Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 60 (28.7.1884)
- Date
- 1884-07-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1000 gehen des Werkes notirt, wollen wir hier aufmerksam machen. S. 117. Zur Bemerkung über Gen. .3, 21 und 40, 10. hätte auf Adler hingewiesen werden muffen, der bereits das urgirt, was hier erörtert wird. Neberdies ist das tpjum in 40, 10 eine zweifelhafte Lesart. S. 164 weist der Verfaffer zum Verständniß der Targumstelle Ex. 24, 8. nur auf -py hin, warum nicht auch auf die ebenso interessante und geistreiche Erklärung in m nrru? S. 165. Die Lesart nbmd» ’jo (Num. 4, 9), welche der Verf. für einen Schreibfehler hält, erkennt Adler aus sachlichen und grammatischen Gründen für die richtige an. S. 200 ff Von den Stellen, die der Verfaffer als eine Erklärung aus Buchstabenwechsel hervorgegangen erklärt, läßt sich manches acceptiren, wenn cs eine, sei es auch nur schwache, grammatische Begründung hat und eine andere nicht am Platze ist. Eine solche fällt z. B. weg bei Gen. 3, 8; ebenso sieht man Gen. 6, 3 und Deut. 33, 2, deutlich die Paraphrase an, so daß man nicht zur Erklärung des Buchstabenwechsels zu greifen braucht. S. 233. Ex. 21, 29 halten wir die Beziehung zur Mechilta nicht erwiesen. Das auf 21, 35 und 22, 2, wie auch auf sonstigen Stellen, die der Verfasser anführt, ist schon von Adler in Bezug auf deren Beziehungen von Mechilta, Sifr. u. s. w. aufmerksam gemacht. S. 241 wird dasTargum ansrv zu (Deut. 17, 8), eine Lesart, die, beiläufig gesagt, nur Ed. Sab. hat, auf mühevolle Weise zu erklären gesucht, während doch vis auch anderswo als Targum zu raä. &2 vorkommt (Richter 13,18). S. 244. Deut. 26, 14 scheint uns der Hinweis auf Sifre ganz verfehlt. Erstens bezieht sich R.Akibas Erklärung nicht auf ’mya sondern auf noa und zweitens ist nicht ersichtlich, warum man die Lesart «Vs, die im 13. Vers für raä. ->ya angewendet ist, nicht auch für denselben Stamm im 14. Verse soll gelten lassen und dafür das sehr zweifelhafte n'sPn setzen soll? Ueberdies ist die betr. Lesart im Sifre höchst unsicher. Das sind so einige Aussetzungen, die wir zu machen hätten; daß diese unsere Bemerkungen nicht das volle Lob, welches wir dem Werke bereits spendeten, schmälern sollen, brauchen wir wohl nicht erst besonders zu versichern. Das große Interesse, das wir an dem Werke gleich mit dem ersten Einblick gewonnen, konnte uns nur veranlaffen, mit ungetheilter Aufmerksamkeit dasselbe zu lesen, und daß wir dann Manches gefunden, was wir zu beanstanden hatten, ist eben die Folge der Aufmerksamkeit, die wir dem Werke widmeten, und die dasselbe ganz und gar verdient. Von Herrn Max Victor inCöln, dem rühmlichst bekannten Verfertiger von n"-> - Gratulations- Karten , liegt uns ein Sortiment feiner diesjährigen Novitäten vor und sind wir in der That überrascht über die ebenso kunst- und geschmackvolle Ausführung, als auch über die Reichhaltigkeit der diesjährige» Auswahl. Wir halten es für überflüssig, die Produkte des genannten Herrn besonders hervmzuheben, da solche weit über unser Vaterland hinaus bekannt find. Was wir aber hervorzuheben nicht unterlassen Wunen, ist, daß Herr Victor es versteht, seit einer langm Reihe von Jahren dem Publikum stets Neues und Zeitgemäßes zu bieten und dies in einer Kunstfertigkeit, die diesem genialen Künstler besonders eigen ist. Zeitungsnachrichten und Corressrondenzen. Deutschland. Bingen. Es wird die Leser des „Israelit" sicherlich interessiren, folgenden Auszug aus dem „Frf. Journ.", dadirt vom 16. September 1831, z» lesen und da die Zeitungen so viele Vorfichtsmatzregeln gegen die Cholera anempfehlen, so möge» auch die darin erwähnten der Beachtung empföhle» werden. «Der Oberrabbiner Eiger zu Posen hat in einer 200 Jahre alten hebräischen Schrift gesunden, daß eine der Cholera morbus ähnliche Krankheit bereits vor 215 Jahren die dortige Gegend hekmgesucht und man fick damals folgender Mittel bedient habe: Man soll jeden Morgen nüchtern 5 bis 0 Senfkörner verschlucken, ferner ein Stückchen Brod, stark mit Knoblauch eingerieben in der Tasche nachtragen und solches täglich von Neuem mit Knoblauch einreiben. Auch wurde schon damals die strengste Reinlichkeit empfoP len und sehr oft die Wäsche sowohl als auch Bettzeug zu wechseln. Bei dem neulichen Ausbruche der Cholera in Posen wurde dieses Mittel ebenfalls angewandt und hat sich außerordentlich wohlthätig bewährt gezeigt. Die heutige preußische „Staatszeituna" enthält deshalb folgendes Handschreiben S. M. des Königs: «Ich habe aus Ihrem an die Jmediatkommission znr Abwehrung der Cholera erstatteten Bericht über die Sterblichkeit in Posen wohlgefällig vernommen, wie günstig sich das Verhältniß der in der Stadt Posen an der Cholera erkrankten und gestorbenen Juden in Folge der von der dortigen