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Der Israelit · 1884-09-18 · Heft 75-76 (18.9.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 75-76 (18.9.1884)
Date
1884-09-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1249 mar „und es jubelt meine Ehre". Was auch die Judenfeinde sinnen mögen, um die Ehre unseres Volkes in den Staub zu ziehen — Gott selbst halt unsere Fahne hoch und läßt sie nimmer beflecken. Ihm jubeln wir entgegen. 11122') jnii" nsra r\x „Auch mein Körper wird in Sicherheit ruhen." Auch wenn es den Feinden Israels gelingt, die bcthörten und urtheilslosen Mayen gegen unsere Glaubensgenossen aufzureizen — wir haben einen allmächtigen Beschützer, der uns nicht fallen, nicht sinken.'laßt.-airz-n '2 '),iNir') „Denn Du wirst nicht überlassen meine Seele der Gruft." Israel wird und kann nicht untcrgehen. Wohl können einzelne, verdorrte Zweige und vergilbte Blätter von seinem Lcbcnsbanm hinwcggeschnittcn werden oder abfallcn; der Stamm Israels kann nicht vernichtet werden. -jmcn;nn *0 nni? mtn1?. Diejenigen, die festhaltcn an Gott, die wandeln in Seinen Wegen und Seinen heiligen Geboten nachzulcben sich bemühen — sie bilden den Stamm Israels, der niemals die Vernichtung erschauet. Mögen die Töne des Schofar am Tage des Gerichts unsere Herzen erwecken, ans das; wir uns bemühen, unser Leben so einzurichtcn, unsere Kinder so zu erziehen, daß wir zu den Bleibenden in Israel gehören, möge der allgütige Gott uns Seinen allmächtigen Beistand verleihen, auf daß wir allesammt gezählt werden zu Seinen Frommen, auf daß Er uns allesammt einschreibc und besiegele im Buche des Lebens, des wahrhaften, von Tugend und Gottesfurcht erfüllten Lebens. — Die Sprüche der Mter. XXXVIII. Mainz, den 15. September. Die dritte Grundsäule, auf der die menschliche Gesellschaft beruht, ist der Friede. Ohne ihn gibt es in der menschlichen Gesellschaft kein Wohlergehen sowohl im Großen wie im Kleinen, sowohl im Allgemeinen wie im Besonderen. Beginnen wir mit dem nächsten und innigsten Verhältnisse, mit dem Verhältnisse zwischen den Ehegatten. Wenn Friede herrscht zwischen den Ehegatten, lehren die Weisen, so ruht gleichsam der Abglanz der göttlichen Majestät auf ihnen. Wo aber der Friede fehlt, wo das Feuer der Zwiettacht zehrt, da wird das eheliche Leben zur Höllenqual. — Friede zwischen Eltern und Kindern, Friede zwischen.Geschwistern ist eine unerschöpfliche Quelle reichen Segens; selbst Roth und Elend werden dadurch gelindert und alle Freuden des Lebens werden verdoppelt; Zank und Streit jedoch ^vernichten den Wohlstand und zerstören jedwede Freude. — Das friedliche Zusammenwirken der verschiedenen Gesellschaftsklassen in Gemeinde und Staat befördert das Glück jedes Einzelnen und das allgemeine Beste. Blinde Parteikampfe hingegen wirken zerstörend und vernichten das Glück des Einzelnen wie der Gcsammtheit. — Ter größte Feind des Menschengeschlechts ist der Krieg; seine eigentliche Aufgabe ist die Vernichtung. Tie Blüthe der Jugend düngt mit ihrem Herzblute die Schlachtfelder. Die Saaten werden zerstampft, Städte und Dörfer gehen in Rauch auf, und die Frucht der friedlichen Arbeit einer Reihe von Generationen wird oft in wenigen Stunden zerstört. Und im Gefolge des Krieges erstehen schreckliche Krankheiten, Elend und Hungersnoth brechen aus und eine allgemeine Verwilderung der Sitten greift Platz. Die Völker, die sich befehden, vernichten sich gegenseitig. Nicht nur der Besiegte, sondern auch der Sieger hat unter den Folgen des Krieges schwer zu leiden; der letztere manchmal noch schwerer, denn die eroberten Schätze verderben die Sitten und führen durch llcbcrmuth und Ueppigkeit dem Verfalle entgegen. Nur der Friede ist cs, der die Welt erhält. Der friedliche Wettstreit unter den Nationen befördert das Gedeihen der Künste und Wissenschaften, vermehrt den Gcwcrbeslciß und ermöglicht dem Handel, dem Mangel abznhclfen und den llebcrflnß der Produkte ausznführen. Recht, Wahrheit, Friede — das sind die großen Grundsätze, welche die Welt erhalten und beglücken. So groß und bedeutend nun auch jeder dieser Grundsätze, einzeln betrachtet, ist, so greifen sie oft in einander über, so daß manchmal einer von ihnen vor einem andern oder vor den beiden andern zurücktreten muß. Wir wollen dies an einigen Beispielen klar machen. Es kann kommen, daß das Recht nicht zur Geltung gelangen kann, weil die Wahrheit erfordert, daß vorübergehend gegen das Recht verfahren werde. Unsere Weisen neunen das ciiic nyr nirvin, eine zeitweilige, durch die Umstände gebotene, dem Rechte zuwidcrlanfcnde Entscheidung. Als der Prophet Eljahu für die ewige Wahrheit einzutrctcn sich veranlaßt sah, errichtete er auf dem Berge Karmel einen Altar und brachte dort dem Ewigen ein Opfer, wiewohl das Gesetz cs nicht gestattete, anderswo als im heiligen Tempel zu Jerusalem dem Ewigen zu opfern. Es war die Bethätigung der ewigen Wahrheit, vor der das Gesetz, das Recht, vorübergehend zurücktreten mußte. — Ein anders Beispiel, das wir bereits in einem

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