Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 62 (4.8.1884)
- Date
- 1884-08-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1029 cm Dorn im Fleische Jakobs, ein Aussatz am Leibe Israels. — Diese alten Gerim, die von ihrer religiösen Uebcrzeu.qung noch nicht im Mindesten gewichen sind, antworteten mir, sie fürchten, das; mit der Zeit ihr mühsam anfgebanteS Gebäude durch böse Hand, durch fremde Heber zerstört werden wird — sie beweinen und bedauern dies, nur wir seien daran Schuld; sie sind nicht tut Stande, Lehrer zn besolden, eine Schule für Alt und Jung aufrecht zn erhalten oW -d?jror 'v ,nyi onV mv na mmn rrnrrn yra nr1?'? o"n rrnmiK 'h]) niücm. Die jüngere Generation, die auf einer niedrigeren Stufe der Begeisterung steht, kann nur durch die von Herzen zum Herzen dringenden Moral und Aneiferung zur jüd. Religion aufrecht erhalten werden. Fehlen aber diese erfolgreiche Mittel, so ist es zu befürchten, daß sie unterliegen, und die Bande des Glaubens mit der Zeit gelockert werden müssen. Um sie zum neuen Leben cm irir crn ow nim mn mn« anfznmuntern, ist cs die Pflicht der Nachbarn, und sodann die Mizwah 13.“ nx crcnw, die ein jeder Jehudi beherzigen muß, ihnen sofortige Hilfe angedeihen zu lassen, die neuen jungen Brüder vom Untergange zu retten, und sie zu uns emporzuhebcn. Wir sind zwar keine Proselytenmacher, wir beherzigen die Worte Jeremias 011*2 r1« 12*?' o'oyn hz □'Ti o'pb« OL'2 “pa, 33Mdr3, aber da sie sich uns ans traditioneller Ueberzeugung und aus Liebe zn Gott n"2 genähert haben, so dürfen und sollen wir sie nicht verlassen; vielmehr sie liebevoll und brüderlich ermuntern, und ihnen mit Rath und That rettend beistehen. Herr B. Lohn, Bez.-Rabbiner in (5rdö Szt. György und jHerr Löb Landsberg, Gutspächter in K. Szeplak, die mit den Verhältnissen der Gerim-Gemeinde vollkommen vertraut, sind gerne bereit thäUg, einzngreifcu, wenn man ihnen die Mittel gewährt! K. Szeplak, 1. August 18.84. L. L—g. Frankreich. Paris. I» Frankreich und dem dazugehörigen Algier wohnen gegenwärtigen 124,65t» Inden in 152 Gemeinden. (In Algier allein 47750 in 58 Gemeinden.) Unter den französischen Juden nehmen sehr viele einen höheren Rang in den verschiedenen Zweigen des öffentlichen Lebens ein. Im Senate sitzen zwei jüdische Senatoren, in der Deputirteukammer sind drei Inden, im StaatSrathe vier, dem oberen Unterrichtsrath zwei, im Ackcrbrathe einer. David Raynal, der Minister für öffentliche Arbeiten ist bekanntlich ebenfalls Jude; ferner gibt cs drei jüdische Präfecten, sieben Unterpräfeeten, mehrere höhere Ministerialbeamte: deßgleichen sind der Präsident des obersten Gerichtshofes, sowie eine große Anzahl anderer Richter Juden. In der Armee sind drei jüdische Divisionsgencräle, drei Brigadegeneräle, vier Oberste, neue OberstlientenantS, sechszehn Kommandanten. Die Zahl der übrigen jüdischen Officiere ist sehr bedeutend. An den jöchsten Lehranstalten und Universitäten sind viele hüdische Professoren angestellt. E n g l a 11 b. London. Die Herren Samuel Montagu, Dr. Asher und Benjamin L. Folien beabsichtigen demnächst die russischen jüdischen Kolonien Winipeg und Manitoba in Kanada besuchen, um sich persönlich über deren Situation zu informiren. Ob die Herren ihre Jnpekns-Reise auch ans die russ.-jüd, Kolonien in den Bereinigten Staaten ausdehnen werden, ist noch nicht bestimmt. Gewünscht wäre es, wenn es geschähe; denn gerade diese in den weitesten Kreisen bekannten Herren, die bei dem russischen Hilfswerk so hervorragend thätig gewesen, sind die competentesten Männer, um ein richtiges Urtheil in diesen Angelegenheiten zu fällen. Mm» Aus dem Jfßi’it eines ortl)odoren AaMners. Skizze Von I)r. Sta 1 . . (Fortsetzung.) „Nun höre!" — fuhr Martha mit höhnendem Tone fort — „Du hast mir so viele Fragen ans einmal vorgelegt, daß ich nicht recht weiß, welche ich zuerst beantworten soll. Ich bin daher entschlossen, Dir vorläufig ans keine eine Antwort zu geben, bis Du mir zuerst zwei Fragen beantwortet Haft. Bist Du bei meinem Gatten, dem Amtsrichter. Stein gewesen und hast Du von ihm diese Neuigkeiten erfahren? — Antworte! Ist es so?" „Seine Gattin!" — seufzte Rahel gepreßt. — „Wie unglücklich ist der Mann!" — dann lauschte sie weiter.