Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 63 (7.8.1884)
- Date
- 1884-08-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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abreffe gerichtet für den Schutz, den er den unter seiner Autorität stehenden Inden zu Theil werden ließ. Herr F. I. Maleolm, durch besten Vermittlnng diese Adresse dem Prinzen überreicht wurde, hat nunmehr die Antwort des Prinzen überschickt, in welcher dieser die Mittheilung macht, daß er das Schreiben, worüber er seinen Dank ausspricht, dem Schah selbstzu lesen gegeben, welcher seine besondere Befriedigung über dieses Dankschreiben ausgesprochen habe. Der Prinz gibt die Versicherung, daß der Schah keinen Unterschied unter seinen llnterthanen wisse und daß alle Konfessionen des gleichen Schutzes gewärtig sein können. Er (der Prinz) werde es sich wie bisher zur Aufgabe machen, in der von seinem Vater vorgezeichneten Weise zum Wohle und Glück alter persischen llnterthanen ohne Unterschied der Nationalität und des Glaubens beizutragen. In einem Begleitschreiben spricht Herr Maleolm in belobender Weise von den persischen Inden und druckt den dringenden Wunsch ans, daß, um die Lage des ärmeren Theils derselben zu bessern, seitens dieser beiden Gesellschaften mehrere Schulen errichtet werden mögen. London. Der auf dem Gebiete der epidemischen Krankheiten berühmte Dr. Emannel Klein (ein Ungar) ist von der englischen Regierung ersucht worden, die Leitung einer Commission zu übernehmen, welche nach Indien zur Erforschung der Cholera geschickt werden wird. Die Commission besteht aus berühmten Aerzten und Professoren, und ist es jedenfalls eine hohe Auszeichnung an die Spitze einer solchen Gesellschaft gestellt zu werden. Brasilien. Brasilien scheint auch zu den Ländern zu gehören, in welchen nach der Verfaffung die Gleichstellung der verschiedenen Confessionen nur ans dem Papiere ausgesprochen ist, in der Wirklichkeit aber Intoleranz und alte Lorurtheile herrschen. Vor einiger Zeit sollte in der Hauptstadt eine Lehrerin angestellt werden. Unter den vorgeschlagenen Candidatinnen war auch eine Jüdin, die die besten Zeugnisse aufweisen konnte, und die daher seitens der Schulinspection in erster Linie empfohlen wurde. Ter Cultnsminister verweigerte aber deren Anstellung aus keinem andern Grunde, als weil sie Jüdin ist und die angestellte Lehrerin nur eine Katholikin sein dürfe. In Folge dieses reichte derSchnlinspector seine Demission ein. Die brasilianische Negierung gibt sich feit Jahr und Tag große Mühe, um europäische Auswanderer zur Niederlassung als Colonisten nach ihrem Lande zn ziehen und hat dabei schon oft durch ihre Agenten Brasilien als ein Eldorado der Freiheit geschildert. Auch die jüdischen Flüchtlinge ans Rußland und die jüdischen Auswanderer ans Rumänien wollten diese Agenten zum Theil nach diesem Lande locken, indem sie ihnen in Bezug ans die Gleichstellung aller Consessioncn und die gleichen Rechte aller Einwohner goldene Berge versprachen. Eine solche Thatsache aber, wie die oben mitgetheilte, ist nicht geeignet, den Strom der Auswanderer nach jenem Lande zu dirigiren. A s i e il. Herr Somekh, Direetor der Schule der Alliance zn Aleppo, hat dem Central-Cvmitü folgenden Bericht über die israelitische Gemeinde dieser Stadt zukommen lassen: Ans eine Gesannntbevölkernng von 200,000 Seelen rechnet man nahezu 10,000 Israeliten. Ihre Beschäftigungen sind sehr verschiedenartig. Es gibt da einige zwanzig israelitische Geschäftshäuser, welche sich mit Import beschäftigen mid sowohl in Frankreich als auch in England, der Schweiz und Indien Snccursalen besitzen. Diese Hauser importiren aus England Stoffe, aus Frankreich Lyoner Seide und Colonialwaaren ans den Docks zn Marseille, ans der Schweiz farbige Tücher und Indigo ans Indien. Das Ausfuhrgeschäft befindet sich fast lediglich in Händen der Christen und Muselmänner. Unter den Inden sind die Eolonialwaarenhändler, die Posamentirer, die Tabak-, Tuchnnd Confeetionshändler ziemlich zahlreich; es gibt deren ungefähr 000. Israelitische Banqniers sind nur wenig vertreten in Aleppo; es gibt deren nur fünf, mit geringem Vermögen.- Dagegen gibt es dort mehr als 100 Wechsler, die mit geringem Kapital ihre oft zahlreichen Familien zu ernähren vermögen. Die Kleinhändler, fahrende Händler und Agenten übersteigen die Zahl :mo; besonders die Agenten machen sich sehr nützlich, und sind unentbehrliche Zwischenhändler in den meisten Geschäftsoperationen der Stadt. — Es sind unter den Israeliten Aleppo's ungefähr .roo Handwerker, und zwar: Schuster, Schneider, Goldarbeiter, Blechschläger, Buchbinder, Conditoren, Müller, Bäcker, Färber und Glaser; außerdem findet man noch circa 50 Commis und Provisoren, welche fast Alle ans den Schulen der Alliance hervorgegängen sind, und wegen ihrer Niedlichkeit und ihrer höheren geistigen Fähigkeiten sehr gesucht sind. — Dank sei es der l klugen Gerechtigkeit der Regierung S. M. desSul-