Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 54 (7.7.1884)
- Date
- 1884-07-07
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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— 147 — und Mohn werden auf folgende Weise gesäet: Der Bauer befestigt an das hintere Endo seines Pfluges eine oben weite, unten spitz znlanfendei Bohre, die bis zum Boden reichte Wahrend nun die mageren Binder oder die Bameele den Pflug ziehen, schüttet er nach und nach die Pracht, die er in dem Saum seines langen Hemdes, wie in eine Schurze, trägt, durch diese Bohre in die Furche. Bis zum Eintritt des Monats “PK hat der Bauer die Sommerfrucht fertig gesäet Nicht lange aber kann er ruhen, denn die Winterfrucht kann jetzt bald geerntet werden. Auch muss der Sommerfrucht, besonders dem Mohn, grossere Aufmerksamkeit gewidmet und letzterer oft gejätet werden, wie die Melonen sehr oft umgegraben werden müssen. Unterdessen sind Gerste und Feigbohnen reif. Der Felache zieht mit seiner Familie aufs Feld, um die Gerste mit dem Messer abzuschneiden; die Feigbohnen werden mit den Händen ausgerissen. Abends wird die Ernte auf Kameele oder Esel geladen und auf die Tenne gebracht, welche allen Bewohnern eines Dorfes gemeinschaftlich gehört In dieser Zeit kann der Bauer auch. Nachts nicht schlafen, denn die Melonen sind reif und ein furchtbarer Feind droht, sie nächtlicher Weile zu holen, die EPin (Schakale?) nämlich, die sehr gierig darnach sind. Aus diesem Grunde pflanzen die Bauern die Melonen nicht auf gesonderten Aeckern, sondern alle Dorfbewohner nehmen ein gemeinschaftliches Feld dazu und bewachen es während der ganzen Nacht Nach der Gersten- und Feigbohnenernte ist (Anfangs jVD) die Zeit gekommen, den Weizen zu schneiden. Auch die Melonen werden jetzt nach und nach eingeheimst und verkauft. Anfangs T1ÖH ist die Melonenernte zu Ende. Dann bringt er Mohn und Durrah vom Felde. Der Mohn wird mit den Händen gepflückt, die Spitzen des Durrah werden mit dem (?) abgebrochen. Darüber vergeht der ganze Monat 2K und der Anfang vom Nun kommt für den Bauer die Zeit des Dreschens, der letzten Arbeit auf dem Felde. Das 'Dreschen geschieht mit Bindern oder mit der Dreschwalze. Die ausgedroschene Frucht wird zu einem Haufen aufgeschüttet, und nun kommt der Steuerbeamte, um den Zehnten in Empfang zu nehmen. Die übrige Frucht wird nun in den „Mantamur“ (unterirdische Torrathskammer für Getreide, hehr. flÖlDÖ [Jer. 41,8.]) gebracht Der jüdische Bauer kann nun das 3H (Fest des Einheimsens) mit freudigem und dankerfülltem Herzen begehen, und auf's Neue sieht er dem segenbringenden Frühregen entgegen. /22t p fflMIÖ An die jüdischen Gutsbesitzer und Landwirthe. ■,ym -mp* run« ns /pap» tnpK -p* ns Welcher Leser der Alliance-Berichte hat nicht mit hoher Freude den Reisebericht des allverehrten Herrn Veneziani im Julihefte v. J. aufgenommen? Welches Mitglied der Alliance hat nicht mit besonderer Genugthuung von dem erfreulichen Stande und kräftigen Emporblühen der Ackerbauschule mpa* in Jaffa sich erzählen lassen? Der Unterzeichnete ist glücklich, jene Mittheilungen nach ihrem ganzen Umfange bestätigen zu können. Bei meiner jüngsten Anwesenheit im bl. Lande sah ich mit Freuden die Zöglinge dieser Anstalt, welche, dem tiefsten Elende und körperlicher wie geistiger Verkümmerung entrissen, als kräftige Zöglinge für TH\H und “pYl hier erzogen werden. Allein es fehlt anch diesem Lichtbilde nicht die Schattenseite, und wie oft hat sich der verdienstvolle Herr Director Hirsch mir gegenüber klagend hierüber ausgesprochen. Die jungen Leute werden nämlich in einer gewissen Anzahl Jahre an der Anstalt ausgebildet, können nach Ablauf der Lehrzeit noch eine Zeit lang gegen mässigen Lohn dort arbeiten; aber was dann?? Den weniger Befähigten, welche die Zufriedenheit der Schulleitung in geringerem Grade erworben, kommen die Vortheile des Besuchs der Anstalt am schnellsten zu Statten. Sie finden keine glänzende Stellung, aber