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Der Israelit · 1884-07-24 · Heft 59 (24.7.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 59 (24.7.1884)
Date
1884-07-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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977 derimg desselben anspornen. Daher ruft Hillel uns zu: m'-an nx am» nn »Liebe W Geschöpfe, liebe Die Menschen, well sie sind GHchöpfe Gottes! Die größte Liebe aber, die wir den Menschen erweisen können, ist die, daß wir sie der Thora nahe bringen, daß nur sie führen unter die Fittige der göttlichen Majestät. rro*6 p*spm »Und nähere sie der Thora!" Dieser Mahnung wollen wir ein besonderes Kapitel widmen. — (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten «nd Csrrefpondenzen. Deut schlau d. WieLenfeld (Bayern), 18. Juli. Das Gewitter, das am Montag Morgen über unsere Gegend zog, hat auch den HWgen Matz nicht verschont. V2 Stunde nach dem Frühgottesdienst schlug der Blitz in die hiesige, vor mehrere Jahren neuerbaute Synagoge und zündete sofort. Rasche Hilfe war in den ersten Minuten am Platze, wodurch größeres Unglück verhütet wurde; dem Morgen sei Dank, daß das Gewitter nicht etwas früher ffliu, als die ganze Gemeinde versammelt war, und ein unberechenbares Unglück hatte entstehen können. Der Blitz zündete ein Dachstuhl und zerschlug der Almemor in viele Stücke. Berlin, 19. Zuli. Herr Liebermann von Sonnenberg darf das Verdienst Kr sich in Anspruch nehmen, bestimmte und energische Erklärungen gegen die Anttsemitenwirthschaft hrrarchubeschwören. Er reist im Westen umher, und feinen Weg scheinen Aufrufe zu bezeichnen, welche sich Men ihn und sein Treiben wenden. Von den emnndsechzig Bochumern haben wir letzthin gesprochen; heute sendet man uns ein Blatt aus Hattingen zu, in welchem die achtundzwanzig angesehensten Männer des Ortes erklären: »daß sie in dem Beginnen des Herrn v. Liebermann eine Gefährdung des bisher innerhalb unserer Bürderschast bewahrten koMsionellen Friedens und den bedauerlichen Besuch erblicken, einen künstlichen KlMenhaß zu erzeugen und zu nähren, welcher unfern israelitischen Mtbürgern gegenüber keinerlei Berechtigung hat. Indem wir daher nuferer gerechten Entrüstung über dieses Borgchen hiermit Ausdruck geben, ersuchen wir unsere Mitbürger, durch Fernbleiben von derBersammlniB Ihre Mißbilligung der durch dieselbe verfolgten Tendenz zu erkennen zu geben." Zn Hattingen selbst war übrigens für den Neiseapostel des Herrn Stöcker kein Saal zu haben, so daß er das PMikum nach dem benachbarten Ludwigsthal rinladen rmchte. Colberg, 16. Juli. Der Vorstand deS jüdischen Kurhospttals hat die Mitglieder, Gönner und Freunde dieser Humanitätsanstalt zu dem im Betsaale derselben Sonntag, den 20. d. M. durch Festgottesdienst und Predigt zu begehenden 10. Stiftungsfeste, eingeladen. Gleichzeitig veröffentlicht derselbe Vorstand eine Festschrift, die die EntstehnngS- und Entwickelungsgeschichte dieser Kranken-Heilanstalt "erzählt, statistische Nachrichten und einen ärztlichen Bericht enthält. Wir geben hier heute einen kurzen Auszug aus der Anstallsgeschichte. Die Schöpfung der Anstalt ist unmittelbar herausgewachsen aus der Krankenpflege armer jüdischer Badegaste, welche am 11. Juli 1864 von Sanitätsrath Dr. Hirschfeld, Rabbiner Dr. Goldschmidt und dem inzwischen verstorbenen Kaufmann Moses Gronau himelbst ins Leben gerufen worden ist. Im August 1872 tagte Hierselbst eine Versammlung einflußreicher, im hiesigen Bade weilender Männer mit den Mitgliedern der Verwaltung der Krankenpflege, um die Mittel und Wege zur Begründung eines jüdischen Kurhospitals zu berathen. Aus dieser Versammlung ging das Connte zur Erbauung eines jüdischen Kurholpitals hervor mit 15 Mitgliedern. Im November 1872 erließ das Comite seinen ersten Aufruf und schon Ende desselben Jahres waren 6000 Mark zum Theil eingezahlt, zum Theil gezeichnet. An den Namen dieses Comite's knüpft sich die Stiftung des jüdischen Kurhospitals in Colberg. Zum Zwecke einer freieren Bewegung gliederte sich dasselbe in ein Central-Comite mit der Spitze in Colberg und ein Lokal-Comite mit der Spitze in Berlin. Seine Hauptaufgabe war, mit Genehmigung der hohen Behörden genügende Geldmittel für den Bau der geplanten Anstalt einzusammeln. Diese Aufgabe wurde indeß so schnell gefördert, daß die Mitglieder des Comites schon am 20. 27. und 31. Juli in Colberg zu einer Generalversammlung zusammentreten konnten, um über die Grundzüge eines Statuten - Entwurfs und über die ersten Schritte zur Erwerbung eines Grundstücks zu berathen. Durch Mehrheitsbeschluß wurde die Stiftung eines konfessionell jüdischen Kurhospitals festgestellt, weil die Sammlungen sich auf den engen Kreis der deutschen Judenheit beschränkten und man also im Sinne der Spender die Aufnabme jüdischer Kranken vorzugsweise ins Auge fassen müsse; weil ferner an die Aufnahme anderer als jüdischer Patienten so lange nicht gedacht werden könne, als die vorläufig noch geringen und durchaus unzureichenden Mittel kaum das Jnslebentreten und die Erhaltung der geplanten Anstalt innerhalb der in Aussicht genommenen engen Grenzen ermöglichten, und weil hauptsächlich das Glaubensbekenntniß der vorzugsweise aufzunehmendcn jüdischen Kranken notwendig auch die Abhaltung eines

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