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Der Israelit · 1884-08-18 · Heft 66 (18.8.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 66 (18.8.1884)
Date
1884-08-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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finden wir auch von Esra berichtet (Esra &. 7. V. 10). „Denn Esra richtet sein Herz darauf, zu erforschen die Lehre des Ewigen und zu thun und (genau so) zu lehren in Israel Gesetz und Recht. — Es ist selbstverständlich der Gedanke völlig ausgeschlossen, daß Schammai hier dem lockern Grundsätze so mancher Prediger: „Thnt nach meinen Worten und nicht nach meine» Thaten!" entgegentreten wollte ppDy 'jrtrc vbi, da es sich in dieser Maßechtha nur um Vorschriften der höheren Sittlichkeit handelt; es soll vielmehr die strenge Konsequenz hervorgehoben werden gegen sich und Andere. Es hat dieser Grundsatz seine großen Vorzüge. Die große Menge wird nicht irregeleitet, wenn Alles nach einem Maßstabe gemessen wird. Anders jedoch war der Grundsatz der Schule Hillel's. In ihr hielt inan cs für gestattet, gegen sich strenger zu sein, als gegen Andere. (Vergleiche Bezah. C. 2. Mifchnah 6 8int?] bn'bm pi Vw rnrr n'2 bzb p^pm pay piwa vn (ym ebenso Jdioth 3, 10). — Da auch hierin die religiöse Praxis nach der Lehkmeinung der Schule Hillel's sich richtet, da es bewährten, frommen Männern gestattet ist, für sich alls alle Erleichterungen zu verzichten, der großen Menge dagegen die Ausübung der religiösen Pflichten nicht zu erschweren, so wird von den meisten Commentatoren eine andere Erklärung des Ausspruchs Schammai's gegeben, die auch in Bezug auf den Zusammenhang mehr gerechtfertigt erscheint, rui'jn 2ii28 ,y3p imm ntry 3oi8 '8ON D^D 23D2 D28H *?2 N8 72pO '2M ,N22!2 „Schammai sagte: Mache Dem Studium der Gotteslehre zu einer feststehenden Beschäftigung, sprich wenig und thue viel und empfange jeden Menschen mit freundlichem Angesichte." Es sind die drei Weltensäuleu Schinieons des Gerechten, die zu erhalten, und zwar in einer ganz bestimmten Weise zu erhalten, Schammai uns an's Herz legt. Die erste der drei Säulen, auf denen die Welt steht, ist das Studium der Gotteslehre. Durch die Ertheilung der Thora hat Gott uns vor allen Völkern der Erde beglückt. Mit ihr uns zu beschäftigen, sie in uns aufzunehmen, ist unser vorzüglichster Lebensberuf. „Mache Dein Studium der Thora zu einer feststehenden Beschäftigung." Laß dieses Studium die Hauptbeschäftigung Deines Lebens sein und bettachte alles Andere, selbst den Erwerb Deines Unterhaltts, im Vergleiche mtt ihm als nebensächlich. Bestimme nicht eine oder zwei Stunden des Tages für dieses heilige Studium, sondern widme ihm jeden Augenblick, den Du dafür erübrigen kannst. Bist Du aber durch die Roth und den Drang des Lebens gezwungen, den größten Theil Deiner Zeit der Gewinnung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse zu widmen, so bestimme wenigstens einige Stunden täglich dem Thorastudium; diese aber lasse denn auch unwandelbar feststehend sein; laß Dich durch nichts veranlassen, die hierfür bestimmte Zeit zu verkürzen oder sie gar mit andern Beschäftigungen auszufüllen. jnp ")nnn Ein weiser Mann, Rabbi Samuel de Oseda, hat die Bemerkung gemacht, daß das Wort "|min „Deine Thora" der näheren Erklärung bedarf; nach der soeben von uns dargelegten Deutung müßte es heißen „Dein Studium." Er hat daher eine andere Erklärung versucht, die wir hier wiedergeöen wollen. Das Psalmbuch beginnt mit dem Verse: „Heil dein Manne, der nicht wandelte km Rathschluffe der Frevler und auf dein Wege der Sünder nicht stand und im Sitze der Spötter nicht saß. rvnra ok '2 nWn dov mrr imiroi luon *n. Sondern an der Lehre des Ewigen ist sei» Wohlgefallen und in seiner Lehre forscht er bei Tag und. bei Nacht." — Es muß erörtert werden, warum der heilige Sänger hier mit den Ausdrücken wechselt; zuerst nennt er die Thora „Die Lehre des Ewigen" und nachher nennt er sie innin, „seine (des Frommen) Thora;" ferner bezeichnet er das Verhalten zur Thora im Vordersätze als iWn „sein Wohlgefallen," während er im Nachsatze die immerwährende Beschäftigung mit ihr verlangt. Schon unsere Weisen haben diese Frage erörtert. ranpi 8'Tt nVnno imm n8npi m "r nun. So lange der Mensch, lehren sie, nur Wohlgefallen an der Thora findet, heißt sie: „die Lehre des Ewigen;" sobald aber der Mensch eifrig iu ihr forscht, so wird sie ihm selbst zu eigen umn. — Man kann aber die aufgeworfenen Fragen auch noch kn anderer Weife lösen. Die Thora, die uns Gott gegeben, enthält zunächst, dem einfachen Wortsinne gemäß, die Vorschriften über unser Denken, Reden und Thun. Außerdem enthält sie aber auch eine unendliche Fülle großer, wichtiger und heiliger Lehren, die uns die Geheimnisse des Menschendasekns und der Weltenlenkung offenbaren. Es ist dies: die heilige Wissenschaft der Kabalah. Auch sie ist in der Thora enthalten; aber der staubgeberene Mensch kann trotz heißen Bemühens von ihr hienieden nur Weniges erfassen. Selbst unserm großen Lehrer Moscheh war die Ersteigung der höchsten Stufe dieser heilige»

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