Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1884)
- Date
- 1884-09-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Hinrichtung, die unser großer Lehrer Mofcheh auf den Nath seines Schwiegervaters Jithro und unter Zustimmung Gottes getroffen, daß er Richter einsetzte, die das Volk richteten, die Streitigkeiten beilegten und Jedermanns Rechte vor Unterdrückung und Gewaltthaten schützten. Als Jofua das heilige Land erobert und vertheilt hatte, da schloß er einen Bund init dem Volke, auf daß es Recht und Gerechtigkeit zur Grundlage seines Staatswesens mache (Josua C. 24, V. 25). Und jedesmal, wenn diese Grundlage verlassen wurde — bien? \ti □'ECntrn in den Zeiten, da man die Richter richtete, das heißt, da die Richter machtlos der Willkür und der Rache der Vergewaltiger preisgegeben waren — gerieth das Volk in Elend und Roth, bis wieder ein wahrhafter Richter ausstand, der die Nation zurückführte auf die Bahn des Rechts und der Gerechtigkeit. Von Samuel wird erzählt, daß er im Lande umherreiste von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, um überall die Wege des Rechts zu ebnen. David's höchster Ruhm war es, Recht und Gerechtigteit zu üben, wenn es heißt: (Psalm 119, V. 121): „Geübt habe ich Gerechtigkeit und Recht, so überlasse mich nicht meine Unterdrückern." Als Salomo die Negierung antrat, da bat er Gott nicht um langes Leben und nicht um Reichthum, sondern um ein verständnißvolles Herz, auf daß er das große ihm untergebene Volk führe auf die Bahnen der Gerechtigkeit, zu unterscheiden zwischen gut und böse. Und Gott gewährte seinen Wunsch, und ganz Israel fürchtete den jungen König, denn sie sehen, daß Weisheit Gottes in ihm war, zu üben Gerechtigkeit. (1 B. der Könige C. 3, V. 9—10 und 28.) Als der fromme König Jehoschaphat das Erbe seiner Väter antrat, da stellte er Richter an im. Lande in allen Städten Jehuda's. Und er sprach zn den Richtern: Seid sorgfältig im Gericht, den» ihr seid dem allmächtigen Gott dafür verantwortlich. So möge denn die Furcht vor Gott über euch walten, denn der Ewige, unser Gott, duldet nicht Unrecht, nicht Ansehen der Person, nicht Annahme von Bestechung. „(2. B. der Chronik, C. 19, V. 5, 6 und 7). Auch Joschijahu suchte das zerrüttete Staatswesen durch die Wiederherstellung von Recht und Gerechtigkeit neu zn begründen, und wenn Gott uns den heißersehnten Erlöser senden wird, so werden durch ihn Recht und Gerechtigkeit auf der ganzen Erde erwachsen, wie es heißt: „Und es wird hervorgehen ein Zweig aus dem Stamm Jischai's, und ein Sprößling wird aus seinen Wurzeln emporgrünen. Und es wird ruhen auf ihm der Geist des Ewigen, der Geist der Weisheit undVer- 1212 nunft, der Geist des Rathes und der Stacks der Geist der Erkenntniß und der Gottesfurcht. Und Er wird ihn anhauchen mit Gottesfurcht, und nicht nach dem Schauen seiner Augen wird er richtet und nicht nach dem Hören seiner Ohren wird er entscheiden. Und er wird richten mit Gerechtigkeit die Armen und Zurechtweisen mit Geradheit die Bescheidenen im Lande, und er wird schlagen das Land mit der Zuchttuthe seines Mundes und durch den Hauch seiner Lippen wird er tödten den Bösewicht. Und es wird seine Gerechtigkeit der Gürtel seiner Lenden und die Treue der Gürtel seiner Hüsten. (Jesaias C. 11, B. 1—5.) Weil unsere Väter die Bahnen der Gerechtigkeit verkästen hatten, deßhalb wurde unser Heiligthum zerstört und unser Volk aus seinem Lande verttieben, wie es heißt: Deine Fürsten sind Abtrünnige und Genossen von Dieben,, ein Jeder liebt die Bestechung und jagt nach der Belohnung, das Recht der Waise führen sie nicht, und der Streit der Wkttwe gelangt nicht zu ihnen. Deßhalb spricht der Herr, der Ewige Zebaoth, der Starke Israels: Führwahr, ich fordere Genugthuung von meinen Widersachern, nehme Rache an meinen Feinden!" (Jesaias C. 1, B. 23 und 24). — Durch die Wiederkehr zu Recht und Gerechtigkeit wird die Erlösung herbeigeführt, wie es heißt: „Zion wird durch das Recht erlöst werden und ihre Rückkehrenden durch Gerechtigkeit. „(Jesaias C. 1, B. 27) und ferner heißt es: „Suchet das Recht, macht das geschehene Unrecht wieder gut, führet das Recht der Waise und den Streit der Wittwe — wohlan denn, wir wollen rechten, wird sprechen der Ewige, wenn sein werden eure Sünden wie rothe Schnur, wie Schnee werden sie weiß werden; wenn sie roth sein werden wie Purpurschnecke, wie weiße Wolle werden sie sein. „(Jesaias C. 1, B. 17 und-18) und ferner heißt es: „Beobachet das Recht und - übet Gerechtigkeit, dann ist nahe meine Hilfe zu kommen und meine Milde sich zu offenbaren" (Jesaias C. 56, V. 1). Und so hat auch Salomo in feiner Weisheit gesprochen: „Zu üben Gerechtigkeit und Recht ist vorzüglicher beim Ewigen, denn 'Opfer. (Sprüche C. 21, B. 3). Das Recht ist die Grundlage der menschlichen Gesellschaft; das Fehlen desselben führt' zum Untergänge; die Rückkehr zu ihm führt die Erlösung des Menschengeschlechts herbei. r :. - (Fortsetzung folgt.)