Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 57 (17.7.1884)
- Date
- 1884-07-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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950 Weile; laß mich hinüber in's Wohnzimmer gehen, damit ich — . ^. ^Hinüber?" unterbrach sie ihn. bis in dieStirn erröthend. „Ich bitte Dich, warte einen Augenblick!" Und eilig verließ sie das Cabinet, öffnete die Thür zum Wohnzimmer, in dem sie noch Oberst Metkoff wartend im Zimmer fand. — „Ich komme sicher!" flüsterte sie ihm zu; „verschwinden Sie durch die Thür, die nach dem Vorsaal führt. Oberst Metkoff hatte dieselbe kaum geschlossen, als Simon Stroßky die vom Laden einmündende Thür öffnete. „Wer ging da. hinaus?" fragte er mit wuthverhaltner Stimme. «• Cr sah wie in Nebeckas Gesicht leichenhafte Blässe mit Purpurröthe wechselten, doch ruhig antwortete sie: „Es war der Schuhmacher, der für.die Kinder eine Bestellung aufnahm." „Laß mich allein!" sagte Simon, in dessen Brust es allmählich zu toben begann. Er glaubt jetzt zu wissen, daß Samuel recht gesehen. „Dich allein lassen?" fragte Nebecka erstaunt! „Was soll das heißen? Laß uns die wenigen Stunden, die wir noch vereint sind, ge— „Die wenigen Stunden?" höhnt Simon. „Glaubst Du wirklich, ich winde mich von Dir wie ein Schulbub dnpiren lassen?" „Ich verstehe Dich nicht!" sagte Nebecka nach Athem ringend. „Sag, was ist zwischen uns getreten, daß Du so lieblos, so ganz gegen Deine Gewohnheit mit mir verfährst, und gerade jetzt, wo ich Tag und Nacht geweint, mich-deinetwegen gehärmt und jetzt noch mein Glück nicht zu fassen weiß, daß ich Dich wieder gefunden, von Dir flößest?" Wieder fragte sich Simon, ob eine Schuldbeladene so sprechen könne, doch da sie wieder in ihn zu dringen begann: „Simon, Dn mußt fort, Dir droht Gefahr! Thn' es mir zu lieb" — da witterte er wieder hinter diesen süß schmeichelnden Worten ein Komplott und wild tobte das Blut in seinen Adern. Er berührte die Speisen nicht, die ihm Nebecka vorsetzte, wischte mit dem Tuche die Stirn, auf der dicke Schweißtropfen standen und sagte ernst: „Laß mich die Wahrheit wissen, Weib! In welcher Beziehung stehst Du zu Oberst Metkoff." Nebecka erblelchte und bebend antwortete sie: „In keiner!" Gefaßter und offenbar nur in der Absicht es jetzt, wo die geplante Flucht in nächster Stunde ausgeführt werden mußte, zu keiner Erörterung kommen zu lassen, setzte sie hinzu: „Was sollte auch der einflußreiche Mann von mir wollen?" „Und Du bestehst darauf, daß ich Odessa der» „Sobald als möglich!" entgeanete Nebecka. Wieder sah er sie groß und fragend an; Aller sprach gegen sie, nur sein Herz sagte ihm, daß diese Frau keiner, schlechten Handlung fähig sei. Schweigend ging er in sein Privat-Comptoir, durchflog die eingelanfenen Briefschaften; da, als sein Blick die Fenster des gegenüberstehenden Hauses streifte, siel sein Blick auf Oberst Metkoff, der an einem derselben Posto gefaßt zu haben schien. „Er und immer er," sagte er verdrießlich. (Fortsetzung folgt.) Räthsel. Als Hauptwort ist's dem Erdenfohne, Ob Knecht er ist, ob auf dem Throne. Doch würdest Du wie Pharo sein. Wenn ich als Adjectiv gelesen. Nun vieler Zwietracht Kern und Wesen, Wollt' ziehen in Dein Herz hinein. A. Harris Wöllstadt. Oppenheimer, Lehrer. Schwrlm. Auslosung erfolgt in Nr. 59. Die Namen der richtig Lösenden werden, wen» uns solche bis längsteus Dienstag Vormittag den 22. Juli zugegangen, in der folgenden Nummer veröffentlicht Auflösung des Diagonal-Räthsels ans Nr. 55: bi H G G H J 0 0 0 A * Z R S H v p E R E A A B N R S Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erschemt in der nächsten Nummer. Hierzu eine Vellage. Verantwortliche Nedaction: vr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition der .JSrarlit* gr. Bleiche 4L. I. GottSleben'S Buchdruckerei (MamzerAnzeiger).