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Der Israelit · 1884-08-04 · Heft 62 (4.8.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 62 (4.8.1884)
Date
1884-08-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1025 es gehört nicht Dir, was Dir in jedem Äugend licke geraubt werden kann. b 'v b 'jn dm „2Bcmi ich selbst nicht mir gehöre, wer und was gehört mir?" Nurdas Gwige, Unvergängliche bleibt mein unveräußerliches Gigcnthum. Nicht rühme der Weise sich seiner Weisheit, nicht rühme der Starke sich seiner Stärke, nicht rühme der Reiche sich seines Reichthums; rühmenswerth ist nur die Gottcscrkenntniß, die zur Menschenliebe, zur Gerechtigkeit und zur. Tugend führt. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Corresporrdenzen. Deutschland. Berlin. Zum Kampf im Antiscmitenlager liegt dem „B. B. G." eine längere Zeitschrift vor, die Unterschrift trägt: „Schuster-Masche." Das Blatt versagt es sich, das interessante Schriftstück vollständig zum Abdruck zu bringen und beschränkt sich auf einige Gxccrptc. Die Mittheilung des D. A. B, das; er, Masche laut Beschlus; der Führer ausgestoßen sei, erklärt er, für „eine öffentliche Lüge." Die Wahrheit sei, das; er „zu seiner Schande" eingestehen limiic, dem D. A. B. als Führer angehört zu haben. Sobald er aber gesehen, das; die Antisemiten aus Leuten bestehen, „vor denen man allerhand Achtung haben kann und am besten seine Thüre verschließt", habe er bereits Anfangs Juni Herrn Wilhelm Pickenbäch seinen Austritt aus dem Verein angezeigt. In dem Austrittsbriefe bczcichnctc, so schreibt Herr Masche, die meisten Führer als „gchirnlose Automaten". Trotzdem trat man mit ihm wieder in Unterhandlung. Noch einmal, am 7. Juli, wohnte er dann einer Versammlung der Führer bei, konnte sich aber doch nicht verständigen und bethencrte ihnen dann in einem erneuten Schreiben, „das; cs ihn anckle, jemals dieser Gesellschaft angchört zu haben." Ferner theilte Herr Masche dem Vorstand mit, das; er im Begriff sei, über den D. A. B. eine Broschüre zu veröffentlichen, in welcher er „gewisse, als Mache sungirendc politische Kanaillen entlarven werden'" Aus allem Diesem geht hervor, so schließt Herr Masche, „das; ich schon 'längst freiwillig aus dem Bunde ansgeschieden und nicht ansgestoßen worden bin." ... Der B. B. iS. bemerkt dazu: Wir haben darauf verzichten müssen, die kräftigsten Stellen des Briefes zu reprodnziren. Aber die obigen Gitate dürften immerhin genügen, um ein Bild von den liebenswürdigen Zuständen zu entwerfen, die im D. A. B. herrschen. Berlin, 27. Juli. Zur Bewerbung um das Stipendium der Adolf Ginsberg-Stiftnng, welche znm Andcnkenan den am 2«s. Juli iss:;' bei dem Erdbeben von Ischia umS Leben gekommenen Brater Ad. Giusbcrg von feinen Geschwistern errichtet wurde, wird in der gestrigen Nummer des ReichSanzcigcrs vom Tircctor der kgl. akademischen Hochschule für die bildenden Künste, Herrn A. v. Werner, aufgefordert. Der Zweck der Stiftung ist, jungen befähigten Malern deutscher Abkunft, ohne Unterschied der Konfession, welche ihre akademische Studienzeit absolvirt und davon mindestens das letzte Semester die königliche akademische Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin besucht haben, die Mittel für ihre weitere Ausbildung, entweder in Meister-Ateliers, oder auf auswärtigen Akademien, oder durch Studienreisen ins Ausland zu gewähren. Das Stipendium soll vorwiegend Malern zu Gute kommen, doch sollen in besonderen Ausnahmefätten auch hervorragend begabte junge Bildhauer berücksichtigt werden dürfen. GS wird nur auf ein Jahr gewährt, darf jedoch zwei Jahre hintereinander, aber nicht länger an denselben Bewerber bewilligt werden; es beträgt jährlich 2000 Mark und wird für die Zeit vom 2v. December 18S4 bis dahin 1885 verliehen. Berlin. Bei der für das laufende Jahr im Fache der Malerei stattgehabten Preisbcwerbung der l. Michael-Beer'schen Stiftung für Maler und Bildhauer mosaischer Religion ist das Stipendium iw. Betrage von 2250 M. zu einer einjährigen Studienreise dem einzigen Bewerber, welcher sich gemeldet, nämlich dem Maler Saul Wahl ans Lemberg, z. Z. in München wohnhaft, znerkannt worden. Berlin, so. Juli. Der Gelehrte Dr. Leopold Zunz begeht am 10. August c. seinen ncnnzigsten Geburtstag. Die akademische Jugend jüdischer Konfession sah darin einen Anlaß, demselben in der Form eines Kommerses, der wegen des Beginns der Ferien schon jetzt statthaben mußte, eine Ovation darzubringen. Tie gestern Abend abgehaltene Zunz- Feier ging jedoch über den Rahmen eines akademischen Festes hinaus. Freunde und Verehrer des greisen Gelehrten, in mannigfacher Lebensstellung, gesellten sich zahlreich. den Stndirendcn bei. Den Brennpunkt der Feier bildete die Festrede des Dr. David Gaffel, eines langjährigen Freundes des Jubilars. Gr gab eine Gharakteristik von Znnz und eine treffliche Darstellung seiner Leistungen und schilderte Zunz als Gelehrten; unbekümmert nm den materiellen Gewinn und sein persönliches Grgehen, habe er sich der Wissenschaft gewidmet, lediglich um

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