Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 61 (31.7.1884)
- Date
- 1884-07-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1010 feit Institutionen zu wachen, daß jeder Angriff der Tagespreise sofort die entschiedene Abweisung seitens der Angegriffenen erfahre. Nur auf diese Weise ist einer systematisch betriebenen Jrrleitung der öffentlichen Meinung und ihren verhängnißvollen Folgen mitErfolg entgegen zu treten. Vorsteher, Rabbiner, Lehrer, kurz jeder Gebildete, der die Feder führen kann, — und ihre Zahl ist unter den Schweizer Israeliten wahrlich nicht gering — müßte sofort seinen Einfluß gegen jeden Versuch geltend machen, der die Schechitah als Thierquälerei verdächtigen möchte. Die Angelegenheit hat bereits eine ganze Literatur geschaffen, die leicht faßlich und populär gehalten, es auch dem Laien ermöglicht, sich rasch über den ganzen Stand der Angelegenheit zu orientiren und das Wort für sie zu ergreifen. Die größten Fachgelehrten aller Völker und Sprachen haben ihr Votum zu Gunsten der Schechitah seit einer langen Reihe von Jahren abgegeben und auf Verlangen sogar wiederholt abgegeben. Es sind dies u. a. die Herren: Adam, städischer Polizeithierarzt in Augsburg. Professor Dr. Bagge, an der Universität Zürich. H. Bouley, General-Jnspector sämmtlicher Thierarznei-Schulen Frankreichs und Mitglied der medicinischen Akademie in Paris. Dr. Ludwig Büchner in Darmstadt. Profeffor Chauvean an der Thierarznci- Schule in Lyon. Profeffor E r r o l a n i an der Universität zu Bologna. Dr. Ernst, Geh. Sanitätsrath und Stadtphysicus in Eger. Profeffor F i ck an der Universität Zürich. Professor Fuchs, Medicinalrath, Karlsruhe. Fürstenberg, Kgl.Departemcnts-Thierarzt und ordentlicher Lehrer an der K. Akademie zu Eldena bei Greifswalde. John G a m g e n, Director des Albert Vcterinary-Eolleg zu London. Thierarzt Hilficker in Aarau. Professor Dr. Gerlach, Director der Königl. Thierarzneischule in Hannover. Professor Dr. G u r l t, Medicinalrath und technischer Director der Kgl. Thierarzneischule in Berlin. Professor Dr. Med. H a n n o v e r in Kopenhagen. Pofeffor Dr. H a u b n e r, Docent an der Thierarzneischule und Landesthierarzt in Dresden. Professor Dr. H a r t w i g an der Kgl. Thierarzneischule, Medicinalrath und Departementsthierarzt in Berlin. Professor K i n d e r g an der Thierarzneischule in Stockholm. Professor Dr. Leiseriug an der Kgl.Sächsischen Thierarzneischule in Dresden. Profeffor Lundberg an derThieraitzneifchule in Stockholm. Hosthierarzt Lyotin, Medicinalreserent im Großh. Ministerium des Innern in Karlsruhe. Bezirksthierarzt Meyer in Zürich. Profeffor Dr. med. P a n u m in Kopenhagen. Probstmayer, Königl. Bayr. Regierung^ Veterinär in München. Profeffor R e c l a m in Leipzig. Professor Dr. Röll, K. K. Regierungsrath und Director des Thierarznei-Jnstituts in Wien. Profeffor Dr. Roloff in Halles Professor zool. Stenstrup in Kopenhagen. Profeffor T h i e r n e f s e an der Kgl. Thierarzneischule zu Careghem bei Brüssel und Mitglied der Kgl. Belg, medicinischen Akademie. Profeffor V i r ch o w an der Universität Berlin. Profeffor Dr. Z a n g g e r, Director der Thierarzneischule zu Zürich. Mit Ausnahme der erst ganz kürzlich abgegebenen Erklärung des Herrn Profeffor Reclam in Leipzig, finden sich dieselben zufammengestellt und ihrem Wortlaut nach mitgetheilt in der Abhandlung: „Die rituale Schlachchtkrage oder Ist Schächten Thierquälerei? von Dr. M. Katzserling. (Aarau, Sauerländers Verlag,) sowie m _ der Denkschrift „Das Schachten und die Bonterole" von Dr. Hermann Engelbert (St. Gallen, Hollikofer). Sämmtliche Gutachten erklären einstimmig das Schächten nicht nur als keine Thkerquälerei, sondern selbst im Vergleich mit der Bouterole, als die am wenigsten grausame, durchaus humane und vorzügliche Schlachtmethode, die namentlich an Leichtigkeit, Tresflichkeit und Sicherheit der jeden wiederholte» Tödtungsstreich entbehrlich machende Ausführung das Bruneau'sche System weitaus übertrifft. Außerdem weisen die Gutachten in schlagender, überzeugender Weise die Vorzüge des Schächrens, vom Standpunkte der Oekonomie, der Hygienie und der Sittlichkeit in so schlagender überzeugender Weise nach, daß wahrlich mehr als bloßer Muth dazu gehört, das Schächten im Namen der Humanität verbieten zu wollen. Man hat in jüngster Zeit vielfach von einer Verbesserung des Bruneau'fchen Systems gesprochen und in Folge dessen dem Schächten mm endgilttg entgegen treten zu können geglaubt. Man kann davon absehen, daß eine große Zahl der angeführten Fachmänner aber gegen das System Brunean sich ausspricht, selbst bet allen noch zu erzielenden Verbesserungen und zwar nicht ans Thiersondern auS Menschenschutz, weil die zur Conservirung desFleischeS