Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1884)
- Date
- 1884-07-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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925 mittel entziehen. Um solchen traurigen Zustanden die Spitze zu dieten, vereinigten sich die hervorragendsten Männer unserer Gemeinde, um ein Comitö zu bilden, das den unbemittelten Juden, denen durch die barbarischen Gesetze der Erwerbszweig abgeschnitten wird, nach Amerika und andern Ländern befördern soll, wo es ihnen nicht verboten ist, auf anständige Weise ihr Leben zu fristen. Dank den Bemühungen des Herrn Jakob R. v. Neuschotz, der in Gemeinschaft der hervorragendsten Männer der Stadt Sannnlungen veranstaltete, die den Ertrag von 70,000 Frs. ergaben, war das Comitö bereits Dienstag 24. Juni a. St. in der Lage, den ersten Transport Emigranten, bestehend aus 40 Familien, ca. 2OO Seelen, abgehen zu laffen. Die Bahn-Direktion war so human, zu diesem Behufe einen Seperatzug zu bedeutend ermäßigten Preisen zur Verfügung zu stellen. Eine Menschenmenge, die nach Tausenden zählte, gab den Auswanderern das Geleite. Man rief ihnen allgemein „auf Wiedersehen" zu; denn es giebt keinen Juden hier, der sich nicht mit dem Plane trüge, dieses Land zu verlassen, wo die Gesetze, anstatt Segen und Wohlstand, so viel Jammer über eine friedliche Menschenklaffe bringen. Das Unterstützungscomitö hofft in drei bis vier Wochen abermals im Stande zu sein, 40 Familien zur Auswanderung verhelfen zu können. Doch die Geldmittel, die dem Comittz zur Verfügung stehen, reichen noch nicht aus, da die wenigen wohlhabenden Juden unserer Stadt nicht in der Lage sind, diesem Massenunglück abzuhelfen, und deshalb wäre es dringend nöthig, daß auch die ausländischen Juden, deren Humanität sich so oft schon bewährte, ihr Schärflein dazu beitrügen, und Ihr geschätztes Blatt würde in dieser Beziehung ohne Zweifel von großem Nutzen sein können. Ihr Aufruf würde bestimmt vom schönsten Erfolge begleitet sein. Am Samstag vor der Abreise der Emigranten hielt Herr Rabbiner S. D. Tauber vor einem sehr ahlreichen Publikum in der großen Synagoge, wo ammtliche Auswanderer in der Nahe der heiligen Bundeslade versammelt waren, eine Rede, worin er den hiesigen Phplantropen dankte, daß sie durch ihren Eifer und ihre Opferwilligkeit das Schicksal so vieler Unglücklicher zum Guten gelenkt batten. Darauf ertheilte er den Abreisenden seinen Segen. Möge auch Gott seinen Segen ihnen zuTheil werden laffen, damit sie in der Ferne eine glückliche Heimath finden!*) Nichtige Lösungen sandten ein: Josef Vogel aus Rengsdorf. N. Dachs aus Heilbronn. Benno Gundelsinger aus München. L. n. F. W. aus Straßbürg i. E. Einil u. Hugo Stern n. Salli Kah ans Fritzlar. Lehrer M. Prechner aus Rödelheim. Cantor I. Jacob aus Reichshofen i. E. Frau Lehrer Salomon aus Altenkirchen (Westerwald). H. I. Hanau aus. Frankfurt a. M. Jsaac Nosenthal aus Wronke. Maier Mühlstein aus Singhofen. Lehrer Salzer, Privatier in Stadtlcngsfeld. Moses n. Albert Sommer aus Nidda. Jette Halle, LehrerSwittwe aus Schnaittach. A. Steindecker aus Wertheim a. M. Moritz Spiro aus Rheinberg. Henn. Strauß aus Heilbronn. Salomon Weiß aus Wien. Samuel Montag aus Crumstadt. Benno Hummel aus Harburg (Bayern). B. Kohn aus Bickendorf. Emanuel Herz aus Berolzheim. Awigdor Kohn, Talmudist aus Bato ken. Wolf Nußbaum aus Mannsbach. I. Prins ans Amsterdam. Nannchen Cschelbacher aus München. Louise B. Levy aus Hechingen. Jetlchen, Lina u. Bertha Cohen aus Crcfeld. Rcligionslehrer S. Wolpert aus Crainfeld. Salomon Nordmann, minislre oklieianb aus Solothurn. Helena Schönfärber aus Dornheim. Benjamin u. H. Bürger, Talmudschüler aus Schütt.-Sommerein. A. G. aus Stallupönen S. M. Bachrach aus Elmshorn. E. Großmann, Cantor aus Schweidnitz. Lehrer und Vorsänger Schlcsstnger ans Mergentheinr. Lehrer Tobias Kohn aus Vallendar a. Rh. Feist Straus n. Veit Kahn aus Cannstadt. Roschmann Wreschner aus Obornik. I. Goldmann, Cantor aus Wartberg. * Anm. der Red.: Wir bitten d. g. Corresp. um gütige weitere Mittheilnngen. Für de» folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. 3wei mit den nöthigen Borkenntnissen versehene junge Leute aus anständiger Familie, können sofort unter günstigen Bedingungen in einem größeren Manusacturnnd ConsectionSgeschästc detail (Samstags und Feiertags geschloffen) in die Lehre Irrten. Franco Offeriert unt. 3486 an dieErped. d. Blattes. suchen für uns. Manufaktunvaaren- Geschäft, welches an Sonnu. Feiertage geschloffen» ein Lehrrnädchen aus anständiger Familie mit grrten Schulkenntnissen, nrrtcr günstigen Bedingungen per September c. Rheinbach. 7. Jnli 1884. 3483) Weinberg & Simon. Gtä suche zmn baldigen Eintritt ein isr. (O Mädchen, welches die Hausarbeit gründlich versteht und auch kochen kann. Joseph Adler, Gansstr. 21. 3494) Frankfurt a. M. » AT>ir suchen einen I-ehrling aus anständiger Familie mit gediegener Schulbildung zu sofortigem Eintntt. Samstags und an isr. Feiertagen geschloffen. 3482) Gebrüder Igersheimer, Bankgeschäft in Frankfurt a. M.