Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 77-78 (25.9.1884)
- Date
- 1884-09-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1277 ihm jede Krankheit; seine Angen mögen schauen wie die Saat seiner Gntthaten ansgehe, wachse und blühe. Deine Tröstungen mögen seine Seele erquicken, wann er wandelt den Weg zur Unsterblichkeit. Gott der Geister, gedenke auch der Seele der Judith, der Gemahlin Moscheh's, die ihn in der Ausübung seiner vielen Wohlthatcn so kräftig unterstützt hat. Mögest Du sie bergen unter dem Schatten Deiner Fittige und sie erquicken mit den: Strome Deiner Wonnen. Allgütiger, Pflanze in unser Herz einen Geist des Wohlwollens, auf daß wir wandeln in den Fußtapfen dieser seltenen Menschen; erwecke in uns das Gefühl der Gottesfurcht, und die Menschenliebe möge stets in unser» Herzen lodern und niemals erlöschen, auf daß wir erkennen, daß die Wohlthätcr der Menschheit leuchten werden wie die Sterne am Firmament. — Gieße Deinen Geist aus über alle Menschen, damit Neid und Haß von der Erde verschwinden und ewiger Friede die ganze Menschheit beglücke. Sei uns gnädig, o Gott, sei uns gnädig, laß uns leuchten Dein Angesicht, auf daß uns für immer geholfen werde. Mögest Du mit Deinem Erbarmen Zion wieder Herstellen und erbauen und fest begründen Jerusalem, Amen. 7) Maarib. Es ist selbstverständlich, daß wir hier in Mainz dem Wunsche des ehrwürdigen Landrabbiners von Großbritanien, Irland und den Colonien entsprechen werden, wir zweifeln nicht daran, daß auf dem weiten Erdcnrunde, überall, wohin diese unsere Kundgebung gelangt, zur bestimmten Zeit unter Zugrundelegung des vorstehenden Programms ein Fcstgottcsdienft wird abgchaltcn werden. Allen Freunden und Lesern unserer Zeitschrift, die in ihren auswärtigen Bekanntenkreisen diese Anregung verbreiten wollen, stellen wir gern eine beliebige Anzahl Exemplare dieser Niunmcr gratis und franco zur Verfügung. Zum Mrsöynungslage. Mainz, 18. September. Am größten und heiligsten Tage des Jahres wird in der Synagoge aus der Thora der Abschnitt verlesen, in welchem die Vorschriften über den Opfcrdienst im heiligen Tempel am Vcrsöhnungsfeste enthalten sind. Eingelcitet wird dieser Abschnitt mit dem Hinweise auf den Tod der zwei Söhne Aharons Nadab und Abihn pna '32 w nie '"ihm 7n 'i im •w'V'i'307 cr\2ip2 „Und es redete der Ewige zu Moschet; nach dem Tode zweier Söhne Aharons, da sie hintraten vor den Ewigen und starben." (3. B. M., E. lü. B. l). Unsere Weisen bemerken hiezu im Midrasch: 213 '.012'33 N1131 'O1Q>.0 '3tf 71Z)L'2 ns7 n"2"p"n '307 rnrn tn7d iidn vr2ro i32irn pirn mp '0121? 21-307 o'n nyip Dipr 33'Q' 2'1N r!232'33 -|'7S '.1 »Zur Zeit, da zwei Feuersäulcn ausgingen und Nadab und Abihn verbrannt wurden, sprachen die Engel vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Warum hast Du gespalten das Meer vor ihnen? — Und die heiligen Seraphim entgegneten: Führe uns zurück, 0 Herr, zu Dir, und wir wollen zurnckkehren; erneue unsere Tage wie ehedem." Wir brauchen unsre geehrten Leser wohl nicht auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, die dieser Ausspruch der Weisen bietet. In ° welchem Zusammenhänge steht die Spaltung des Schilsmeeres mit dem Tode der Aharonssöhne, und was bedeutet wohl die Entgegnung der Seraphim? Ein sorgfältigeres Eingehen wird uns jedoch erhabene Lehren kundthun, welche die Weisen, wie so oft, auch hier, anscheinend in das Gewand des Näthscls gehüllt haben. Mit Zuhilfenahme anderer Midraschim wird cs uns gelingen, das Dunkel aufzuhellen. Als der allgntige Gott unsere Väter ans dem Sklavenjoche Aegyptens befreite, führte er die Erlösten an das Meer. Ihnen setzten die Verfolger nach, und Gott befahl dem Moschch, daß er den Stab erhebe, um das Meer zu spalten, damit die Verfolgten trockenen Fußes hindurchzögcn, während die Verfolger in den zurückkehrenden Wellen ihren Tod finden sollten. In diesem Augenblicke, so erzählen die Weisen im Midrasch, trat der Schutzengel der Aegypter vor Gottes Thron und sprach: Herr des Weltalls, Du willst die Israeliten retten und den Acgyptcrn den Tod bereiten? Haben nicht Jene wie Diese Götzen gedient? Und cs entgcgnete der Heilige, gelobt sei Er: Nicht freiwillig haben die Israeliten den Götzen gedient; sie sind durch das Beispiel ihrer Herren und Unterdrücker dazu verführt, dazu veranlaßt worden. Nur der Noch und dem Zwange gehorchend, nicht ans eigener Wahl hatte Israel den Aegyptern nachgeahmt und deren Göttern gedient. — Las; in der Freiheit sie sich entwickeln, so spricht Gott zu dem anklagendeu Engel, und sic werden Mein Volk