Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1884)
- Date
- 1884-08-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M 66, Der Israelit t Ein ' ■ Centtal-Organ für das orthodoxe Zndenthnm. Herausgegeben von 29,-. Lehmann in Mainz. Montag, den 18. August 5644(1884): Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen, des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür's Ausland 16 Reichs-Mark. Alan abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungeil und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., sür's Ausland 16 Reichs-Mark an die (Spedition ‘ - ■ franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Ein Trost-Artikel. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. — Rußland: Bobruisk. — Feuilleton: Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners. — Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Ueber Religio» und religiösen Sinn der Neuzeit. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: 2mal Berlin. 2mal Frankfurt a. M. Hamburg. — Frankreich: Paris. — Li elende Artikel. Die Sprüche der Jäter. . XXX. Mainz, den 14. August. Der würdige Freund und Genosse Hillel's war Schammai. Beide wurden sie Gründer großer Schulen, die ihren Namen führten und deren Lehrmeinungen in manchen Dingen von einander abwichen. Es war ein d w np'frnD, ein Streit, dem auf .beiden Seiten die lautersten Motive zu Grunde lagen. Beide Schulen sowohl, wie deren Leiter waren auf's Aeußerste bemüht, die Thora zu erhalten und für vorschriftsmäßige Ausführung der Gottesgebote Sorge zu tragen. Man hat sich in unserer Zeit bei „religiösen Differenzpunkten" fälschlich auf das Beispiel Hillel's und Schannnai's oder vielmehr deren Schulen berufen; wir sagen 'fälschlich; denn zwischen jenen beiden Schulen gab es keine religiösen Differenzpunkte im modernenSinne. In den Grundsätzen waren beide einig: beide erkannten die "Göttlichkeit der Thora an, der schriftlichen, wie der mündlichen Lehre, und die Verpflichtung, nach dem Gottesgesetze zu leben. Nur in der Auffassung und Ausdehnung mancherNelkgionsvorschriftcn gingen ihre Meinungen auseinander. Die Schüler Schammai's waren im Allgemeinen schärfer in Bezug auf die logischen Eonsequenzen und strenger in der praktischen Ausführung als die Jünger Hillel's; dagegen zeichneten sich diese durch große Bescheidenheit aus; auch bildeten sie die Mehrzahl. Beides brachte zu Wege, daß die Halacha in den meisten Fällen der Lehrmeinnng der Schule Hillels gemäß festgestellt wurde. Die große und strenge Eonsequenz der Schule Schannnai's spricht sich nach einer Erklärung des Nabbeno Obadjah Mibartinora in dem ersten Theile von des Meisters Wahlspruch ans. Aus Rücksicht für die soeben besprochenen Verhältnisse wollen wir diesen ersten Theil zunächst für sich betrachten und ihn erst später, anderen Erklärern folgend, im Zusammenhänge mit den zwei andern Theiten in Erwägung ziehen. yap yvm nvP ivin '«dp „Schammai sagte: Mache Deine Thora zu einer feststehenden," das heißt, thue genau so, wie Du lehrst, nimm es nicht strenge für Dich, während Du für Andere Erleichterungen anfsnchst; und so