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Der Israelit · 1884-07-28 · Heft 60 (28.7.1884) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 60 (28.7.1884)
Date
1884-07-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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dem Präsidenten des israelitischen Wohlthätigkeitsvereins die goldne Staatsniedaille, in Anerkennung seiner großen Dienste zuertheilt. E. M. Paris, 20. Juli. Das Bankhaus Rothschild - hat dem Maire von Marseille für die dortigen Cholerakranken die Summe von Fr. 10,000 überwiesen. E. M. Paris, 20. Juli. Vergangene Woche wurde die Wittwe des berühmten Componisten Halevy zu Grabe getragen. Bei dem Begräbnisse betheiligten sich die ersten Notabilitäten, Künstler und Gelehrte von Paris. E. M. Paris, 20. Juli. Gestern ist im Abgeordnetenhause das Gesetz der Ehetrennung mit 360 gegen 120 Stimmen genehmigt worden; trotz der Warnung des Bischofs Freppel, daß das christliche Frankreich nicht die Gesetze der Juden annehmen solle und dürfe, ist dieses von dem Senator Naquet eingebrachte Amendement mit großer Majorität angenommen werden. E. M. Paris, 20. Juli. Die vergangene Woche waren die Minister Waldeck-Nousseau, Herisson und Raynal in Marseille und Tonlon, um die nöthigen Maaßregeln über die durch die Cholera erzeugten Mißstände zu studiren. — Wie ich den öffentlichen Blättern entnehme soll sich Herr Raynal (bekanntlich Jude) speciell sehr um das Befinden der Krankm erkundigt haben; derselbe besuchte die Spitäler, wo diese ansteckenden Kranken liegen und hat Viele von diesen durch freundlichen Zuspruch ermuntert. — Mögen die Herren Antisemiten doch weiter behaupten, daß die Juden feige seien; nicht Worte, sondern Thaten sagen und bezeugen die Wahrheit. E. M. Paris, Juli. Auch in diesem Jahre wurden bet Gelegenheit der Preisvertheilung resp. bei der Prüfung im Conservatorium vielen jüdischen Schülern und Schülerinnen hohe Preise zuertheilt. E. M. Paris, Juli. Dem Brigadegeneral Levy wurde die Auszeichnung zu Theil, zum Commandeur der Ehrenlegion ernannt zu werden. E. M. Marseille, 19. Juli. In Constantine fanden Zusamnlenrottungen statt, in der Absicht, gegen die Juden feindselig vorzugehen. In Folge dessen wurden Militärwachen in das Jndenviertel postirt, und die Ruhe blieb ungestört. Rußland. * In Petersburg wurden auf dem indischen Friedhofe viele Grabdenkmäler zertrümmert, die 996 Gräber aufgeriffen, und die Leichen beraubt. Die Untersuchung ergab, daß einige wohlhabende Christen dieses Verbrechen ausführten. Hierbei stellte sich heraus, daß eine Woche vorher auf dem christlichen Kirchhofe dieselbe That begangen, worden und man hatte die Inden derselben bezichtigt, was eine große Aufregung veranlaßt wurde. Es erwies sich, daß auch dieses Verbrechen von denselben Menschen verübt worden. In Kowle (Volhynieu) war eine Kirche bestohlen und die Juden der That beschuldigt worden. Bei der gerichtlichen Untersuchung fand man die gestohlenen Sachen bei drei wohlhabenden christlichen Bürgern. Diese wurden arretirt und ihr Vermögen mit Beschlag belegt. Kiew. Der Senat der hiesigen Universität hat für das Studienjahr 1884/85 die Zahl der fiudirenden Israeliten auf 4 % gegenüber der den übrigen Consefsionen Angehörenden beschränkt. Amerika. dkew-B ork, 8. Juli. Zu meiner nicht geringen Ueberraschung erfuhr ich aus einer New-Porker Correspondenz in Nr. 50 des „Israelit", welch einen eifrigen Vorkämpfer das wahre Judenthum in der Person des Reverend Dr. M. Braun, Prediger der Gemeinde „Gates ok Ilopo" (Pforten der Hoffnung besitzt. Mit freudigem Herzen und fieberhafter Spannung eilte ich nach den heiligen Hallen, in denen solch geharnischte Reden gegen die Neformbestrebungen eines Köhler, Sonnenschein und Consorten ertönen. Schon stand ich an den Pforten, welche mir neue Hoffnung für das Aufblühen des wahren Judenthums in Amerika eröffnen sollten, schon war ich im Begriffe, die Thnre zu öffnen — da erschollen im Innern herrliche Gesänge und feierliche Orgelklänge — Was.... rief ich dem Pförtner zu, doch er ließ mich nicht ausreden, selbstgefällig und schmunzelnd gab er mir die Versicherung, daß der Tempel „Gates otSops" den besten D amen- Chor von ganz New- Iork besitze; bereitwillig öffnete er mir die „Pforten der Hoffnung", doch was zeigte sich mir hier? Eine Gemeinde mit entblößtem Haupte, in der Männer und Frauen beim sogenannten Gottesdienste bunt durcheinander sitzen, und die, wie mich der mittheilsame Pförtner, in dessen Nähe ich an der Schwelle stehen blieb, belehrte, nur einen Tag ruwi feiert und alle Gebete, welche Bezug auf Jerusalem, Messias, Auferstehung 2C. haben, abgeschafft hat. Nur das won wurde beinhalten und Mn haben sie wahrlich Grund '.genug! Bitter enttäuscht und um eine Hoffnung ärmer kehrte ich der „Gate of Hope“ den Nucken und zerbrach mir den Kopf darüber, was denn eigentlich die Prediger von der Färbung des *

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