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Der Israelit · 1884-08-21 · Heft 67 (21.8.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 67 (21.8.1884)
Date
1884-08-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XLV. Jaürgmiz. *;; •; : : Erste Seilllgr ju Jlr. 67 des Israelit. Leitender Artikel. Zur Lage der Juden in "Rumänien. Jassy, 10. August 1884. In Folge der Errichtung einer Vertretung eines Neiseburcau's ain hies. Platze zum Zwecke der Auswanderung nach Kanada, ist Gelegenheit geboten, das Emigrations-Thema zu besprechen und näher in Betracht zu ziehen, dies umsomehr, als in Rumänien seit einiger Zeit, sei es in Folge des fast allgemein schlechten Geschäftsganges, welcher sich von Jahr zu Jahr noch zu verschlimmern scheint, sei es in Folge der schlechten Behandlung, die die Negierung den Einwohnem jüdischer Confession zu Theil werden läßt, die eben die bedeutendsten Faktoren des hierländischen Handels sind, und auch noch aus verschiedenen anderen Gründen, bei vielen Einwohnem dieses Landes der Wunsch rege wurde, ihre Lage durch Auswanderung zu verbessern. Die von Tag zu Tag sich vermehrenden Gesetze, die zwar äußerlich einen allgemeinen Character haben und in manchen Fällen sogar in harmloser Natur erscheinen, gestalten sich bei ihrer Anwendung auf die Juden zu wahren Inquisitions-Apparaten und untergraben in der rücksichtslosesten und grausamsteu Weise ihre ohnehin zur Genüge traurige Existenz. Der Kreis, in dem sich die Juden heutzutage hier noch bewegen können, ist auss äußerste beschränkt, und dennoch schwirren Gerüchte in der Lust von vergifteten Pfeilen, die uns von der Negierung in Form von Gesetzen noch ferner bereitet werden. Es ist daher kein Wunder, wenn der sonst so rege Geschäfts- und Unternehmungs-Geist unserer Glaubensbrüder unter der Wucht der vielen sie beengenden Ausnahms-Gesetze einer fast allgemeinen Entmuthigung gewichen ist, und die Ungewißheit ihrer Läge sie in eine stete Aufregung versetzt. In Anbetracht dieser betrübenden Umstände, zu deren Veränderung zum Bessern wir leider nicht die geringste Hoffnung haben — wenigstens läßt es die Haltung der Regiemng nicht zu, daß wir uns diesbezüglich irgend einer Jllussion hingeben sollen —und insolange wir von derselben, welcher Parteirichtung sie auch angehören möge, Nichts zu erwarten haben, was auf eine Umkehr der gegen uns eingeschlagenen Richtung schließen ließe, ist cs für einen jeden unserer Glaubensgenossen dringend geboten, sich je ftüher, desto besser nach einer neuen Heimath nmzusehen. Es finden sich in der That bereits solche unter allen Schichten der jüd. Gesellschaft, die diese Nothwendigkeit eingesehen haben, obgleich der Veranlassung hierzu die verschiedenartigste» Ursachen zu Grunde liegen. Es gibt manche, die als Opfer der Gesetze, andere, die zum Müßiggang gezwungen, ans Armuth und Erwerbslosigkeit hierzu nothgedrungen sind, und wählen solche Leute gewöhnlich den ersten besten Ort, von dem sie zufälligerweise Kenntniß erlangen, oder der von ihnen unter den gegebenen Verhältnissen am leichtesten zu erreichen ist, ohne sich viel darum zu bekümmem, welchem Schicksale sie entgegengehen; denn sie haben in keinem Falle was zu verlieren. Es gibt aber auch solche, die obzwar von der Schärfe der Gesetze noch nicht direct betroffen, die einer besseren Gesellschaftsklasse; den gebildeten und auch nicht ganz unbemittelten, mitunter sogar den wohlhabenderen Ständen angehören, die aus einem oder dem andern Grunde der Emigrations-Idee nicht abgeneigt sind, sich unter gewissen Umständen zur Auswanderung entschließen würden, wenn es ihnen möglich wäre, sich von den Verhältnissen in der neu zu erwählenden Heimath einigermaßen Rechnung geben zu können. Es ertönen Rufe an die Enropamüden von verschiedenen Theilen der alten und neuen Welt, einer verlockender als der andere, so daß der Aengstlichste, der Wasserscheueste sich allmählich rillt einer längeren Reise zu Wasser befreundet, sich mit dem Gedanken vertraut macht, anszuwaridern, um so den Rohheiten und Böswilligkeiten seiner Verfolger zu entgehen und sich in einer neue» Heimath unter doppelter Anstrengung, wenn es sein muß, eine geachtete Stellung zu erwerben, um der Zukunst ruhig entgegensetzen zu können. Aber diese Welttheile, von denen die meiste» kaum dem Namen nach hier bekannt sind, gehöre» wohl für den größten Theil der Reflektanten inS Reich der spanischen Berge, durch welchen Umstand, selbst wenn der Emigrations-Entschluß auch schon gefaßt, ist, sich der Familienvater, dem daS Wohl

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