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Der Israelit · 1884-07-07 · Heft 54 (7.7.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 54 (7.7.1884)
Date
1884-07-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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/ XXV. Jahrgang. Settagt )« tlr. 54 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. I^en-Jfenbnrg, 20. Juni. Am nächsten Dienstag, den 24. d. M., begeht das I. Fürth'fche Ehepaar dahier die seltene Feier der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich trotz des hohen Alters, Herr Fürth zählt 77, Fürth 74 Jahre, besten körperlichen Wohlseins und geistiger Frische. Derlin. In Lauenburg in Pommern ist gegen Ende vergangener Woche ein neues schönes Johanniter-Krankenhaus eröffnet worden, und es war dazu der Herrenmeister des Johanniter-Ordens, Prinz Albrecht von Preußen, eingetroffen. Die echt ritterliche, hohe Gestalt des Prinzen und noch mehr sein nach allen Seiten würdiges und doch höchst liebenswürdiges Austreten hat, wie uns aus Lauenburg geschrieben wird, dort Aller Herzen gewonnen. Zunächst ist das Johanniter-Krankenhaus für Kranke aller Konfessionen eingeriä-tet. Auch der Rabbiner war von den Johannitern zur Einweihnngsfeier eingeladen und im Ornat erschienen. Derselbe wurde dem Prinzen Albrecht vorgestellt; dieser sprach längere Zeit mtt ihm und sagte zum Schluß: „Nun, Herr Doktor, in Krankheitsfällen hört jeder Unterschied der Konfession ans." „Das ist doch einmal wieder echt Hohenzollerisch gesprochen." sagt unser Gewährsmann, der, nebenbei gesagt, Protestant ist. In dem in gewisser Richtung vielfach unterwühlten Hinterpommern, ist ein solches Wort von doppeltem Werth. Das Auftreten des Prinzen hat bei allen Richtungen einen so guten Eindruck gemacht, daß es auch auf die Parteien aussöhnend gewirkt bat. (Deutsch. Rcichsblatt.) Müiheiw a. d. N., 30. Juni. Heute wurden unter zahlreicher Betheilignng die irdischen Ueberreste des ältesten Mitgliedes der jüdischen Gemeinde Hierselbst, Herrn Wolf Eahn aus Speldorf, der das seltene Alter von über 100 Jahren erreichte, zur letzten Ruhestätte geleitet. Bis vor etwa einem halben Jahre erfreute sich, wie man der „Rh.- u. Ruhrzeitung" schreibt, der Verstorbene noch großer körperlicher wie geistiger Frische, in welcher es ihm durch die Gnade Gottes vergönnt war, seinen 100. Geburtstag im Kreise der Seinen zu begehen. Frankreich. Paris, 30. Juni. Letzten Sonnabend fanden, wie bereits gemeldet worden ist, Unruhen in Algier statt, die dadurch hervorgerufen wurden, daß einige der jungen Rekruten, die sich auf der Marine versammelt hatten, um einen Ball zu organisiren, die Ansschließung der Juden verlangten. Die Anwesenden geriethen in einen so heftigen Streit, daß die Versammlung aufgehoben werden lnußte. Auf der Straße begann der Tumult auf's Neue, der ohne das energische Eingreifen der Truppen schlimme Proportionen angenommen haben würde. Verschiedene Verhaftungen wurden vorgenommcn. Der gestrige Tage verlief ruhig. Bis auf Weiteres sind alle öffentlichen Concerte untersagt. Die Place du Gouvernement, die beiden Enden der Rue de la Lyre und der Rue Randon sind militärisch besetzt worden. Patrouillen durchstreifen die Stadt und bewachen hauptsächlich das Jndenvicrtel. Die Stadtvertretung hat einen Aufruf anschlagen lassen, in welchem sie die Bevölkerung zur Ruhe ermahnt. Trotz der getroffenen Vorkehrungen war der gestrige Abend wieder tumnltuös. Mehrere Gruppen, welche Drohrufe ausstießen, bildeten sich nach und nach an verschiedenen Punkten der Stadt, hauptsächlich an der Place Bresson und an der Place du Gouvernement, wo die Truppen das Publikum nicht passiren ließen. Die Erregung war ziemlich groß und hielt bis gegen 11 Uhr an. Die Truppen hatten in jenem Augenblick Befehl erhalten, die okkupirten Punkte zu räumen; nur die Patrouillen fuhren fort, die Straßen zn durchstreifen. Die Ruhe trat wieder ein, doch bildeten sich noch fortwährend kleinere Gruppen von Zeit zu Zeit an der Place du Gouverncmen!. - üm Mitternacht kam ein letzter Haufen auf die Terrasse des CM de Bordeaux, wo sich der Maire von Algier mit mehreren Gemeinderäthen befand. Herr Guillcment versprach auf die Aufforderung der Gruppe hin die sofortige Freilassung aller wegen Theilnahme an der Manifestation verhafteten Individuen. Um 1 Uhr Morgens war die Ruhe wieder vollkommen hergestellt. Paris, 1. Juli. Sämmtliche hier erscheinende Tagesblätter statten dem Dr. Strauß, von dem ich Ihnen kürzlich berichtet, den wärmsten Dank für seine großartigen Leistungen in Toulon ab. — Die Blätter bemerken mit Recht, daß Dr. S., der voriges Jahr

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