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Der Israelit · 1884-09-18 · Heft 75-76 (18.9.1884) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 75-76 (18.9.1884)
Date
1884-09-18
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1266 jede jüdische Seele an Gott geknüpft ist, derjenige, den der gottvergessenste, gesetzleugnende Jude am letzten zerreißt, und beschall) auch derjenige, an den Gottes wundermächtige Waltung, die endgiltige letzte Sammlung der Zerstreuten knüpfen wird. Wenn daher am Ende der Zeiten Gottes Schvfarruf die Tobten zum Leben erweckt, wenn nicht nur alle Bewohner der Welt, ^rn '2L", sondern auch alle in der Erde ruhenden, p« das Gottesbanner auf alten Hohen sehen und die Schofarstimme hören werden, dann wird sich damit nur der letzte Abschluß jenes Wunders vollzogen haben, dessen Zeuge jeder Rosch Haschanah war, als mit den treuen Sahnen und Töchtern des Judenthnms, anch die längst für es Abgestorbenen durch die alten Schofartönc überwältigt zu ihrem Lebensquell zurückkehrtcn und alle sich in dem Rufe znsammenfanden: pr^n' -p:D 'n, nynn 'jnv oyn hb'k. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin. Ein eigenthümliches Nachspiel hat die Beerdigung des Dr. Laster gehabt. Dasselbe ist, wie die „Nat.-Ztg." ansführt, wohl geeignet, die Zustande, welche in gewissen Vereinen cxistiren, in greller Weise zu charakterisircn. Der Tapezierer H. Schmitt ist Mitglied des Vereins ehemaliger Garde-Fnsilkere von 1880 und seiner politischen Ucberzcngnng nach ein Fortschrittsmann. Er betheiligte sich bei der Beerdigung des Abgeordneten Dr. Laster dadurch, das; er die Fahne eines Bezirksvereins dem Sarge nachtrug. Dieses Verhalten des Herrn Schmidt erregte das Mißfallen zwei seiner Vereinskameraden derart, daß dieselbe nichts Eiligeres zu thun hatten, als eine Denunziation gegen ihn beim Ehrenrathe des Vereins anzubringen. Dieser Ehrenrath hat nun — obwohl die Politik bei diesen Vereinen gänzlich, ausgeschlossen sein soll — in dieser Sache nachstehendes Erkenntniß gefällt! Wegen des. Tragens der Fahne bei der Beerdigung des Abgeordneten Dr. Laster ist dem Kameraden Schmidt eine Verwarnung zu ertheilen und spricht der Ehrenrath ihm ferner die Befugniß ab, binnen zwölf Monaten ein öffentliches Amt in dem Verein zu bekleiden. Dieses Erkenntnis; kennzeichnet den Geist, der in dem genannten Vereine herrscht, und der Umstand ändert daran nichts, daß der Ehrenrath gleichzeitig den beiden Denunzianten wegen ihrer Agitation gegen Schmidt seine Mißbilligung ausgesprochen und auch sie auf die Dauer von sechs Monaten von der Bekleidung öffentlicher Aemter im Verein ausgeschlossen hat. Berlin, 14. September. Am gestrigen Sabbat fand nach dem Mknchagebet die Einführung -es Herrn Abraham Biber selb am hiesigen Beth Hamidrasch vor einem dichtgedrängten Anditorium statt. Im Namen des Vorstandes begrüßte Herr Gott schalt Löwy herzlich die Erschienenen und ermahnte unter Hinweis ans die Worte Mosis an Josua: „Sei stark und fest, denn Du sollst bringen die Söhne Israels in das Land, das ich ihnen zugeschworcn, und ich, ich werde mit Dir sein/ den Gewählten wciterzuschreiten auf dem Pfade, den seine edlen Vorgänger betteten und mit dem Vorstande, den Mitgliedern und seinen Schülern Frieden und Eintracht zu erhalten. Hieraus hielt Herr Bibcrfeld eine Ansprache in der er zunächst dem Himmel dankte für „all das Gute, das er ihm erwiesen" und sodann seine Prinzipien entwickelte, die ihn auf seiner Bahn leiten sollten. Selbstlos wolle er seine schwache Kraft in den Dienst seines Glaubens stellen, unentwegt feine Pflichten getreu erfüllen und seinen Schülern ein liebender Vater sein. Zmn Schluffe richtete noch Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer auf die Bitte des Vorstandes hin wenige, herrliche Worte an die Versammlung, Worte, die zu Herzen gingen, da sie von Herzen kamen. Nachdem er, von Rührung fast übermannt, kurz des seligen Herrn Rabbiners Zomber gedacht, begrüßte er seinen „lieben Freund und Eollegen", rühmte dessen hervorragende talmudische Gelehrsamkeit und Charakterfestigkeit, gratulirtedem Vorstand zn der glücklichen Wahl und schloß mit einer sinnreichen ergreifenden Deutung der Worte der Haphtara: „Ueber Deine Mauern Jeruscholajim habe ich Wächter bestellt, den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer schweigen sie; die ihr anruset den Ewigen, euch sei keine Ruhe! Und nicht gönnet ihm Ruhe, bis er aufrichtet und erhebt Jeruscholajim zum Ruhme auf Erden! ' Berlin, 14. Scpt. Die „Israelitische Wochenschrift" versucht in ihrer letzten Nummer bei einer Besprechung der Ministerialverfügung an der Hand des vom „Israelit" gebrachten Wortlautes die Strenge derselben im milderen Lichte erscheinen zu lassen, nachdem dasselbe Blatt vor wenigen Wochen die Verfügung auf Grund des „wesentlich verschiedenen" von der „Jüdischen Presse" citirten Wortlautes in den schärfsten Ausdrücken verurtheilt i hatte. Zunächst bemerke ich , daß in dem Ihnen Q

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