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Der Israelit · 1884-09-25 · Heft 77-78 (25.9.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 77-78 (25.9.1884)
Date
1884-09-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1286 Während er das sprach, entfaltete er die Zeitung, die er vorhin mit sich genommen. „Ja, ich höre, Heinrich! — sagte Frau Nathansohn, die sich ärgerlich aus seinen Armen befreite. — „Ich glaube, daß Du entweder vor Schmerzen, die Du vorhin empfunden haben wolltest, verrückt geworden, oder betrunken seiest, denn ich...." „Ja, betrunken bin ich!" — schrie Nathansohn noch lauter und machte einen Luftsprung — „Aber vor Freude und Wonne. Die Schmerzen sind vorüber, als ich in der Nachschrift las, daß unser liebes Kind gerettet sei! Also höre!" Er wollte zu lesen beginnen, plötzlich bemerkte er den Amtsrichter und ein lauter Freudenruf erscholl und das Schrecklichste war vollbracht. Er stürzte sich auf den Amtsrichter, umarmte ihn und drehte sich mit ihm in Wirbel auf dem öffentlichen Marktplatz, wobei die Straßenjungen, die zuerst mit offenen Mäulern daftanden, sich ermannten und eine Katzenmusik zu diesem kunstgerechten Tanz anfführten. „Aber Papa!" — sagte Rahel, denn sie war die einzige, dir den ganzen Zusammenhang recht begriff. — „Aber Papa, willst Du nicht mir einen Willkonlmengruß sagen?" Kaum hatte Nathansohn die Stimme seiner Tochter vernommen, als er den Amtsrichter freigab, es war die höchste Zeit, der arme Amtsrichter keuchte wie eine Lokomotive — und traf Anstalten mit seiner Tochter den wilden Tanz zu erneuern. . „Nicht hier, lieber Papa!"' — wehrte Nahe! mit feinem Lächeln ab und richtete ihren Blick auf die wie wahnsinnig sich gebärdenden Straßenbuben. Jetzt erst besann sich Nathansohn und sein Frcnderansch dämpfte sich. „Mein Kind, meine Nahe!" — schluchzte Nathansohn, während er seine Tochter umarmte und sie mit sich in's Zimmer zog. — „O, wie danke ich Gott, daß er Dir einen Engel in der höchsten Gefahr sandte. Boruch Hatauw w'hametiw!" Beim funkelnden Weine und bei dampfenden Speisen, die Frau Nathanfohn für ihre Gäste rafch bereitete, erzählte nun Rahel dem aufhorchenden Nathansohn von den bekannten Vorfällen und ihrer Verlobung mit dem Amtsrichter. „Sein Bild" — sagte Rahel, indem sie den Amtsrichter liebevoll ansah — „war es, das mich eine Stunde länger, als es sonst meine Gewohnheit ist, aufbleiben ließ. Und wäre das nicht der Fall gewesen, wer weiß, ob die Kühnheit meine» Salomon mehr genutzt haben würde, als den Tod mit mir in den Flammen zu finden?" Heinrich umarmte den Amtsrichter und nannte ihn seinen lieben Sohn. Nebb Janno, der sich bisher schweigend verhielt und von Zeit zu Zeit den Amtsrichter weniger als liebenswürdige Blicke zuwarf, sprang plötzlich auf. „O, ich Chamaur!" — rief er aus und schlug sich mit beiden Händen vor die Stirn — „suche in der Weite, was ich in der Nähe habe! — Ich bin der Chamaur, mit welchem Samuel — die Bibelkenntniß des Nebb Janno war nicht weit her. Er meinte Simson — Achzigtausend Haufen der Mizraim gehorchet! Der Nebbelebe wird ebenfalls heirathen! die fromme Nahel soll den baal tschuwo den Amtsrichter heirathen und der Nebbeleben soll die choschewe Bsuloh moras Fanny Priester heirathen!" Du chamaur Jauno!" „Wollen Sie die Güte haben, Rebb Jauno," sagte Nathansohn „dem Herrn Dr. Stein, seine Mutter und seine Schwester hierher zu bitten. Sagen Sie aber nichts von der Verlobung, auch nicht, daß der Amtsrichter hier anwesend sei, denn es könnte der Mutter meines Schwiegersohnes, wenn Sie von dem längst verlorenen Sohn etwas hört, tödten!" „Ein Augenblick, Nebb Parneß!" sagte Rebb Jauno und nahm ein schmutziges Papier aus der Brusttasche und stilisirte den Auftrag in bekannter Weise. Fortsetzung folgt.) Enwance n. <5ft?ccieu plötzlicher Erkrankung unserer Köchin, suchen wir zu Mich. erne solche, die auch etwas Hausarbeit zu übernehmen hat, gegen guten Lohn. 4898) S. H. Oppenheimer, Hannover. Karmarschstr. 18, 1 Et, (^ch suche per sofort unter günstigen Bedingungc» eine» Lehrling mit guter Schulbildung sowie bei Aufnahme i. d. Familie ein junges Mädchen zur Erlernung des Wäschegeschäfts. Kost und Wohnung im Hause. ra» geschlossen. (4687 Hugo Cohn, Halberstadt. Lchrlingsstclle offen in einem Mercerie- und Modewaarengeschäft in der Schweiz, v'n te» geschlossen. Junge Leute aus relig. Hause wollen sich melden unter ChigreD.1,. an die Annoncen Erped. von A. I. Hofmnnn, hebr. Buchhdlg., Frankfurt a. M. (4714

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