Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1884)
- Date
- 1884-08-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449470--20696-2510238- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
und Weh der Seinigen nahe am Herzen liegt, mit Recht und nicht ohne Bangen die Frage stellen muß: Wohin? da ein Fehlschritt in dieser Richtung die traurigsten Folgen nach sich ziehen müßte. Dies ist der Punkt, auf welchen ich die Aufmerksamkeit derjenigen Institutionen und einzelnen einflußreichen Persönlichkeiten Ihres Landes lenken möchte, die sich in ihrem edlen Bestreben der erhabenen Mission unterzogen haben, ihren bedrängten Glaubensgenossen in der Roth mit Rath und That helfend zur Seite zu stehen, und will ich es gleichzeitig versuchen die Mittel und Wege, die zur Beantwortung dieser bedeutsamen Frage, deren ernsten Character wohl Niemand unterschätzen wird, einigermaßen anzudeuten. Die Mitglieder der erwähnten Institutionen im Vereine der gedachten einzelnen Persönlichkeiten sollten ein Comitü bilden, dessen Aufgabe es sein soll, sich einerseits mit den maßgebenden Personen in den verschiedenen Welttheilen, die die Colonisation ihrer Gebiete anstreben, in Verbindung zu setzen, um aus zweifellos verläßlicher Quelle die umfassendsten Informationen einzuholen über den Ackerbau, die merkantilen Verhältnisse, die Verkehrmittel, das Elima u. s. w., vorzüglich aber über die Bedingungen und Vorschriften, unter denen die Einwanderer zugelassen und bei Ansiedlung eventuell sich zu unterziehen hätten, andererseits die auf diese Weise gewonnenen und zu prüfenden Erfahrungen und Einblicke in die Lage und in die Verhältnisse dieser Ortschaften zur Belehrung und- Berathung derjenigen zu verwerthen, die ausznivandern gezwungen sind. Den zur Emigration entschlossenen Personen wäre in diesem Falle der bedeutende Bortheil geboten, sich vertrauensvoll an das ComitL um Rath zu wenden, welches dann einen: Jeden nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit und etwaigen Capitalsbesitzes, die für denselben am geeignetsten Ortschaften auzuweisen hätte, und auch noch ferner nebst den nöthigen Instructionen über die zu Erreichung seines Zieles einzuschlagende. Richtung, je nach Verdienst mit Anempfehlungs- Schreiben zu versehen, nur nicht an Ort und Stelle angelangt, verlassen, als Frenrder von Niemandem gekannt, von Nieniandeu: beachtet, dazustehen. Dies ist von um so größerer Wichtigkeit, als die Eingewanderten in den meisten Fällen der betreffenden Landessprache nicht mächtig sind. .: Dem in Rede stehenden Comitb sollte es ferner obliegen, den Auswanderern, die in Bezug auf Preise, Conffort und Sicherheit zu bevorzugenden Transport-Gesellschaften anzugeben und eventuell die Transport-Bedingungen für die jeweiligen Auswanderungs-Gruppen mit denselben zu vereinbare». Es wäre dadurch Gelegenheit geboten, die Evidenzhaltung der sich an der Emigratwn Betheiligten zu ermöglichen und auch später nach Anlangen in ihren Bestimmungsorten mit denselben Fühlung zu behalten, u:n sie in jenen Fällen, wo sie sich zahlreich an einem Orte mederkaffen, zu einer Orgamsation ihres Gemeindewesens anzuhalten und ihnen auch hierin, insoweit als möglich, behülflich zu sein. Die den Emigranten zu erwachsenden Wohlthaten eines in den: hier angedeuteten Sinne gegründeten Countys, sind ebenso unschätzbar als unendlich. C. Rf. Zeitungsnachrichten stnb Correspondenzerr. Deutsch tank Breslau. Dem Protokolle der sechsten ordentlichen Generalversamnrlung des Vereürs isr. Lehrer in Schlesien und Posen am 1. und 2. Juni 1884 entnehmen wir: ' .' . Dr. Mattersdorf-Gleiwitz hielt einen Vortrag über: „Methode des ersten hebräischen Unterrichts in der jüdischen Religionsschule."; Daß der Unterricht im Hebräischen, so begann der Redner, einen integrirenden Theil des jüdischen Religionsunterrichts zu bilden habe und Uebersetzen der Gebete und Bibel umfassen muffe, darüber herrsche wohl in den Kreisen der Lehrer völlige Uebereinstimmung, jedoch über die bei diesem Unterricht anzuwendende Methode gingen die Ansichten auseinander. Zwei Methoden hauptsächlich seien in Geltung, die des mechanischen Vor- und Rachübersetzens und die streng grammatische. Redner hält beide Methoden für ungeeignet beim ersten Unterricht; erstere sei zeitraubend mid geisttödtend, daher ganz unbrauchbar für unsere Zeit, letztere setze allgemeine sprachliche Kenntnisse voraus, erfordere viel grammatische Uebungen und gewähre endlich für das praktische Bedürfnis des Verstehens der Gebete und der Bibel keinen unmittelbaren Stutzen. Darum muffe sich der Lehrer eines Verfahrens bedienen, welches die-beiden angeführten Methoden gewissermaßen in sich vereinige.. Der Geist des Hebräischen, so führte der Redner weiter aus, weiche von dem der deutschen Muttersprache ab, indem jenes durch einzelne Buchstabe»,