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Der Israelit · 1884-09-15 · Heft 74 (15.9.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 74 (15.9.1884)
Date
1884-09-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1237 Aus dem Leöeri eines orthodoxen Hiaööiners. Skizze von Dr. Sta .. (Fortsetzung.) „Scholem Alechem*), Rebb Heinrich!" schrie er und streckte seine Hand dein an Geist und Körper gelähmten Nathansohn entgegen. — „Beesrath Haschern *) mit Masel3) angekummen? Wo ist Ihre Tochter Nochel, die Znuoh4 * 6 7), sind auch die Jesaumim3) nebbich mit geknmmen?" „Sie entschuldigen schon gütigst" — sagte Nathansohn, der wie von einem neuen Gedanken belebt zu sein schien. — „Ich muß Sie auf einige Augenblicke verlassen, Nebb Jauno. Steden Sie indeß mit meiner Frau!" Ohiie die Einwendung seiner Frau und die Staunensäußerung des Nebb Jauno abzilwarten, verließ er das Zimmer. „Nebb Heinrich!" — schrie ihm Rebb Jauno nach — „Seid tausend Mal mir bimchilo gemuro mauchel«), aber ich hob in der Machschowe Wichtiges mit Euch zu reden!" „Ich soll leben, kummen Sie zurück" — fuhr er zu kreischen fort — „Sie sollen eine Simcho erleben, wie noch niemals seit dem chorbon bes hamikdosch^) war!" „Wie Sie sehen, lieber Nebb Jauno!" — sagte Frau Nathansohn — die durch die lauten Verheißungen des Nabbi Jauno aus ihren trüben Gedanken erweckt wurde — „mußte mein Mann Sie für eine kurze Zeit verlassen. Er fühlt sich etwas unwohl, womit kann ich also dienen!" „Dienen?" — frug Rebb Jauno ganz erstaunt — „Ich soll leben. Nicht Ihr, sondern ich will Euch dienen, wie Euch noch kein Mensch gedient. Ich will, daß die hachsudo Moras Nochel, Ihre Tochterlebeu----!tt 1) Willkommengruß. 2) Mit göttlicher Hilfe. 3) Glück. 4) Fromm. 5) Waisen. 6) Verzeiht mir mit vollständiger Verzeihung. 7) Zerstörung des Heiligthums. „Was wissen Sie von meiner Tochter?" — unterbrach ihn Sara, die ihn nicht ganz verstanden hat, mit athemloser Spannung. „Was ich von Ihrer Tochter weiß?" — sagte Nebb Jauno mit eigethümlichem Blicke — „Nun ich soll leben, nur alles Gute. Daher Hab ich auch in der machschowe, daß sie Kalle werde. Mit einem Chosen sage ich Ihnen, ich soll leben! Er ist der größte Choschuw im Khal!" Frauen vergessen in der Regel Kummer und Trübsinn, wenn es sich um eine passende Heirath für ihre Kinder handelt. Allch Frau Nathansohn vergaß für einen Augenblick, daß das Ausbleiben ihres einzigen Kindes sie mit Angst und Schrecken erfüllt habe und frug neugierig: „Und wer ist der Chosen?" „Ich soll leben!" — erwiederte Nebb Jauno hastig — „Einer Frau sage ich es nicht. Wo ist ' Rebb Heinrich?" „Sie hörten ja!" — sagte Sara — „er ist zum Doctor gegangen!" „O weh!" — schrie Nebb Jauno — „Er ist zum Chosen gegangen, so hat mir Jemang inasig gewul gewesen!" „Was?" frug Frau Nathansohn überrascht — „Dr. Priester soll doch etwa nicht der Chosen sein!"/ „Chas wescholom!" sagte Nebb Jauno mit selbstbewußtem Lächeln — „Ihre fromme Rachel soll einen Nabbi, unfern Nebbeleben bekommen! Dr. Priester mag seine Hulda, die ich ihm als Kalle bestimmt habe, heirathen. Ist es nicht eine große Simche?" Bevor Sara Zeit fand, zu antworten, raffelte ein Wagen und hielt vor dem Hause. 14. Capitel. Unerwartet. Ein kräftiger Peitschenknall störte Frall Nathansohn in ihrer interessanten Unterhaltung mit Nebb Jauno. , Halb neugierig, halb ängstlich eilte sie an's Fenster, um nachzusehen, wer eigentlich in. dem Wagen vorgefahren sei. An Rahel hatte sie während der letzten zehn Minuten nicht gedacht, sie hatte ihren Kummer und Gram über ihr Ausbleiben im Laufe ihres Gespräches mit Nebb Jauno vergessen. Nun blieb sie vor Ueberraschung wie zum Steinbilde erstarrt stehen. Und war etwa die Ueberraschung der guten Frau unberechtigt? Vor dem Hause hielt eine elegante Equipage, die mit zwei feurigen Nossen bespannt war. Der Kutscher, welcher in reicher LivrL war, nahm seinen

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