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Der Israelit · 1884-06-12 · Heft 47 (12.6.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 47 (12.6.1884)
Date
1884-06-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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776 Vricsterthums überlasse denen, welchen sie gebührt. Deine Mutter wurde einst in Modin, der Heimathstadt Deines Stammes, von heidnischen Kriegern gefangen, und deßhalb darf ihr Sohn nicht den Dienst verrichten im heiligen Tempel. — Und der König erzitterte vor Zorn; allein er faßte sich und sprach: Wenn dem so ist, wie Du gesagt, wenn meine Mutter eine Kriegsgefangene war. so werde ich mich dem Gesetze beugen und nicht mehr die Opfer darbringcn im Hanse Gottes. — Und der König ließ auf das Genaueste nachforschen; da stellte sich heraus, daß allerdings die Mutter des Königs von den Feinden hatte gefangen werden sollen, daß sie aber mit einer Sklavin die Kleider getauscht. So wurde die Sklavin als Kriegsgefangene hinweggeführt, während die Prinzessin diesem Schicksal entging. — Der Zorn des Königs über die Weisen Israels war grenzenlos. Elasar den Po'ira.stachelte ihn zu höchster Wuth an, bis der König sich entschloß, die Weisen hinrichtenzu lassen. Nur Schimeon ben Schatach entging dem Tode. Er war ein Bru-. der der Schalome, der Gemahlin des Königs, und diese wies ihm ein Versteck an, in welchem die Häscher ihn nicht auffandcn. (Kidduschin 66 a.) Nach einiger Zeit kamen Gesandte des Königs der Parther nach Jerusalem. Der König Jannäus lud sie zu Tische. Während der Tafel vermißten die Gesandten, die schon einmal in Jerusalem gewesen waren, die Anwesenheit des Schimeon ben Schatach, von dem sie das vorige Mal so viele Lehren der Weisheit gehört hatten. Und der König bedauerte, daß der Weise entflohen sei. — Wenn Du -mir, sprach die Königin, die' Versicherung gibst, daß Du ihn in Gnaden aufnimmst, so werde ich ihn Dir Vorfahren. — Und der König gab die Versicherung, und Schimeon verließ sein Versteck; er erschien an.der Tafel des Königs und nahm seinen Platz zwischen König und Königin. Und als Alexander Jannäus, ob dieser Ki'lhnhcit erstaunt, ihn darob befragte, sagte er: Also steht geschrieben in den Büchern des ben Sirah: Pflege die Weisheit und sie wird Dich erheben und zwischen Fürsten Dir den Platz anweisen. — llnd der König befahl, daß man ihm den Becher reiche, damit er das Tischgebet spreche. Da fragte Schimeon lächelnd: Soll ich Gott danken für die Speisen, die Jannäus und seine Gäste genossen habend — Da ließ ihm der König zu essen reichen, und nachher sprach er das Tischgebet. (Jeruschalmi Berachoth E. 7 § 2, Midrasch Nabbah Paraschath Mikez. Talmud Babli Berachoth 48 a. mit einigen Variationen). Nachdem nun Schimeon ben Schatach vom Könige in Gnaden wieder ausgenommen, war seine <sorge, das Synhedrium wieder herzustcllen. Zu diesem Zwecke schickte er eine Gcfaudschaft nach Alexandrien an Jehuda ben Tabbai und schrieb ihm dm nachfolgenden Brief:! „Das große Jerusalem an das kleine Alexandrien: Wie lange noch soll mein Verlobter bei Euch weilen, während ich als eine Verlassene einsam sitze?" Als Jehuda ben Tabbai diesen Brief empfing, begab er sich sogleich zu Schiff, um nach Jerusalem zurückzukchren. Einer seiner Schüler, der ihn begleitet hatte, erregte auf dieser Reise derart das Mißfallen des Lehrers, daß er ibn verstieß. Trotzdem dieser Schüler wiederholt sich bemühte, seinen Lehrer zu versöhnen, wies dieser ihn stets hart und streng von sich. Da ging der Schüler hin und gründete eine neue Secte, durch die später viel Trauriges über Israel kommen sollte. Das harte Verfahren des Lehrers fand bei den Weisen Israels keine Zustimmung, und sie lehren in Bezug ans diesen Vorgang: Niemals verstoße Jemanden mit beiden Händen. Wenn Du Jemanden mit der linken Hand fortzustoßen Dich genöthigt siehst, so suche ihn mit der rechten Hand wieder Dir zu nähern. (Jeruschalmi, Ehagigah C. 2 § 2 Sanhedrin C. 6 § 7. Im Talmud Babli Sotah 47, Sanhedrin 107 wird dieser Vorgang von Josua ben Perachja erzählt). Im Verein mit Schimeon ben. Schatach setzte Jehuda ben Tabbai das Synhedrium wieder ein, dessen Präsident der Letztgenannte wurde, während Jehuda als Naßi fungirte. (Fortsetzung folgte) Khristkiche Stimmen über . die Verwendung der Hrgek beim Gottesdienste. Von Paul Frifching. V. Mein Freund mußte herzlich lachen, weil er weiß, daß ich selbst an einem semitischen Gesichts- Profil leide und durch meinen vielfachen Verkehr mit Israeliten schon oft für „einen von unsere Leut" angesehen wurde. Ich aber war mit dem heiteren Finale nach der unerquicklichen Discussion doppelt froh. Als Zeichen seiner vollständigen Bekehrung stellte er .mir noch den Wortlaut von Meyerbeer's und Naumburg's Gutachten gegen die Verwendung der Orgel in der Synagoge zur Verfügung. Das des ersteren ist bekannt, weshalb es hier wegbleiben kann. Weniger bekannt dürfte die Thatfache fein, daß Meyerbeer's Vater der erste in Deutschland war, der 1817 eine Orgel für feinen Prkvat-Gottesdkenst

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