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Der Israelit · 1884-07-07 · Heft 54 (7.7.1884) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 54 (7.7.1884)
Date
1884-07-07
Page
– (sequence 24)
Language
German
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sie finden doch ihr Brod. Ich sah ehemalige Zöglinge von mpÖ„ als Kutscher in Jaffa und Umgebung, als Kellner im jüdischen Hötel in Alexandrien; auch der Kellner in dem vortreff* liehen Hötel in der neuen westlichen Vorstadt Jerusalems, der auch als Führer und Dragoman bestens zu empfehlen, ist ein ehemaliger Zögling von mpb,,, — lauter bescheidene Stellungen, deren Inhaber jedoch ohne den Aufenthalt in der Ackerbauschule und die m derselben erworbenen Sprachkenntnisse niemals es so weit gebracht hätten. Den begabtesten Schülern dagegen, welche den Ackerbau als Lebensberuf gewählt, steht die Direction und die Alliance oft rathlos gegenüber. Stellen im Lande als Lohnarbeiter sind in den seltensten Fällen zu erlangen, da hierin der Jude so wenig wie der Christ mit dem vollständig anspruchslosen Fellachen concurriren kann. Zum Landankauf fehlen leider die Mittel, da die rastlos thätige Alliance die ihr spärlich zufliessenden Gaben zur Unterhaltung der Schulen im Orient sehr nothwendig braucht. So bleibt den tüchtigsten Zöglingen von mpÖ„ als einzige Aussicht, in Europa als Gärtner oder Lohnarbeiter angestellt zu werden. Derartige Stellungen, die materiell nicht ungünstig sind, können dieselben bei den reichen Israeliten Frankreichs mit Hilfe der Alliance um so leichter erlangen, als ihnen die vollkommene Kenntniss der französischen Sprache zur besonderen Empfehlung dient. Allein . . . . doch ich will Herrn Director Hirsch selbst sprechen lassen: „Wenn ich nach Paris komme, besuchen mich meine alten lieben Zöglinge; ich frage sie nach ihrem Befinden, ihrer Thätigkeit, ihrer materiellen Stellung, und höre G. s. D. immer das Beste. Was ich aber leider nicht fragen darf, das ist, wie es mit der Heilighaltung des D2V bei ihnen steht. Ich weiss, wie traurig in dieser Beziehung die Zustände in Frankreich sind und darf kaum hoffen, auch in dieser Beziehung von meinen früheren Zöglingen eine befriedigende Antwort zu erhalten- So ziehe ich es denn vor, zu schweigen, um wenigstens an einem etwaigen S’&TI nicht mitschuldig zu sein, den ich doch nicht verhindern könnte.“ Das ist die Klage des Herrn Director Hirsch, wie es die Klage des sei. Netter war. — Bei solchen Gesprächen mit Director Hirsch drängte sich ihm und mir oft die Frage auf, ob nicht unter den G. s. D. so zahlreich gesetzestreuen, Gärten und Felder besitzenden Jehudim Deutschlands und namentlich Süddeutschlands Placement für die empfehlungswürdigsten Zöglinge von "bx'Hy’’ ffipö» zu finden sein sollte? Director Hirsch (Sohn eines der würdigsten Rabbiner in Ober» Eisass, Neffe des jüngst verstorbenen, allgemein verehrten Rabbi Mayer Hirsch in Friedberg erinnerte mich jüngst an unsere obenerwähnten Besprechungen und fragt mich, ob nicht für einige würdige Zöglinge der Ackerbauschule Stellungen in der Nähe Frankfurts oder sonstwo in Deutschland zu finden wären. „Zwei unserer Schüler, schreibt er, könnte ich z. Z. empfehlen. Der eine, H. Lustgarten, 17 Jahre alt, ist ein tüchtiger junger Mann, der sich mit vollem Verständnis» der Gärtnerei widmet. Natürlich ist die Art und Weise der Garten-Cultur bei uns zu Hause von jener im hl. Lande etwas verschieden; allein es bedürfte nur weniger Monate, um sich einzuarbeiten. Derselbe spricht nicht nur geläufig Französisch, sondern kennt auch, als geborener Aschkenasi, das Deutsche nach Jerusalem. Dialekt. — Der andere, Abraham Behar, 18 Jahre alt, der als Sephardi nicht deutsch spricht, würde auf jedem Landgute einen trefflichen und tüchtigen Bauemburschen abgeben.“.... Die verehrlichen jüdischen Landwirthe und Gartenbesitzer, welche in der glücklichen Lage wären, durch Engagement eines dieser jungen Leute dieselben dem gesetzestreuen Judenthume zu erhalten, würden gewiss eine grosse?TBK5 ausüben. Zu jeder näheren Auskunft bin ich gerne bereit und bitte die veehrl. Redactionen jüdischer Blätter, durch Aufnahme vorstehender Zeilen zur möglichsten Verbreitung dieser universell jüdischen Angelegenheit beizutragen. . * Frankfurt am Main. Leopold Hamburger. Druck von David Soul» Wolff in Magdeburg.

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