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Der Israelit · 1884-07-10 · Heft 55 (10.7.1884) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 55 (10.7.1884)
Date
1884-07-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXV. Jahrgang. ZVeite Äeilage zu Nr. 55 -es Israelit. » Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Ein lieber Gast ist der uns jährlich besuchende „Jllustr. Jüd.Familien-Kalender" Herausgegeben von H. Meyer, Halberstadt. Abgesehen von dem schönen und sauber hergestellten Kalendarium, der - nwm 'N2 »zniv,. Regententafel rc. rc. bietet das Büchlein noch so viel des Unterhaltenden und Wiffenswerthen, . daß es des ermäßigten Preises von 50 Pf. nicht bedürft hätte, ihm auch dieses Jahr einen 'Platz auf dem jüd. Familientisch zu sichern. Den Glanzpunkt des diesjährigen bildet eine reizend erzählte historische Novelle des geistig ewig jungen Verfassers des „Gabriel", S. Cohn, betitelt „Ein Anderes". Bis zum Schluffe derselben wird man in Spannung gehalten und auch die echt jüdische Tendenz, die bei so vielen anderen Schilderern jüdischen Lebens vermißt wird, findet hier beredten Ausdruck. Von einigen Arbeiten des gewandten jüd. Journalisten Ludw. A. Rosenth'al seien hier erwähnt: „Lied des Kalenders," des Judenthnms und Synagogen-Gemeinde in Halberstadt, an welches Bild sich eine gut geschriebene Biographie des bedeutenden Mannes anschließt. Damit sich unsre Leser ein Urtheil über die Vorzüglichkeit der Meyer'schen Illustrationen bilden können, wurde uns von genanntem Verlag ein Bild des vorjährigen Kalenders zur Verfügung gestellt, das wir nebenstehend zum Abdruck bringen. Es ist das Brustbild des weit über die Grenzen Deutschlands gekannten Rabbiner Samson Raphael Hirsch, des Nestors der deutsch-jüd. Orthodoxie. Auf das Wirken dieses Mannes näher einzugehen, ist in dieser kurzen Besprechung nicht der Ort. Sein Leben und Thaten ist auch zur Genüge bekannt. *) Mit einem Anhang gemeinnütziger Mittheilungen schließt das Jahrbuch, dem wir eine recht große Verbreitung wünschen. __ H *) Samson Raphael Hirsch wurde im Jahre 1808 in Hamburg geboren, bezog später die Jeschibah zu Mannheim und machte in Bonn seine Universitätsstudien. 1830 wurde er zum Großherzogl. Oldenburgischen Land-Rabbiner ernannt, eine Stelle, die er einige Jahre nachher mit der eines Köuigl. Hannover'schen Land-Rabbi- Sanrson Raphael Hirsch, Rabbiner der israel. Religions-Gesellschaft zu Frankfurt a. M. „Einstuß (JllustralioaSprobr aus: .Jlluftrirttr Jüd. Familirnkaltiiderpro 5V44 von Julius Mcyrr. r.er3 zu Emden vertauschte. Lrrlag von H. Mcyrr's Luchdruckcrei, Halbersladt.) wurde er als Kaiser!. seines Schriftthums auf die außerjüdische Kunst und Wissenschaft," „Lied des Kalenders," „Samuel Nagrela," „Romanzen" rc. Als Titelblatt ziert den Kalender ein durch künstlerische Ausführuyg wie sauberen Druck sich gleich vortheilhaft auszeichnender Holzschnitt, darstellend das Portrait des berühmten Rabbi vr. B. H. Auerbach )"r, Rabbiner der Oesterreichischer Ober-Rabbinervon Mähren nach Nicolsbürg berufen, von wo er 1851 nach Frankfurt übersiedelte, um daselbst däs Rabbinat der soeben in's Leben ^gerufenen Israelitischen Religions-Gesellschaft orthodoxer Richtung zu übernehmen. Möge der um das Judenthum hochverdiente Mann noch eine lange Reihe von Jahren segensreich wirken!

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