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Der Israelit · 1884-08-07 · Heft 63 (7.8.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 63 (7.8.1884)
Date
1884-08-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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bestens 2000 Schafe, 50 melkende Kühe, zu deren Abwartung (Schur, Milch, Reinigung rc.) Diener engagirt werden; der Vorstand hat das Recht, im ersten Jahre zu allen den Viehstand betreffenden Angelegenheiten einen nichtjüdischen Affocie hinzuznnehmen. Deßgleichen soll zur Auswahl des für Weinbau geeigneten VodeuS ein Agronom angestellt werden. Zum Weinbau wird vorläufig ein Raum von lOO Quadrat Tnnam bestimmt und alljährlich erweitert. Der Platz soll durch eine Dornenhecke eingezäumt, und auf der Höhe desselben einWächtcrhaus ausgeführt werde«. Die Arbeiter, welche die europäischen Ackergeräthe verwenden, erhalten wöchentlich 9 Francs, doch sind die Vorsteher und der Qeconom berechtigt, für bcsondern Fleiß und Pflichttreue zu gcwipen Zeiten den Wochenlohn zu erhöhen. Von der Gesellschaft werden gewählt: ein Vorsteher, ein Qeconom und ein Kassirer und zwar sotten alle diese, wenn möglich, honorirt werden; ferner eine Revisionsconnnission zur zwanglosen Revidirung der Eaffenverhältniffe. — Das Ressort des Vorstehers besteht darin, womöglich die von den frühcrn Besitzern der in der Eolonie erbauten Häuser für die Arbeiter und sonstige jüdische und nichtjüdische Angestellte Magazine und Ställe zu erwerben, die große Eisterne in Amlebesch herzustcllen und zu überdachen rc., sowie die Gesellschaft nach Außen (z. B. bei Gericht) zu vertreten, für dieselben die Steuern zu bezahlen rc. Dieser Gesellschafts-Vertrag ist bis zum nächsten Schmittajahre (5649) abgeschlossen; alljährlich wird der von Getreide und Weinbau zu erhoffende Nutzen bis aus die zur Aussaat, Futter und sonstige Gesellschafts-Auslagen erforderliche Summe an die Mitglieder vertheilt, von dem des Viehstandes jedoch wird 20"/o zur Erweiterung des Inventars verwendet. — Etwaige Differenzen soll wo möglich die Eommission ausgleichen; gelingt es ihr nicht, so muß als die letzte Instanz ein Schiedsgericht gelten, welches derart zusammengesetzt ist, daß sich Jeder der streitenden Parteien einen Schiedsrichter wählt und diese sich über einen Obmann vereinigen. Wenn das Eaffensaldo weniger als 300 Rubel ist, so muß jeder Theilnehmer 15 Rubel zu derselben zusteuern. — Dies die Vereinbarungen, die wie ich höre OMv v p"trn endgiltig beschlossen werden sollten. Nun auf dem Papiere machen sich die Stipulationen sehr gut, aber damit ist noch sehr wenig gethan. Die Hauptsache ist, daß sie im brüderlichen Miteinander ausgeführt werden und Friede und Eintracht in der Gesellschaft waltet. Es ist ihr wahrlich von Herzen zu wünschen, nicht nur, weil sie eine siebenjährige Leidenszeit nberstanden und von den Sonnenstrahlen des „Krösus" der Palästinensischen Eolonien ganz ausgeschlossen blieb, sondern weil keine wie diese rmsjn mm auf ihre Fahne geschrieben, und weil ein höchst zuverlässiger Rabbiner sowohl den täglichen, hebräischen und talmudischen Unterricht der Schuljugend, als auch die religiöse Belehrung der Erwachsenen in den Abendstunden wie an Sabbat und Festtagen sreudigst und gewisjenhaftest einhält. Um dieser Institute, der Erhaltung der Lehrer und ärmeren Schüler willen treten auch schon seit zwei Jahren edle Zionsfreunde für diese Eolonie ciiil Möge sie mehr und mehr Theilnahme finden. ZN Hagen der Prüfung. Von Jda Barber. VI. Als Rebecka Stroßky die^Nachricht von der glücklichen'Wendnng ihres Schicksals erhielt, war ihr Gesicht von Freudcnthränen überflnthet. „Gott l Gott! Du bist gerecht!" rief sie mit erhobenen Händen; Du bringst Licht in die dichteste Finsternis;! Du richtest auf die Gebeugten, entlarvst die Verbrecher!" Noch am selbigen Tage wurde sie den Ihrigen .zurückgegeben. Wer beschreibt das Gefühl der Freude, als sie, zum ersten Male wieder, ihre lieben, herzigen Kinder an ihre Brust drückte! Doch noch fehlte der Vater! Auch er würde, so hatte man ihr gesagt, .unverzüglich in Freiheit gesetzt werden. Als die glücklich Wiedervercittten, Abends, traulich am Familientisch saßen, trat, einem Gespeuste gleich, die ehedem blühende Sidouie Etford ein. — „Darf ich," sprach sic angsterfüllt, „nachdem ich durch mein Verschwinden so viel Elend über Ihr Haus gebracht, noch in demselben erscheinend" „Armes, liebes Lind!" rief Fra» Rebecka, chr entgegen gehend und sie herzlich umarmend. „Sie waren ja an alledem schuldlos nnd haben selbst so viel gelitten, daß — „O, mehr als Sie ahnen!" unterbrach sie das junge Mädchen. — „Der Elende wußte mich unter dem Vorwände, er habe mir einen geschäftlichen Auftrag

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