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Der Israelit · 1884-09-25 · Heft 77-78 (25.9.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 77-78 (25.9.1884)
Date
1884-09-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1285 Es darf uns nicht zur Last gelegt werden, daß solche Einwanderer nach einer Erfahrung von zwei bis drei Jahren nicht ihre Fähigkeit bewiesen haben, ihren Lebens-Unterhalt als fleißige Einwohner dieser Republik zu verdiene». Einwanderer, die gelernt haben, daß sie geduldig als Handwerker, Ackerbauer oder m Fabriken arbeiten müssen, da sie danach streben muffen, die englische Sprache zu erlernen, und ihre Kinder in die öffentlichen Schulen zu schicken, und die sich bemüht haben, die Sitten und Borurtheile ihres früheren Lebens zu verlernen, haben von ihren Glaubensgenossen immer standhafte Stütze erhalten, und sind großeuthckls auf dem Wege der Unabhängigkeit. Es ist indessen nicht für diese Klaffe, sondern für jene, die auf unfern Straßen und in unseren Städten so hervorragend bemerkbar sind, als gänzlich unpassend für's Leben in Amerika, die nicht arbeiten wollen, und die sich in ihre neue Lage nicht fügen wollen, daß wir Ihre Aufmerksamkeit, zum Frommen bestehender Gesellschaften, in Anspruch nehmen, um Sie von der Nutzlosigkeit nnd^ Ungerechtigkeit zu überzeugen, solche Auswanderer zur Reise nach Amerika zu unterstützen. Die Einwanderungs-Behörde, welche von der Staatsregierung bevollmächtigt ist, und welche mit der der Vereinigten Staaten in Harmonie arbeitet, hat strenge Maßregeln getroffen, das Landen von unbemittelten Jmigranten in diesem und in anderen Häfen des Landes zu verhindern. Das Landcs-Gesetz gibt ihnen das Recht, zu verhindern, Verbrecher, Sträflinge, Wahnsinnige und Personen, die unfähig sind, ihren Lebens-Unterhalt zu verdienen, landen zu lassen, und diese allgemeine Beschränkung wird von ihnen construirt, auf solche Einwanderer Bezug zu haben, welche von europäischen Gesellschaften oder Behörden zur Herreise unterstützt worden, und welche mittellos und freundlos hier eintreffen, und die weder Handwerk noch Gewerbe haben. In der That, Personen, die den Kommissären erscheinen, möglicher Wetse den Behörden zur Last zu fallen, werden von ihnen als Emigranten verworfen, und die Schiffs-Gesellschaften, die sie hierher gebracht haben, werden gezwungen, sie nach Europa zurück zu nehmen. Die Unfähigkeit der jüdischen Gesellschaften hier, diese armen Leute, die weder geistige noch physische Fähigkeiten besitzen, ihr Leben zu machen, zu unterstützen, und der Beschluß der öffentlichen Behörden, hier das Landen solcher unbemittelten Einwanderer zu verhindern, sollte die Unterstützungs-Gesellschaften in Europa bewegen, keine unserer unglücklichen Brüder auf eine fruchtlose Reise zu schicken, außer siejhabcn sich, nach genauer Untersuchung, überzeugt, daß sie Wittens und im Stande sind, ein fleißiges Leben an diesen emsigen Gestaden zu führen. Es ist hart, daß die überfüllten Städte Europa's mit diesen Flüchtlingen belastet werden sollen; cs ist aber weit härter, sie tausende Meilen weg nach einem fremden Lande zu schicken, nur, daß sie bei ihrer Ankunft hier mit demselben Schiffe zurückbefördcrt werden. Sie geben daher der Hoffnung Raum, daß die örtlichen Behörden, so weit es in ihrer Macht liegt, cs verhindern werden, gleichzeitig eine große Anzahl von unseren Leuten nach Amerika zu schicken, und daß sie sorgfältig den Charakter und die Fähigkeiten eines jeden Emigranten prüfen, che sie ihm zu Auswanderung nach Amerika rathcn, und um irgend ein Mißverständnis; auf Seiten der Einwanderungs-Behörde zu verhindern, würden wir anrathen, eine Liste anzufertigen, welche Namen, Alter, Gewerbe und Anzahl einer jeden Familie "gibt.-und solche einige Tage vor Abreise der Emigranten an die United Hebrew. Charities zu schicken, und daß außerdem die Auswanderer volle Information in Hinsicht ihrer pccuniären Verhältnisse geben, sowie die Namen und Adressen von Verwandten hier, die im Stande sind, für sie Sorge zu tragen, wodurch ihre gezwungene Rückkehr nach Europa verhindert werden könnte. Gesunde und kräftige Einwanderer, Handwerker, Landbauer und Taglöhner, die fähig sind, ein Leben zu machen, können hier Arbeit finden; für Müßiggänger indessen, welche erwarten, von Unterstützung allein zu leben, und die den öffentlichen Behörden oder Gesellschaften fortwährend zur Last fallen, hat dieses Land kein Asyl. In der Hoffnung, daß Sie diese Zuschrift im rechten Geist würdigen werden, verblciben'Ivir Achtungsvoll I. S. Jsaacs, Secretär. Henry Rice, Präsident. Feuilleton. Aus dem Leöen eines orlßodoren KaMners. Skizze von vr. Sta . . . (Fortsetzung.) „Ich habe die Nachschrift nicht gelesen, Alte!" — schrie Natliansohn wie besessen. — „Die Rahel ist doch gerettet worden von nnscrm Amtsrichter. Hörst Du?"

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