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Der Israelit · 1884-07-10 · Heft 55 (10.7.1884) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 55 (10.7.1884)
Date
1884-07-10
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Zeitungsnachrichten und Sorrefpondeuzeu. Deutschland. Frankfurt a. M. Ein Druckfehler, so wird der Frtf.Ztg. von hier geschrieben, in der Slobotzky'- schen Ausgabe eines israelitischen Gebetbuches, das so ziemlich der Abdruck des seit 100 Jahren in Rödelheim verlegten sehr guten Gebetbuches ist, gab zu den drolligsten Redereien Anlaß. Es wird nämlich in einem Festtags-Gebet, zur Erinnerung an den ehemaligen Opferdienst im Tempel, eine Stelle aus dem alten Testament, Abschnitt kivetms, citirt, in welcher es gleich Eingangs heißt: 'Weliikraftem Ischeh u. s. W., d. h. Ihr sollt ein Feueropfer dem Herrn bringen, bestehend aus so und so viel Arten Thieren u. s. w. Statt dessen findet man in der Slobotzky'schen Ausgabe: Wehikraftem Ischoh (statt Ischeh mit Feuer), und Ihr sollt eine Frau opfern. Das Citat aus dem alten Testament nun, das seit Jahrhunderten an genanntem Platz im Gebetbuch richtig steht, und das jedem jüdischen, wie christlichen Bibelkundigen sattsam bekannt, ist nun durch jenen sinnentstellenden Druckfehler nicht allein ein Gegenstand des Gelächters bei den Kundigen, sondern auch der tendenziösen Verläumdung bei Böswilligengeworden. Ich konstatire übrigens bei dieser Gelegenheit mit Freuden, daß mir gerade von christlicher Seite der Wunsch geäußert wurde, die. Sache klar zu stellen. (Wir bemerken, daß in dem uns vorliegenden neuen Abdrucke diese und andere Druckfehler verbessert sind.) Baden-Baden. Am 29. Juni starb dahier nach längerem Leiden im Alter von 66 Jahren Herr H. M. Rosenberg aus Kiew, Schwiegervater des Herrn Baron v. Günzburg in Petersburg. Die Leiche wurde nach Würzburg überführt, um auf dem dortigen Friedhofe, neben der erst vor 4 Wochen im Tode vorangegangene Tochter, Gattin des Herrn Baron Joseph v. Hirsch daselbst begraben zu werden. Aus weiter Ferne waren die nächsten Verwandten dahin geeilt, um dem theueren Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Tiefgebeugt von dem in so kurzer Zeit sich wiederholenden Verluste folgten dieselben, folgte namentlich die so schwergeprüfte Gattin, der Bahre und beweinten am frischen Grabe der Tochter, Gattin, Mutter und Schwester die nun selig Vereinten. Und wahrlich, wer würde solchen Schmerz nicht begründet finden; wer von uns nicht Antheil nehmen an. dem harten Geschick einer Familie, die sich um das Judenthum, namentlich um unsere Bruder in Rußland, so hoch verdient gemacht hat! Ist doch ein Edler in Israel aus dem Leben geschieden, dessen Verlust weit über den eigenen Familienkreis hinaus empfunden wird. Es dürfte wohl schwer fallen, ein getteues Bild von dessen tugendhaften Leben zu geben, aber auch bei dem Weltrufe, wächeu Farmlre- Günzburg-Rosenberg durch ihr hohes Ansehen, Wohlthätigkeit und ihren zum Besten unserer russ. Glcmbensgenoffen geltend gemachte» Einfluß erlangt hat, überflüssig erscheinen, Einzelnes hervorzuheben. Doch das mag nicht unerwähnt bleiben, daß es ein echt jüdischer Geist war, der sich hier zu dem edelsten Herzen verband und der im häuslichen, im Familienwie im weltlichen Verkehr den schönstes Ausdruck fand. Herr R. oblag mit Liebe den Pflichten von oHDn nfrnxn mmy min und suchte die Uebmug derselben in Haus und Familie heimisch zu machen. Wenn nun auch dem irdischen Gesichtskreis entrückt, sein Geist lebt fort in dessen Nachkommen, die gern dem Beispiele des Vaters folgen. So haben die verehrten Hinterbliebenen bereits ehrendes Zeugniß abgelegt von ihrem wohlthätigen Sinne durch größere Schenkungen an verschiedene Wohlthäti^tt-Anstalten und Unterstützungen an Armen und Bedürftigen aus Anlaß und bei Gelegenheit beider Sterbefälle.' Möge das Andenken des DahingeschiÄeuen ei» stets gesegnetes sein und er. im Jenseits dm schön-, sten Lohn seiner Thaten finden sat* vVwv nap*-»! (Auch wir weinen dem edlen Todteu Thränen des Mitgefühls nach! Wie sehr der DahingeschiÄeue p"r den Satzungen unserer heiligen Religion avhmg, mag Folgendes beweisen. Vor einer länger» Reihe von Jahren brachte Herr R. mit feiner Familie einen Winter in Wiesbaden zn. wo damals eine orthodoxe isr. Separatgemeknde mcht exißirte. Da Herr R. den damaligen Schechitah-Verhättmssen in W. mißtraute, 'so ließ er täglich dm Bedarf an Fleisch, Geflügel rc. von Mainz kommen, n^s^n. Red. — Ruman t e n. Jassy, 4. Juli. Die Herren Dr. C. Lippe und Rabbiner S. D. Tauber ließe» in IHM geschätzten Blatte vor kurzer Zeit einen Achftnf um nnlde Spenden für die durch das Haußrgesetz an den Bettelstab gebrachten Hanfirer angehen, doch mm steht uns noch ein wetterer schwerer Schlag bevor. Es wird bald ein neues Gesetz erscheinen, das den Handwerkern, die nicht in der vom Staate gegründete» Handwerkerschule Scöla de mesarie tzu der unr Äcketter chnstlicherConfessionzugelasserrweÄM)a^seöWetwsrden, die Ausübung ihres Haudwettes öerHäet Dieses VerbotwirdabermalsTauseuden vonJMnd«Subßßeuz

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