Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 71 (4.9.1884)
- Date
- 1884-09-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1186 weiße Beinkleider zu trage». Aber die Gesichtszüge stimmen nicht. Die Farbe des Haars und des Barts ist eine andere. Auch die Warze an der Stirne verleiht dem Gesichte eine ganz andere Gestaltung." ' „„Bart und Kopfhaar,"" sagte der Detective, „„können gefärbt sein; auch ist es möglich, daß die Warze auf künstlichem Wege hergestellt ist. Wir wollen den Burschen im Auge behalten."" Die Beiden folgten dem Manne mit den weißen Beinkleidern auf Schritt und Tritt, bis derselbe sich in das Astor-Haus begab. Einige Zeit nachher traten Ludwig und der Detective in den großen Kaffeesaal. Da saß der Mann, aus einem Röhrchen behaglich Eislimonade schluckend. „Earl Hochstetter!" rief Ludwig mit lauter Stimme in den Saal hinein. Der Mann ließ das Röhrchen aus dem Munde fallen und sprang erschreckt in die Höhe. „Guten Morgen, Carl," sagte Ludwig. „Finde ich Dich endlich? Ich habe Dich lange genug gesucht!" „„I (lo not widerstand,““ stammelte der Angeredete. „Mache keine Flausen Carl! Gib mir das Geld wieder, das Du mir gestohlen, und ich will von jeder weiteren Verfolgung abstehen." Unterdeß war der Detective mit einem nassen Schwamme über die Stirn des Verfolgten gefahren, so daß die Warze sich loszulösen begann. „Mein Herr," rief der Mann in deutscher Sprache, „was unterstehen Sie sich!" „„Siehe,"" sagte Ludwig, „„Du sprichst ja auf einmal deutsch!"" Der Detective aber sagte lächelnd: „Ich bin Polizeibeamter, mein Herr und zugleich ein wenig Doctor; ich will Sie von dieser häßlichen Warze, die Sie so sehr entstellt, befreien." Dabei wiederholte er das Experiment, und die Warze verschwand unter seiner geschickten Hand. „„Mache mich nicht unglücklich, Ludwig"" sagte der Verbrecher zitternd. „Ich habe ja schon gesagt: gib das geraubte Geld zilrück, und ich werde Dich nicht weiter verfolgen." Der Dieb konnte allerdings die ganze Summe nicht zurückerstatten; fünfhundert Thaler hatte er schon verausgabt, theils für Reisekosten, theils für den Antheil, den er seinem Complicen gegeben. Ludwig ließ ihm noch hundert Thaler, damit er im fremden Lande nicht ganz mittellos sei. Nachdem Ludwig diese Angelegenheit zum glücklichen Ende geführt und den Detective» reich belohnt hatte, wäre er gern mit dem am andern Tage abgehenden Dampfer „Friede" nach Europa znruckgekehrt. * Da er jedoch einmal in Amerika war, beschloß er, einige Geschäftsfreunde in New-Jork, Philadelphia, und Baltimore zu besuchen. Er schrieb daher seinen Lieben, daß er eine Karte für das in vierzehn Tagen abgehende Dampsboot „Aviso" gelöst habe. (Fortsetzung folgt.) Lang war es mit dem zehnten, länger ist Es leider mit dem sechsten unsrer Zeichen; Wie schlimm 's auch sei, der Gott, der da gewacht, Wacht heute noch — uns darf nicht Furcht beschleichen. Und dem, der einst mit schwachem Arm erschlug Den Ersten, wird ein starker Sproß erstehen; Dess' Schritt ist Segen, seine Fahn' ist Heil, Das Zweite wird durch ihn zn Ende gehen. . £ , ■ 3». B. Stern. Auflösung erfolgt in Nr. 7.1. Die Namen der richtig Lösenden werden, wen» uns solche bis längstens Dienstag Bormittag den 9. September zugegangen, in der folgenden Nummer veröffentlicht. Auflösung des Räthsels in Nr. 69: njJ? (Mond) — rtinV (Weihrauch) Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erscheint in der nächsten Nummer. Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition große Bleiche Nr. 4L. Druck und Verlag von OScar Lehmann in Mainz.