Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 58 (21.7.1884)
- Date
- 1884-07-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tacitus 2× ep/1025676
- Rashi 1× ep/1002670
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als Zeuge» austreten. Anders aber war es, wenn eine Lüge Verbreitung gefunden hätte, die die alte Geschichte Israels betraf. In dieser Hinsicht konnten die Böswilligen ungescheut ihre Lügenberichte verbreiten/ ohne eine Widerlegung derselben befürchten zu muffen, denn historisches Wissen war im Alterthnm sehr spärlich verbreitet. Facta, die Jahrhunderte alt waren, konnten beliebig entstellt werden, ohne daß es dem Ersten Besten möglich war, ihre Unwahrheit darzuthun. Eine solche Lüge war im Alterthum über den Auszug der Jsraliten aus Aegypten von dem Geschichtsschreiber Manetho verbreitet worden, die auch von gewissenhaften Schriftstellern in gutem Glauben angenonnnen wurde. So erzählt Tacitus in seiner Historia V, 3: Als in Aegypten unter dem König Bochoris eine ekelhafte Krankheit ausbrach, befragte der König das Orakel des Ammon um Abhilfe. Dieses gab ihm den Bescheid, daß er das Land reinigen und die den Göttern verhaßten Leute aus dem Lande vertreiben solle. Es wurde daher eine große Menge Volkes von. den Israeliten zusammengebracht und nach den Wüsteneien verbannt; obschon sie gänzlich unkundig des Weges waren, begannen sie dennoch unter Anführung Moses die Reise. Aber es mangelte ihnen an Waffer» so daß sie nahe am Verschmachten waren. Plötzlich kam daher eine Heerde Esel, von der Weide zurückkchrend. Moses folgte ihrer Spur und fand auf dem grasreicheu Boden reiche Wasseradern. Nachdem sie sich durch diese günstige Fügung mit Wasser versehen hatten, zogen sie sechs Tage weiter und kamen am siebenten in ein Land, aus dem sie die Einwohner vertrieben, es in Besitz nahmen und dort Stadt und Tempel gründeten. Das Bild des Thieres, durch dessen Führung sie dem Verschmachten und der Verirrung entgangen waren, erhoben sie im Teinpel zur Gottheit. Aus dieser Erzählung geht deutlich hervor, daß diese Lügenberichte, die Jahrhunderte älter als Tacitus waren, den Auszug der Israeliten unter Moses durch die vermittelnde Führung eines Esels gelingen lasten. Findet sich nun in der Thora, daß Moses sich zur Zeit des Auszuges eines solchen Thieres bedient hat und sei es auch nur zu einer ganz gewöhnlichen Dienstesleistung, so wäre das für schmähsüchtige^ Menschen ein Anlaß, hierin die Bestätigung jener Lügenberichte zu finden. Die Verläumder waren zu keiner Zeit skrupulös, und daß jener Lügenbericht über den Auszug der Israeliten damals verbreitet war, daran ist nicht zu zweifeln. Der letzte Aufstand der Juden gegen die Römer, der zur Zerstörung des zweiten Tempels führte, wurde auch nur durch eine solche geringfügige Verhöhnung veranlaßt, ow Cäsarea wohnten viele Griechen und Juden zusammen. An einem Sabbat, während die Juden beim Gottesdienste versammelt waren, stellte eine Grieche ein Gefäß auf dem Synagogenplatzeauf und opferte Vögel barmst, das bedeuten sollte, die Juden stammten von vertriebenen Aussätzige» her. Die Juden nahmen diest Verunglimpfung ihres Ursprunges nicht ruhig hin, sondern bewaffneten sich und sielen über ihre Kinde her. Die Folge davon war ein blutiges Gemetzel, worin die Juden unterlagen. Die Ungerechtigkeit des Landpffegers Florus bei Schlichtung dieser Angelegenheit brachte den lapg verhaltenen Ingrimm der Juden zum Ausbruch, in Folge dessen der furchtbare Aufstand sich entwickelte, der mit der Vernichtung der politischen Selbständigkeit der Juden, der Einäscherung des Tempels endete. Aus diesem Grunde haben die Uebersetzer der Thora das Thier, dessen sich Moses beim Auszuge bediente, nicht nennen wollen und haben dafür den Namen eines Lastthieres substidnrt. Derselbe Grund muß auch bei der andern Stelle obgewaltet haben, obschon dort nicht direkt vom Auszuge aus Aegypten die Rede ist. Nichtsdestoweniger steht diese Stelle nach Ansichten unserer Weifen, die auch sicherlich die Ansicht der damaligen Uebersetzer war,-mit dem Auszuge aus Aegypten in Verbmdung. Zn der Stelle 4 B. M. 16,15, wo es heißt: nicht einen Esel habe ich von ihnen genommen" bemerken die Weisen im Midrasch Rabba und Tanchuma z. St., daß sich dies auf den Esel bezieht, dessen sich Moses bei seiner Reise nach Aegypten bediente. Vergl. Raschi z. St. ran Divrr rat *ra:nro onso* pnov »rofcrao ch'Svr onbipo -norm icm 'v rrm -norm dp »ja .'dr-2 btdre ’nnp> „Selbst damals, als ich von Midjan nach Aegypten reiste, (um die Israeliten zu erlöse») wo ich doch das Recht gehabt hätte diesen Esel von ihnen zu nehmen, habe ich ihn doch nur vom Memkgen genommen." Hier finden wir es denllich, daß auch diese Stelle auf dm Auszug aus Aegypten gedeutet wurde. Es mußten daher die Uckersetzer consequenterweise auch diese Stelle umandern und sie übersetzten daher statt -Hon als wenn non stünde. Somit glauben wir bewiesen zu habm, daß diesen beiden räthselhaften Textesänderungen ein und dieselbe Ursache zu Grunde liegt; um vorzubmgen, daß die Erwähnung des ovog bei der Reise Mosche's auf jene böswillige Erfindung gedeutet werde. Zeitungsnachrichten «nd Corres-andenzen. Deutschland. «w .i» ä » * gelchStzks Blatt, das über unsere GlauSmsgenoffm aus der