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Der Israelit · 1884-08-04 · Heft 62 (4.8.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 62 (4.8.1884)
Date
1884-08-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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TT 1027!' i 1!! der Himmel ragt, waltet die Gnade Gottes über denen, die ihn fürchten" that er die üblichen drei Hammerschlage; ihm folgten der Krcisdcputirte v. Kameckc-Varchmin als Vertreter des Landraths, die Herren Bürgermeister Lenz, Stadtvcrordnetcn- Vorftcher Ascher, I. Äiosenbcrg als Vertreter des Vorstandes der Synagogcngcmeinde, M. Lewinberg als Vertreter der Repräsentanten nnd Prediger Bauer. Letzterer begleitete seine Hammerschlägc mit den Worten: „Gott zu Ehren, die Menschheit zu lehren, den Frieden zu mehren." — Ein Lobgesang beendete die würdige, erhebende Feier. Ocstcrr.-ttngar. Monarchie. Ans- Siebenbürgen. Meiner Zusage gemäß, geehrter Herr Redakteur, berichte ich Ihnen heute Einiges aus der Gerim-Gemeinde Bezöd Ujfaln (im Seklerlandc). Vcrmnthlich wurde schon in diesen Blättern vonJten Seklerheldcn Simon Petsi und seiner jüd. Geliebten Ester, die er sodann ehelichte nnd mit ihr im 16. Jahrhundert die Sabatäcr - Sekte stiftete, Erwähnung gethan. - Heute ist nicht der Zweck meiner Eorrcspöndenz, die Sitten und Lebensweise, Gesetze und Weisungen der Sabatäer zu beschreiben, genug wir constatircn, daß die Eltern nnd Urcltern der Gerim Anhänger und Bekenner dieser Sekte waren. Im Jahre 1S4S, dem Jahre der Freiheit und Gleichheit, schüttelten auch dit/Sabathäer das Joch von ihren beengten und bedrängten Häuptern; sic verließen ihr verstecktes Verhalten, nnd kamen ihren Ileberliefcrnngen nach, denSabbat nnd andere jnd.Ecremonicu zu beobachten, sie unterließen es, die Kirche zu besuchen, und versagten sogar den Geistlichen die Gebühren. — Rach der Niederwerfung Ungarns wurde auch ihre Art nnd Lebensweise von dem Siebcnbürgcr Klerus bewacht; das Eonkordat, das damals in unseren Landen die höchste Blüthe der Unduldsamkeit entfaltete, beengte und bedrängte sie mit Ausnahmsgesetzen, mit Drohungen und Strafen aller Art. Eardinal-Erzbischof Hajnald, der bis znm Jahre 1870 Erzbischof in Karlsbnrg war, setzte alle Hebel zur Bekehrung in Bewegung, selbst mit Leibcsstrafen sollte dieser Ketzerei ein Tamm gesetzt werden, aber unD’ —;r, cm« uv "ir«r fester nnd enger begannen sie, sich au das Jndcnthnm anzuschlicßen. Die ganze Gemeinde, nahe 130 Familien, hielten frei nnd offen die jüd. Feiertage. Die e*k:to c'tr pflegten die Angesehenen aus ihrer Mitte zur nahen jüd. Gemeinde Erdö Szt. György zu pilgern, und t,C: cv war ein Fasttag - für Jung und Alt. Rach der Schlacht bei KönigSgrätz im Jahre 1866 begann das Eis der Reaction an der Sonne der neu gegebenen Eonstitution Ungarns zu schmelzen; jetzt erhoben sich die in den Staub Gebeugten. Der Mann des Lichtes und der Gewissensfreiheit, EultuSminifter Baron I. Octvös, kümmerte sich wenig um die Hirtenbriefe des Eardinals. Die Gewissensnnd Religionsfreiheit, die damals im Prinzipc so heilig und unantastbar war, spornte die Gerim zu neuem Leben für die jüdische Religion an. Die tapfer« nnd muthvollcn Scklersöhnc waren nicht zaghaft und weichherzig, 130 Personen, darunter auch Greise von 70—75 Jahren, haben an sich im Laufe deS Jahres 1S67 den schmerzhaften Bcschueidnugsalt vollziehen lassen. In der nahcgelcgcnen Gemeinde Erdö Szt. György wurden sie'nnd'ihre Franen und Töchter nr^nn m: in den Bund des Judenthums ausgenommen. Mohalim aus Bonn, und genannter Gemeinde nrrrn 'Diz nnn cm« Auch Herr Moses Schreiber in B. Udvarhely hat sich viele Verdienste um diese Gottgefällige, Sache erworben. Nach diesem großen Ereignisse ruhten nnd rasteten die Gegner nicht, der Gcrim-Aufnahme ins Jndenthum einen Damm zu setzen, Drohungen kamen in Hülle nnd Fülle. - Einige Sabatäer- Familien die sich noch nicht beschneiden hatten lassen, fanden keine Mohalim, die cs wagen wollten, den Eomitatsbehörden und anderen einflußreichen Elementen Trotz zu bieten. — In dieser ihrer bedrängten Lage war guter Rath thcucr; eine der angesehensten Sabatäcr-Familie, die cs versäumt hatte, sich tu diesem Jahre der Freiheit megaier zu sein, ließ sich nicht abschrccken, und suchte bei Herrn Meyer Bann in Ezeglar Schutz, der auch für genannte, darunter 4 erwachsene Männer — freie Station gab, damit sie sich gesichert und vertrannngsvoll in den Verband des Judenthums aufnehmen lassen. .Herr Moses Schreiber, der ein ausgezeichneter *?mc ist, nahm den Act der Bcschneidnng an genannten vier hünenhaften Seklergcstalten, die sich stehend, jede Stütze ablehnend, beschneiden ließen, vor. Nach der Beschneidung nahmen sie ein Gläschen Branntwein nnd raitchtcn gcmüthlich ans ihren Thonpfeifchcn, als wäre nichts vorgcfalten. Die Gemeinde rni) die heute ans 230 Seelen besteht, haben ihre alte Lebensweise beibehalten, sind fleißige, strebsame Feldarbeiter. Nach Beendigung ihrer Feldarbeit ruhen und rasten sie nicht, es wird die Verarbeitung des rohen Holz¬ oder Brennmaterials vorgenommen, und sie bringen das verarbeitete Holz nach den nahe gelegenen Städten Maros Wasarhely oder D. Szt. Mär'ton. Selbst int strengen Wititer arbeiten sie gleich ihren Polksi

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