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Der Israelit · 1884-09-25 · Heft 77-78 (25.9.1884) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 77-78 (25.9.1884)
Date
1884-09-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Hofprcdiger allmählich auch bei Konservativen erwirbt, ist der Vorfall aber immerhin. Berlin, 22. Sept. Ein erschütternder Unglückssall versetzte heute alle jüdischen Kreise in die denkbar größte Aufregung. Gestern am zweiten Tag Nansch Haschono vergnügten sich drei jüdische und zwei christliche Kaufleute vom Hanse H. Israel damit, daß sie ans einem zum Segeln eingerichteten Kielboote eine Spazierfahrt unternahmen. Zwischen der Pfaueninsel und dem Dorfe Eladow schlug das Boot mm und während es den beiden christlichen Jnsapen gelang das Ufer zu erreichen, versanken die drei Israeliten die Herren Otto Simon, Cäsar Himkiewicz und Paul David sammt dem Boote in die stürmische Fluth. Der erstere der Verunglückten ist ein Sohn des Kommerzienraths Simon; Herr Himkiewicz war der Stolz und die Hoffnung seiner sirengreligiösen Eltern; Herr David versuchte noch im letzten Augenblick einen seiner untergehenden freunde zu retten, wurde jedoch dabei von der Strömung fortgerissen, ohne wieder an der Oberfläche zu erscheinen. Trotz unermüdlichen Snchens konnten die Leichname bis zur Stunde nicht aufgefunden werden, da an der Stelle des Unglncksfalles die Havel außergewöhnlich tief ist. Hoffentlich wird dieser erschütternde Fall unsere jungen.Kaufleute daran erinnern, daß auch für sie das götttliche Gesetz am Sinai gegeben worden ist und daß man nicht ungestraft die heiligsten Gebote seines Glaubens verletzen darf. Schweiz. Langenthal. Durch die Agitation der Thierschutzvereine ist es dahin gebracht worden, daß der Metzger Bloch und der Schächter Levy wegen der Schechitah jeder zu 10 Frcs. Geldbuße sind verurtheitt worden. Beide haben gegen eine solche, wohl noch nie dagewesene Verurtheilung appellirt; hoffen wir, mit Erfolg. — Oester r. -Ungar. Monarchie. Wien. 13. September. Vor dem Bezirksgerichte Alservorstadt war vor einigen Wochen Jacob R e bensa ft wegen Uebertretung gegen die körperliche Sicherheit zu zwei Tagen Arrests verurtheitt worden, weil er bei Vornahme der rituellen Operation au einem neugeborenen israelitischen Knaben demselben eine Verletzung zugefügt hatte, zu deren Heilung vierzehn Tage erforderlich waren?' Die Verurtheilung gründete sich auch darauf, daß der Operateur keinen Arzt zn dem Acte zugezogen hatte. Der Appellsenat, unter Vorsitz des Landesgerichtsrathes Sickinger^ sprach heute den .Angeklagte» in Folge der Berufung seines Vertheidkgers Dr. K a s ch e n r e u t h e r mit der Begründung f r e i, daß Nebcnsaft schon seit achtzehn Jahren dieselben Functionen ohne uachtheilige Folgen ausführe und daß die diesmal eiugetretenen nachthekligen Folge» einem Zufälle zuzuschreiben seien. Budapest, im Sept. Der russische Fürst G alitzin besuchte auf seiner Durchreise den Vertheidiger Earl Eötvös, der gerade in dem Seebade Balaton-Fnred weilte. Der Fürst ließ ihm ein russisches Buch nebst folgendem Briefe zurück: „Hochverehrter Herr Doctor! Im Aufträge der hohen Negierung Seiner Majestät des Czären befinde ich mich auf einer Reise in die Donaufürstenthümer. Ich freute mich im voraus in Pest Sie besuchen und Ihre Bekanntschaft machen zu können. Denn nur selten habe ich einem mir unbekannten Mann größere Verehrung entgegengebracht, als Ihnen, geehrter Herr Doctor, der mit seltenem Heldenmuth, mit den glänzendsten Waffen des Geistes gegen Finsternis; und Rohheit gekämpft und gesiegt hat. Leider war ich nicht so glücklich, mich Ihnen vorstellen und meine Hochachtung ausdrücken zu können. Gestatten Sie mir jedoch, daß ich Ihnen dieses Buch zurücklafle, in welchem ich die Grundlosigkeit der Anklage, als benützten die Inden Christenblut, nachzuweisen mich bestrebe. Genehmigen Sie 2c. Ricolaus Fürst Galitzin". Budapest. In; Vorhof des israelitischen Tempels entdeckte am 1. Neujahrstag während des Neujahrsgöttesdienstes ein Polizist ein Papierpaket an der eisernen Gitterthür hängend. Bei der Eröffnung fand man darill eine eiserne Bombe mit Zündschnur versehen, welche zwei in eure Glasröhre mündende Drähte hatte, die mit Schellak: befestigt waren. Die weitere Untersuchung wird ergeben, ob ein ernstliches Attentat oder ein unzeitigex Scherz beabsichtigt gewesen,... (v Budapest, 22. Sept. Die vorgestern gefundene Bombe wurde als unschädlich konstatirt. ' ' Turin. Während ihres MÜgften' hiesigen Aufenthaltes besuchten der König und die Königin! die hiesige Synagoge. Dieselben spendeten für den l Synagogenfond 1000 Lire.'

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