt in der Gotteserkenntniß mit dem Worte: „Kommt, laßt uns wallen zu dem Berge des Herrn, zu dem Hause des Gottes Jacobs" rc. ' Die Einweihung der zweiten Gemeindesynagoge, die „alte Betschule" fand am ersten Abende des mir.-. tr&n in ähnlicher Weise statt, wobei sich nicht nnr die Vorsteher, Repräsentanten und Mitglieder des Rabbinats-Collegiums, sondern auch die-meisten hervorragenden Talmndisten der anderen. Synagogen und crirTra t>2, deren es in unserer Gemeinde Gottlob sehr viele gibt, ans Einladung des Vorstandes betheiligt haben. Hier, wo die 'itt« rrnnn '7n:n wie R. Mordcchai Jafe 7"?, mD"tr inQ yr in2*?n 7372 R. Akiba Egers 7"T, der Märtyrer 7"r pr*nrr 2in rc. und in unserer Zeit der Enkel des Letzteren, der im vorigen Jahre verstorbene Rabbinatsassessor Rabbi Moses Landsberger 7"t gebetet haben, hob Herr Qberrabbiner Dr. W. Feilchenfeld in seiner Eröffnungspredigt besonders hervor die historisch - religiöse Bedeuttmg dieses alten Gotteshauses, (Schon im Jahre 1399 vorhanden gewesen), in welchem ^1x2 ,SNnr» rrnnn moj; ihre Gebete verrichtet haben: rujp yyn c'02ipyrn Tpo' prr 2 „Der Steinaus der Wand schreit es laut und der Spahn vom Holze verkündet es uns." „Wenn irgendwo, so dürfte hier auf miK rver und wp'NL M2r gebaut werden." In mächtigen und begeisternden Worten knüpfte hieran der gefeierte Prediger die Mahnung, so innig zu Gott zu beten nnd so fest unerschütterlich an seine Geboten zu halten, wie die frommen Ahnen und die die diesem Gotteshanse einen großen Namen verliehen. Der Oberrabbiner schloß seine schwungvolle Predigt, welche er mit '121 rny cm-K tiV?« ,in7on mpv jDipn >2 die Geister des Gebetes nisten sich in einem Hause, indem Q'p'-kL gebetet haben, fester ein, und ihre Nähe wird noch den kommenden Geschlechtern fühlbar," eingeleitet hatte, mit einem Segen für die ganze Gemeinde, ihre Vorsteher und Vertreter und alle Diejenigen, die für das Gemeindewohl gewirkt, speciell auch die Männer, die gleich den Söhnen Zadoks, des Heiligthums sich annahmen, während die Kinder Israels umherirrten Mechiel 44, 15), die während der Renovirung der erwähnten Synagogen für die anderweitige Abhaltung eines regelmäßigen Gottesdienstes gesorgt hatten, nnd erflehte für die ganze Gemeinde als kostbares'Gut den Frieden. / Straßburg i. E., 28. Septbr. Am rrTy wurden die sterblichen Reste der Frau Hallbron», Sara. geb. Koch, Wittwe des Herrn David-Hallbronn Hierselbst zur Ruhe bestattet. Ihr Mann war Beamter der West-Eisenbahn-Gesellfchaft/ welcher während des Dienstes auf einem - von Straßburg nach Paris fahrenden Zug gegen Endedersechsziger Jahre au einem Hirnschlag starb. Der WÜLwe nnd deren einziges Töchterchen war nur eine sehr geringe Habe geblieben, umsomehr trachtete Frau Haübronn darnach, ihrem Kinde dereinst ein sorgen freies Leben zu bereiten. Ausgerüstet miteinem