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Der Israelit · 1884-07-17 · Heft 57 (17.7.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 57 (17.7.1884)
Date
1884-07-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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name, den der Weise sich durch sein segensreiche Thätigkeit erworben. oinn xvv 02^222 nmn wv2N 2vix p'!>ü2X d’ndh v'i'vbm vnjnD'jnn v'v O'pv2 nfoi roin .*^nno dudkt Dar xaon unpn V2'2NX Abtalion sagte: Ihr Weisen, seid vorsichtig in Euren Worten! ihr möchtet verschulden die Schuld der Verbannung und in die Verbannung wandern an einen Ort, wo die Wasser trübe sind, und es möchten trinken die Schüler, die nach euch kommen und sterben, ltiib der Name Gottes würde entweihet werden." Wir haben bereits obenerwähnt, daß die meisten Erklärer die Worte Abtalions ans den Ausspruch des Antigonos ans Socho deuten, der, von den späteren Schülern mißverstanden, zur Entstehung der Secte der Sadducäer und Beothosianer führte. Allein es ist dann nicht verständlich, was die Worte ndp o>jnn D'D Dipo} roin Ginn, „es möchte Euch treffen das Loos der Verbannung und ihr möchtet wandern nach einem Orte, wo die Wasser trübe sind", bedeuten, da ja Antigonos niemals auswanderte und das Mißverständniß seines Lehrsatzes nicht an dem Orte der Verbannung entstanden ist. — Es scheint uns daher, daß es ganz andere Verhältnisse sind, welche Abtalion bei diesem seinem Ansspruche im - Auge hatte. Wir haben bereits erzählt, daß zu jener Zeit Judäa vom Bürgerkriege zerrüttet war. Die siegende Partei bestrafte die Gegner mit Tod oder Verbannung. Die Verbannten begaben sich in der Regel nach Alexandrien in Aegypten. Dort existirte eine große und wohlhabende jüdische Gemeinde, deren Mitglieder den herrschenden Griechen vollständig gleichgestellt waren. Diese Gemeinde besaß eine Synagoge von seltener Größe und Schönheit. (Vergleiche Suckah 51b). Eine Zeit lang hat es sogar einen Tempel daselbst gegeben, den Oniastempel, in welchem Opfer dargebracht wurden wie im heiligen Tempel zu Jerusalem. (Menachoth 109 a.) In Alexandrien wurde die heilige Schrift zuerst in's Griechische übersetzt. In späterer Zeit gab es Schriftsteller, Dichter und Philosophen unter den Juden Alexandriens, welche Werke in griechischer Sprache schrieben. Um die Zeit des Abtalion gab es in Alexandria die sogenannten Allegoristen, welche die Namen und Gesetze in der heiligen Schrift symbolisch deuteten. Die Folge dieser Philosophisterei war eine immer mehr um sich greifende Gleichgiltigkeit gegen die Vorschriften des Judenthums. Da man die Gesetze über Sabbat, Festtage, verbotene Speisen, Beschneidung rc. allegorisirte und als Symbole auffaßte, so wurde man gegen die strikte Beobachtung derselben lau und gleichgiltig. In der heiligen Stadt Jerusalem waren solche Verirrungen nicht gut möglich. Dort waren in der Quaderhalle des heiligen Tempels die größten Weise« Israels versammelt: „denn von Zion geht aus die Lehre und das Wort unseres Gottes von Jerusalem." Jeder Jrrthum wurde sofort beseitigt, jede irrige oder zweideutige Auslegung, die in ihren Folgen aus Abwege führen konnte, wurde dort sofort berichtigt. Wie aber, wenn ein Weiser, der nicht vorsichtig genug in seinen Ausdrucken war und diese so faßte, daß sie eine irrige Auslegung zuließen, in die Verbannung nach Alexandrien wandern mußte, wo die Quellen der Schriftauslegnng trübe stoffen? Dann war die Gefahr eine große; sie konnte zum Abfall zum Tode in Bezug auf religiöses Leben führen und der Name Gottes wurde entweiht. Wie vorsichtig Schemaja und Abtalion in ihren Aussprüchen waren, davon hat uns der Talmud ein merkwürdiges Beispiel aufbewahrt.. Sie konnten, da sie von nichtjüdischen Voreltern stammten, den Buchstaben „H" nicht ausspreche». Daher schickten sie bei der Halacha ropon nx wbow v»2,xv am \>n (Sabbat 15 a.) das eigentlich überflüssige Wörtchen tos voran, damit ver Schüler nicht verstehe: mpon nx D'Vdid dgixiet d’D px was das gerade Gegentheil bedeuten würde, und ihr Schüler Hillet, der vonDavid'scher Abknutt, das „H" vollkommen richtig auszusprechen verstand, behielt bet der Tradirung dieser Halacha das überflüssige Wörtchen xvv bei, weil er sich verpflichtet fühlte, die Halacha genau so wiederzugeben, wie er sie von seinen Lehrern gehört hatte. So vorsichtig waren unsere Weisen bei der Wiedergabe der Relkgionsvorschristen, die Moscheh von Gott am Sinai empfangen und die sich unverkürzt und unentstellt fortpflanzeu von Geschlecht zu Geschlecht. — (Fortsetzung folgt.) Zwischen den Marken. Bon Rabbiner Dr. Ehrmarzn. Y. Unter den Tischah de Ab betreffenden Bestimmungen findet sich eine einzige, die sowohl an und für sich als durch ihre Begründung in vollem Gegen» satz zu allen übrigen zu stehen scheint, in Wirklichkeit aber die eigentliche Bedeutung dieser Tages in ihrem wahren Lichte erscheinen läßt. Nach dieser Bestimmung sind nämlich gewisse Gebete, die wegen ihres Zu ernster Stimmung anregenden Inhalts an allen festlich gehobenen Tagen wegfallen, auch für Tischah be Ab ausgeschloffm, weil Tischah de Ab ein Festtag genannt wird. e6t pnm onoix n"x) njno npw d»tjd dp yxi 2"D2 ninäb .(*T 'oapri

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