Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1884)
- Date
- 1884-07-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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912 ,-M'v »nnDnn D^wn» 'aan ’oip isyo nijnnn : p'L ro tyov *pai3 „Schüttle mit verjüngter Kraft den Staub ab, erhebe Dich wieder aufrecht Jeruschaljim, lüfte die Bänder Deines Halses gefangene Zionstochter!" (Jesajas 52. 2.) (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Wi-n, 7. Juli. (Telegramm). Bei der heute stattgefundenen Landtagswahl wurde im ersten Bezirk Baron Moriz von Königswarter mit zweitgrößter Majorität gewählt — eine erfreuliche Thatsache in dieser so schweren Zeit. — Et. Johann a. d. March. (Baron Hirsch'sche Gutsherrfchaft) (Ungarn). Am 20. Juni verstarb hier im Alter von 76 Jahren Herr Israel Löffler, derselbe war seines besonder» bescheidenen und ehrbaren Charakters und als langjähriger «-om ’soj «wnp hochgeachtet und geschätzt, non muy wurde derselbe unter großer Thcilnahme beerdigt und sprachen an seinem Grabe dessen würdiger und höchst intelligenter Sohn, Herr Simon Löffler, . Sekretär der Budapcster aut. orth.isr. Gemeinde q’nsnvi onm 27.1 io bei denen kein Auge thränenleer blieb. Nach ihm der dortige Ortsrabbiner Herr Jacob Ncininger. Mögen die Hinterbliebenen in dein Gedanken sich trösten, daß das Andenken dieses Mannes stets weiterlebcn wird rps"jp. Schwei z. Basel, im Juli. Der Gemeinderath der hiesigen israelitischen Gemeinde hat einstimmig die Anstellung eines Rabbiners beschlossen. Dieser Beschluß bedarf jedoch noch der Bestätigung der Gemeindeversammlung, woran es nach der allgemeinen Stimmung zu urtheilen, jedoch nicht fehlen wird. Hoffentlich gelingt es diese hochwichtige Angelegenheit zu einem baldigen und erfreulichen Abschluß zu bringen, ohne daß sich die den Gemeindefrieden bedrohenden Wahlkämpfe wieder wie voriges Jahr geltend machen. (Anm. der Red. — Zur Beruhigung allzuängstlicher Gemüther, mag der Hinweis am Platze sein, daß die Wahl eines Rabbiners nicht erst seit heute und gestern, eine gewisse Erregung in jeder Gemeinde hervorruft, der aber dann fast überall, eine ruhige, friedliche Einmüthigung zu folgen pflegt, sobald die Wahl vollzogen ist. Solche Wahlkämpfe bergen für den Gemeindefrieden keine ernste Gefahren, sie bekunden im Gegentheil das lebhafte Interesse der einzelnen Mitglieder für ihre heiligen Anliegen. Eine Rabbinerwahl, die ohne Geltendmachung der verschiedenen heutzutage in jeder größern Gemeinde zu Tage tretenden Auffassungen sich vollzöge, wäre vielleicht nicht einmal ein günstiges Symptom für den religiösen Ernst der Mitglieder. — Bei der prinzipiellen Uebereinstimmung, die hinsichtlich Richtung und Wirksamkeit des zu erwählenden Rabbiners herrscht, würden selbst ungerechtfertigte momentane Ausschreitungen eines erregten Wahlkampfes zu keinerlei Befürchtungen für eine wirkliche Gefährdung des Gemeindefriedens Anlaß geben. — Dagegen erscheint die Verschleppung einer solchen die Gemüther erregenden Angelegenheit in viel höherem Grade geeignet die Spannung und Verstimmung einwurzeln zu laffen, als eine baldige, entschiedene Lösung der Frage nach der einen oder anderen Seite hin.) Frankreich. Marseille, 5. Juli. Geheimerath Dr. Koch ist gestern Abend in Toulon angekommen und galt sein erster Besuch dem opferwilligen Dr. Strauß, einem Zöglinge Pasteur's, der ans eigene Koste» nach Toulon gereist war, um Cholerastudien zu machen. Der berühmte deutsche Gelehrte erklärte, sofort in Gemeinschaft arbeiten zu wollen und hat ihm dieser sein Labaratorimn (ein Kabinet im Flügel der medicinischeu Klinik) zur Verfügung gestellt. Rußland. Petersburg, 8. Juli. In hiesigen israelitischen Kreisen verursacht die Ausweisung eines jüdischen Lehrlings, der aus den baltischen Provinzen stammt, große Aufregung, da bisher die baltischen Israeliten freien Zuzug nach Petersburg hatten. Die Ausweisung des Lehrlings erfolgte plötzlich, ohne daß eine besondere Veranlassung bekannt geworden ist. F e u l l1 e t p in In Hagen der Krüftmg. Von Jda Barber. ir. Schmerzlich war es der unglücklichen Fran nnd den Kindern am Abend den Imbiß ohne den Vater nehmen zu müssen. — Wie strahlte sonst, wenn Vater und Mutter Abends aus der Synagoge heimkehrten, Festesfreude in allen Räumen der hell er-