Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 58 (21.7.1884)
- Date
- 1884-07-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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962 ->ma nvn smu —nrm ,N'.ii new» mpo bi nnD» fc6x ms wk nm »)x brY> icx? D'twn' m»a ^d) >T5H bxiV' tüi Ü\'2 131 ,vmo ibu V1'3 13V |om 13 -rrivV '3i -'vxi o.i'riuiy by (pLibVPi.im.i «n’3 31NV Di'3 onnjiy by bxiV' ibiw Iv'-V '31SX •jnibanb i'vi' Hb |i’s ri3 “piy on 3’rai »ipon .(z"'S .131 131D3 Vlio) Mit dieser Anschauung seines Geschickes und Lebens bleibt mitten in Trauer und Weh, heitere Lebensfreude der innere von keinem äußeren Leid erreichbare Kern der jüdischen Seelenstimmung. Und diese heitere Auffassung des Lebens, die sich nicht trüben, dieser Lebensmnth, der sich nicht brechen läßt, verdankt der Jude, der Talmndjude, seinem Talmud. Er war und ist allen bewegten, finstren Zeiten der sichere Port, der alle schirmend trug, die sich auf seinen Boden gestellt hatten. Ihn hatten die Feinde des Judenthums und der Judenheit aller Zeiten zur Zielscheibe ihres Spottes und ihrer Verleumdung ausersehen. Die Finsterniß, in die sie Inden und Judenthum gehüllt, nannten sie das Werk des Talmud, und er allein war es doch, der sie selbst in der finstersten Dunkelheit, Ruhe und geistige Befriedigung finden ließ. Er war es doch, der den Glauben an die nationale Unsterblichkeit und an die Wiederaufstehung von dem socialen Tode aufrecht erhielt, für welchen die Todtengräber der Menschheit den jüdischen Zerstreuten so oft das Grab gegraben hatten! bm miDt>n ni .i'2i> »3i. übiy ivdd »jsupin D»D®no3 .(i"3 pnnjo) 11>33 Nicht nur der Talmud, sondern alle von seinen Lehren durchdrungenen, von seiner Weisheit erleuchteten späteren Führer und Lehrer Israels, haben in der Bekundung dieses Geistes, die Norm für ihr Leben und Wirken erblickt. In dem festlichen Schimmer, mit dem dieser Geist selbst den düsteren, die Tage „Zwischen den Marken" abschließenden Markstein, verklärt, hat er wohl eines seiner höchsten Blüthenstiele, einen seiner größten Triumphe erreicht. Wenn daher der Tag sich neigt und die zum dritten Male in ihren! Sammelhaus um Zion und Jerusalem vereint Trauernden Gott, ihren Gott, um Trost bitten, für das trauernde, zerstörte, entwürdigte und verödete Gottesheiligthum, so trocknet ein späterer Weiser der Zerstreuten die Thränen, glättet die Stirn und inildert den Schmerz, indem er darauf hinweist, wie in dieser Bitte schon ihre Erhörung und Verwirklichung liegt. n"i ntüoiv ,rvn3 ,roin ,n>3x N13V^l (l"D 1"- , ✓Npirv) 31P3P no nvib.v3nx .(□nniüx) V2nx Mit unnachahmlicher, durch keine Uebersetzung wiederzugebender Prägnanz, wird hier das Verständnitz vermittelt, welches in der Trauer, die das Herz erfüllt, in dem Schmerz, der die Verwüstung beklagt, in der Thräne, die der Entwürdigung und Verödung des Gottesheiligthums gilt, bereits die Anfänge des ersten Verbandes erblicken lehrt, den Gottes milde Vaterhand selber an den Bruch semes Volkes legt. — Dieser Geist ist es, der den Jude» noch über seinen Fasttag hinaus begleitet, und ihn aus dem Silberglanze des Neumondes, der sich wieder aus der Nacht zum Licht gerungen hat, für sich und sein Volk dieselbe Hoffnung schöpfen lehrt amty onv nniD3 annnb. Dieser Geist ist es, der auf jede» 3«3 nypn einen wm raer folgen, der die fastend Trauernden unbeirrt und unverzagt die Umwandlung ihrer Fast- und Trauertage in Freude und Wonne erwarten laßt. Zeitungsnachrichten und Sorrefpoudenze». Deutschland. Eydtkuhnen, 10. Juli. Gestern wurden die irdischen Ueberreste des zu Freiburg in Baden verstorbenen Kaufmanns Herrn David Scherechewsky zur letzten Ruhe gebettet. Eine unabsehbare Menge wogte vom Bahnhof aus — die Leiche wurde nämlich per Cöurirzug hierher transportier — um 4V* Uhr nach den der ernsten Feier entsprechend geschmnA ten Räumen der Synagoge, wo Herr Rabbiner Dr. Rülf aus Memel in weihevoller Rede das Lebe« des Dahingeschiedenen in eingehendster Weife beleuchtete. Wir betrauern in dem Verblichenen einen allgemein geachteten, von Jedermann wegen feines redlichen und biedern Charakters geliebten Mann, der mit eigener Selbftvergesselcheit den Pflichten eines Ernährers der Familie oblag, in rastloser Thätigkeit die Interessen seines Geschäftes, so lange feine Kräfte es gestatteten, förderte, seine milde Hand in nicht genug zn lobender Güte über alle Arme — vollständig frei von jeder confessionellen Parteilichkeit — ausbreitete. Jeden, auch de» Geringsten zur Geltung kommen ließ und in politischer Beziehung seinen Sinn stets darauf richtete, im Geiste liberalster Anschauung für feine so bedrängten Glaubensgenossen in die Schranken zu treten. Er war es, welcher vor Jahren, da der Plan, ein Gotteshaus zu errichten, zu scheitern schien, mit unermüdlichem Eifer an demselben-fortarbeitete. Und wenn wir heute mit Genugthuung auf die schönen Hallen unseres Tempels und selbst auf den Friedhof blicken, in dessen kühler Erde ihm leider eine Ruhestätte geworden, so stehen wir vor Werken des Dahingegangenen, der sich dadurch in den Herzen Aller und für die Nachwelt ein unsterbliches Denkmal gesetzt. Dieser Tod ist somit ein allgemein znbedauernder. Aus der Mitte des Schaffens und Wir-