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Der Israelit · 1884-08-04 · Heft 62 (4.8.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 62 (4.8.1884)
Date
1884-08-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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ihrer selbst willen und unablässig ihr gedient, wiewohl nicht selten materielle Sorgen sich hemmend in des Forschers Gedankenkreise 'eindrängten.' Ans Westfalen, 23. Juli. Ter bekannte antisemitische Hegredner Max Licbermann von Sonnenberg ans Berlin hat mit dem gestrigen Tage eine etwa 14 Tage währende Agitationsreise in Westfalen beendet, während welcher Zeit er in Egen, Bochum. Castrop, Dortmund n. s. w. Borträge gehalten hat. Teil Reiz der Neuheit haben dieselben jedoch auch hier schon verloren, denn der Besuch war meist ein schwacher und in der letzten Bersammlung in Dortimlnd, in der außerdem nochTelegirte aus den benachbarten Städten anwesend waren, hatten sich kaum -loo Personen eingefunden. Und wenn diese paar l'eiitc, gegenüber einer Bevölkerung von 75,000 Einwohnern, dem Hetzredner für seine schmachvollen Beschimpfungen der jüdischen Mitbürger Beifall zujauchzcn, was will dies heißen! Wer da weiß, daß der Edelmann Liebermann von Sonncnbcrg in einem Bortrage gesagt: Es müsse ein Gesetz geschaffen werdne, nach lvclch'em „von Israeliten an Richter, Beamte rc. gegebene Tarlchne nicht zurückzncrstatten seien", der wird mit einem Prediger solcher Lehren wohl nichts mehr zu thun habcll wollen. Hamburg, 25. Juli. Das Testament des kürzlich verstorbenen Barnch, gen. Bernhard Reicher, welches gestern pnblizirt wurde, bestimmt, daß mit Ausnahme der noch zu erwähnenden Legate das ganze Vermögen des Verstorbenen zu einer Micthe- Stiftung. dienen soll, welcher nach der Mutter Ws Teslators, Frau Bnne Reicher, der Name „Bnnc Reicherstiftnng" beigelegt werden soll. Halbjährlich sollen von den Zinsen des Kapitals zehn Autheile;'i M. 100 an Hülfsbedürftige, die übrigens auch wiederholt berücksichtigt werden können^ vcrthcilt werden; von dem noch verbleibenden Ucberschuß sollen ferner Autheile ü M. 50 in gleicher Weise zur Berthcilung gelangen, und zwar so, daß Israeliten und Ehristcn im Bcrhältniß von 2 zu t zu berücksichtigen sind; unter den Bewerbern sollen Familienangehörige bis ins fünfte Glied, Personen über no Jahr und Wittwen mit Kindern bevorzugt werden. Au Legaten sind außer denjenigen für Familiengenossen folgende ausgcsetzt: M löoo für das israelitische Krankenhaus und je M. ."00 für das israelitische Waisenhaus für Knaben, das Paulincnstift, den israelitischen Feuerungsverein von l^55, den Verein zur Untcrftüvnng israelitischer Greise, den Schillingsverein zur Unterstützung von Arstnven und ImigWuen, den Berein zur Bertheilnng vvn Lebensmitteln von 1871, den Verein „Klilath Jofe", die Blindenanstalt von 1838, die Talmud-Thora-Schnle und Loge „Ferdinand Caroline". Sämmtliche Briefschaften des Beworbenen sollen verbrannt und sein Name bei der öffentlichen Quitirung der empfangenen Legate nicht genannt werden. Zu Testamentsvollstreckern und Verwalter der Stiftung sind Tr. Hermann Ascher, Bernhard Hahlo, Nachman I. Levy und Louis Nordheim ernannt worden. Cöslin. Die Grundsteinlegung für das hier neu zu errichtende Synagogengebände hat in Gegenwart der Spitzen der Behörden und unter zahlreicher Betheiligung des Publikums in feierlicher Weife stattgefunden. Der Platz, auf welchem der feierliche Akt sich vollzog, war nmgürtet von einer Reihe mit Tannenbäumen und Güirkanden nmwundener Mastbäume; auf ihm war errichtet eine ebenfalls mit Gewinden auS Taunenzwckgen und rothfarbigen Stoffen geschmückte »nd mit dem „Mögen David" gekrönte Tribüne für die geladenen Gäste. Die Feier begann pünklich mit Gesang von Psalm 127, dann betrat Herr Prediger Bauer die zu dem Zwecke errichtete Tribüne, um in längerer Ansprache ans die. hohe Bedeutung der Feier hinzuweisen; dann wandte sich Redner mit einer Begrüßung an die Behörden, deren Erscheinen den Beweis liefere, daß sie in Friedeumit ihren Mitbürgern leben, und fprachdie Hoffnung aus, daß dieser Frieden ein dauernder fein werde. Sodann verlas HerrRosenberg als Vorstandsmitglied der Synagogcugemcinde die in den Grundstein zu versenkende Urkunde. Dies Schriftstück entwickelt zunächst die Borgeschichte des Synagogenbaues, den die stetig wachsende Gemeinde, das Bedürfniß, sich würdig den Gemeinden Israels anznreihen, hervorgerufen habe nach den Worten der Schrift: „Und sie sollen mir ein Heiligthnm baue», daß ich in ihrer Mitte wohne." Diesem Wunsch nachznkommen, wurde 1882 der Bau beschlossen und 188» das Grundstück für den Renbau erworben, der jetzt nach Genehmigung zur Aufnahme einer Anleihe von •Mono M. bei der Kreissparkaffe seitens der Behörde ertheilt ist, nach den Entwürfen des Regkernngsbanmeifter Böttcher ansgcführt werden soll. Die Urkunde, die Festrede des Herrn Bauer, der Grundriß des neuen Synagogcngebändes, die Reichsmunzeu von 5 Mark abwärts und je ein Exemplar der beiden hiesigen Zeitungen vom heutigen Tage wurden darauf in einem Glaskasten gelegt und in diesem in den Grundstein versenkt. Dann trat der Regierungs-Präsident, Herr Graf Elairon d'Hanffonvillc gil den Stein und mit den Worten; „So hoch

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