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Der Israelit · 1884-09-25 · Heft 77-78 (25.9.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 77-78 (25.9.1884)
Date
1884-09-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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«L übrigens ein andermal, vielleicht findet unterdessen unser Gemeindepräses, Herr Pollako-Borlenan ein Mittel, er hat ja eine allgemein bekannte finanzielle Begabung! Dr. S. Sch. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. D e u Ls ch l a n d. Schildberg (Pr.-Posen). Das hiesige Rabbinat, welches durch den Weggang des Herrn Rabbiner Dr. Singer länger als zwei Jahre verwaist war, ist nun wieder besetzt. Donnerstag, bV?« 'nr, wurde unser neugewählte Herr Rabbiner mn Y'ixpv'n p"p"i p*on ]nn, von beiden Gemeindebehörden und dem größten Theil der Gemeindemitglieder feierlichst eingeholt. Hatte Herr Rabbiner Marmorstein schon durch seinen Probcvortrag sich den ungetheilten Beifall der Gemeindemitglieder erworben, — weshalb seine Wahl einstimmig erfolgte — so hat er durch seine am n'2)n ntmo N2U' gehaltene Antrittsrede, — die an Gehalt und Form ein Meisterwerk der Rhethorik, — aller Herzen sich erobert. Wohl selten hat sich der Spruch: nuLM nyr" so bewährt, wie hier. Rach langem Suchen hat die Gemeinde in Herrn Rabbiner Marmorstein, der, — ein langjähriger Schüler derPreßbnrger Hochschule, — außerordentliche talmndische Kenntnisse, mit ganz bedeutendem, profanen Wissen verbunden, sich angeeignet, außer dem aber noch die Gabe besitzt, dieses sein Wissen seinen Zuhörern in wohlgesetzter Rede zu Gemüthe zu führen, einen wahren Schatz erworben. Möge Gott ihm Kraft und Beistand verleihen, daß er recht lange und ersprießlich zur Verherrlichung seines Namens und uns zum Heile in unserer Mitte wirke. England. London. Ueber das von den „United. Charities“ in New-Iork veröffentlichte Circulär (Siehe Artikel New-Iork) äußert sich „Jew. Chron." sehr abfällig, und dies mit allein Recht. Ein solch unsympathischer und harter Ton, wie er in demselben vorherrscht, ist man in jüdischen Kreisen nicht gewöhnt und steht mit dem sonst wohlthätigen Sinn unserer amerikanischen Glaubensgenossen im grellen Widerspruch. Hat New-Iork nur allein die Lasten der unglücklichen russischen und rumänischen Juden zu tragen? London z. B. ist noch viel übler daran als New-Iork. Dort gibt es keine Gesetze, welche die Einwanderung beschränken; Englands Ufern sind jedem Einwanderer geöffnet. Dabei hat England eine Ueberfüllc von Arbeitskräften, namentlich in industrieller Hinsicht und verfügt nicht über ganze Strecken unbebauten Landes wie Amerika, llnd doch sorgt man für die eingewanderten Russen und läßt sie nicht verhungern. Die New-Iorker Juden, würden viel mehr leisten können, wenn ihre Gefell-' schäften in Bezug auf die Emigration eine bessere Organisation ins Leben rufen und die einzelnen Gemeinden in vereinter Kraft Vorgehen würden. Wie dem auch sei; New-Iork ist nicht Amerika, und die andern jüdischen Gemeinden in den großen Städten der Vereinigten Staaten werden nach wie vor thatkräftig für ihre armen eingewanderten Glaubensgenossen eintreten. Amerika. New-Iork. Wir erhielten von den „United Hebrew Charities", (Office: 58 St, Mark’s Place) folgendes Schreiben zur Veröffentlichung: New-Iork, 12. August 1884. In Betracht der Beförderung jüdischer Auswanderer nach diesem Hafen durch örtliche Unterstützungs-Gesellschaften in Eurvpa, halten wir es höchst wichtig, Ihre Aufmerksamkeit dringend und ehrerbietig auf folgende Thatsachen zn lenken. Während wir als Glaubensgenossen für die unglücklichen Bewohner Rnmänien's, Rußland's und anderer Länder, welche so viele Jahre lang die Opfer grausamer Verfolgung gewesen sind, die innigste Sympathie hegen, und bereit sind, mit unfern Brüdern aller Länder gemeinschaftlich, so weit es in unsrer Macht steht, zu helfen, so dürfen wir uns nicht verhehlen, daß cs in vielen Fällen falsche Sympathie ist, diese Leute nach den Bereinigten Staaten zu befördern. Dieses ist emphatisch ein Land von Arbeitern. Es ist kein freies Land für Leute, die unfähig oder abgeneigt sind, ihren Unterhalt zu verdienen unter Bedingungen, die von allen Bewohnern hier verlangt werden, oder die sich weigern, mit ihren Nachbarn Umgang zu pflegen und in Gewohnheit, in Ideen und in der Sprache amerikanisirt zu werden. Obgleich viele der Einwanderer während der letzteren Jahre ein willkommener Zuwachs der Bevölkerung geworden sind, und durch ihre Intelligenz und Energie den guten Willen ihrer Nachbarn ernten, eine große Anzahl sind entweder nach ihrer Heimath zurückgeschickt worden, getäuscht und hoffnungslos eutmuthigt, während Andere, die hier verbleiben. von örtlichen Gesellschaften unterstützt werden, oder Insassen der Armenhäuser werden.

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