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Der Israelit · 1884-07-21 · Heft 58 (21.7.1884) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 58 (21.7.1884)
Date
1884-07-21
Page
– (sequence 23)
Language
German
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für 60,000 Franca, wovon sie die Hälfte sogleich erlegten und die andere Hälfte nach Ablauf eines Jahres zu zahlen versprachen. Sie liessen nun durch einen Geometer das Land vermessen und in 100 gleiche Loose theilen, sodass jedes Loos 83 Dulam misst, und zahlten hierfür 2000 Francs. Nun kamen zahlreiche Käufer und erstanden von ihnen 82 Loose, jedes zu 620 Francs. Manche dieser Käufer gaben nur die Hälfte oder ein Drittel oder ein Viertel des Ankaufspreises sogleich, da sie nicht viel Geld hatten. So kamen zu den alten Vereinsmitgliedern neue hinzu; aber man war bei ihrer Aufnahme nicht vorsichtig, jeder Käufer wurde zugelassen, ohne dass man sich vorher überzeugt hatte, ob es auch Leute waren, die arbeiten wollten oder die Geld für die nothwendigsten Bedürfnisse hatten. Die früheren Ansiedler waren eben zu vertrauensselig, da sie nur das Beste ihrer Nation im Auge hatten. Im Jahre 5640 war das Feld gekauft worden, und nun gingen die neuen Ansiedler ohne Weiteres daran, die Aecker zu bestellen und dachten gar nicht daran, sich Häuser zu bauen; sie wohnten in Hohlen und Klüften und achteten nicht des Regens. Als jedoch die Regenzeit vorüber war, sprachen die Vermögenden unter den neuen Ansiedlern: Wir wollen uns doch Häuser bauen, lind als sie sahen, dass das Land am Bache Hierekon so lieblich war,' beschlossen sie, dort ihre Wohnungen zu errichten. Die alten Ansiedler warnten sie und machten sie auf das bösartige Klima der dortigen Gegend aufmerksam; auch die Aerzte riethen ihnen dringend ab. Einige horten auf den wohlmeinenden Rath und bauten auf der Höhe; die anderen jedoch sprachen: Es wird nicht so schlimm sein. So trennten sie sich, lind bald entstand eine Feindschaft zwischen denen die im Thale und denen die auf dem Hügel wohnten, die noch durch nichtswürdige Leute geschürt wurde. Auch mit den umwohnenden Arabern geriethen sie bald in Händel. Als nun der Sommer kam, assen die Ansiedler im Thale alle möglichen Kräuter und Pflanzen ohne Auswahl, und die Folge war, dass ein bösartiges Fieber bei ihnen ausbrach, so dass Viele die Flucht ergriffen. Die Ehre und das Ansehen des ganzen Vereins war dahin; die Araber, mit denen sie schon früher in Streit gelebt, kamen ungehindert in die Tennen und stahlen, was sie Lust hatten. Die übrigen Ansiedler wurden auch von Unmuth und Augst ergriffen, sie zogen nach Jerusalem, und der Ort ward zur Einöde. Aber auch Diejenigen, die sich auf dem Hügel angesiedelt hatten, gingen unvernünftig zu Werke. Sie bauten Häuser von ungebrannten Lehmsteinen; einer baute sogar ein Haus mit oberem Stock und verwendete statt des Kalkes oder Mörtels nur Erde. Man sagte ihm: Dein Haus wird zusammen stürzen, aber er lachte ob solcher Reden. Als der Regen kam, schmolzen die Lehmsteine und die Häuser stürzten ein, auch das grosse Haus ward zum Trümmerhaufen. Es blieben nur noch fünf aus gehauenen Steinen errichtete Häuser der ersten Ansiedler stehen. Als auf solche Welse die Ansiedler den Ort verlassen mussten, ergriff auch die Zurückbleibendeu eine Unlust, die Felder wurden vernachlässigt, die Leute verarmten, und als nun auch das Erlassjahr (7N2QV) dazu kam, weigerten sie sich, ihre Schuld für das angekaufte Land an die früheren Ansiedler zu bezahlen. Dies war für Letztere eine harte Zeit, denn der Verkäufer drängte sie zur Zahlung, und sie konnten doch nicht, wodurch sie in grosse Unannehmlichkeiten geriethen. Alles dies kam zu meiner Kenntniss, da ich, seitdem ich mich hier niedergelassen habe, Alles was die Coloniesation Palästinas betrifft, mit grossem Interesse und aufmerksam verfolge. Ich entschloss mich daher, mich an einige meiner Bekannten in Russland zu wenden; ich beschrieb ihnen die Coionie mit ihren Vorzügen und Mängeln ganz genau und brachte es dahin, dass mehr als 40 von den Loosen, die die Ansiedler ohne zu zahlen verlassen hatten, nun angekauft wurden. Ein Edler in Berlin kaufte für 10,000 Mark Grundbesitz in Palästina; ebenso gaben die Herren Rabbiner Dr. .Hildesheimer in Berlin und Dr. Lehmann in Mainz 2400 Francs zu diesem Zwecke. Sie beauftragten Herrn Arjeh Löb Frumkin, das Geschäft für sie zu Stande zu bringen. Als Herr Frumkin nach Jerusalem kam, wurde es ihm schwer, trotz des Geldes, das er bei sich hatte,irgendwo Grundbesitzzu erwerben, bis ihm der Verein "mpn UND" 945 Dulam verkaufte. Als die Gründer des Vereins sahen, dass die Sache wieder besser ging, wandten sie sich an die Regierung wegen Steuererleichterung, was ihnen auch gelang, und sie zahlen heute nur noch ein Drittel von dem, was sie früher zu zahlen hatten. Ferner sahen sie ein, dass die Nachbarschaft

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