Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1884)
- Date
- 1884-09-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M 73 t j Ei» Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von LSu». Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 11. September 5644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S Ausland 16 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postäniter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die drcigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Ocsterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. öftere., sür's Ausland 16 ReichS-Mark an die Expedition franco einzusendeu. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Vater. — Schosar. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Raschkow. — Rumänien: Bukarest. — Feuilleton: Verschollen und vergessen. — Räthscl. — Inhalt der erste» Beilage: Zeitungsnachrichteu und Korrespondenzen: Deutschland: Aus Thüringen. — Ocst. -Ungar. Monarchie: Krakau. — Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin, t^reijswald. Erfurt. Hamburg. — Oest.-Nng. Monarchie: Wien. — Rußland. — Amerika. — Leitende Artikel. Are Sprüche der Mter. XXXVI. Mainz, deu 9. September. Als die erste Grundsaule, durch die das Bestehen der menschlichen Gesellschaft bedingt ist, nennt uns Nabbon Schimeou ben Gamliel die Gerechtigkeit. Es gab eine Zeit, in welcher die Gerechtigkeit ganz und gar von der Erde verschlvunden tvar. Don yiNn toan\ und die Erde war voll von Gewaltthat (1. B. M., C. 7, V. 11.) Da konnte die menschliche Gesellschaft nicht länger bestehen. „Und Gott sprach zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist gekommen vor Mich, denn voll ist die Erde von Gewaltthat von ihnen, und siehe, Ich werde sie verderben von der Erde ty N7N dh in onn: n7 (Sanhedrin 105). Als in der menschlichen Gesellschaft Gerechtigkeit nicht mehr zu finden war, als die Stärkeren die Schwächeren straflos unterdrückte» und beraubten, da blieb die Vernichtung des Menschengeschlechts nicht aus, und nur die eiue Familie fand Gnade vor Gott, die sich an den Gewaltthateu der übrigen Menschen nicht betheilkgt hatte. Man könnte fragen, warum die Schwachen, die Unterdrückten, die Beraubten nicht verschont blieben; allein auch diese hatten Gewaltthaten gegen Andere, noch Schwächere, geübt; und diese wieder hatten durch Bereinigung die Kraft gefunden, auch ihrerseits Gewaltthaten zu üben, um sich, nachdem sie den gemeinsamen Feind gedemüthiget, untereinander zu brrauben und zu vergewaltigen. Dem sündigen Geschlechte, dem die Gerechtigkeit abhanden gekommen war, in dem kein Richter richtete, um dem Beraubten ju seinem Rechte zu verhelfen, blieb nichts Anders übrig als die Vernichtung. - Ein neues Geschlecht erstand, und als die Entartung wiederum überhand nahm, da erwählte Gott unseren Vater Abraham, auf daß er der Stammvater eines Volkes werde, welches das Recht und die Gerechtigkeit als die Grundlage seines Daseins betrachtet, wie es heißt (1. B. M., E. 18, B. 19.) „Denn Ich habe ihn deßhalb erwählt, damit er befehle seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, daß sie beobachten den Weg des Ewigen, zu üben Gerechtigkeit und Recht, damit bringe der Ewige über Abraham, was Er über ihn verheißen." Als Israel aus Mizrajim zog, war die erste